Burndown vs. Burnup

Burndown vs. Burnup – In agilen Projekten gehört der Blick aufs Board zum Alltag – doch viele Teams kämpfen damit, Fortschritt wirklich transparent zu machen. Burndown- und Burnup-Charts gelten als Standard, werden aber oft falsch verstanden oder nur halbherzig genutzt. Die Folge: Schönfärberei, Missverständnisse im Management und schlechte Entscheidungen.
Dieser Artikel erklärt praxisnah, worin sich Burndown vs. Burnup unterscheiden, wie Sie beide Diagrammtypen korrekt lesen, welche Fehler Sie vermeiden sollten und in welchen Situationen welches Chart deutlich im Vorteil ist. So schaffen Sie eine belastbare Datengrundlage für Steuerung, Prognosen und Stakeholder-Kommunikation.

Burndown vs. Burnup
Burndown vs. Burnup

Was ist ein Burndown Chart? – Kurz erklärt

Ein Burndown Chart zeigt, wie viel Arbeit in einem definierten Zeitraum noch übrig ist.
Auf der y-Achse steht der verbleibende Aufwand (z. B. Story Points, Stunden), auf der x-Achse die Zeit (z. B. Tage im Sprint).

Kernelemente eines Burndown Charts:

Damit beantwortet das Burndown die Frage: „Wie viel Arbeit müssen wir noch erledigen, um rechtzeitig fertig zu werden?“


Was ist ein Burnup Chart? – Kurz erklärt

Ein Burnup Chart zeigt, wie viel Arbeit bereits erledigt wurde – und wie sich der Gesamtumfang entwickelt.
Auf der y-Achse stehen erledigter Aufwand und Gesamtumfang, auf der x-Achse die Zeit.

Kernelemente eines Burnup Charts:

Damit beantwortet das Burnup die Frage: „Wie entwickelt sich unser Fortschritt im Verhältnis zu einem sich verändernden Umfang?“


Burndown vs. Burnup: Der zentrale Unterschied

Der Kernunterschied:

Die praktische Konsequenz:

Gerade in dynamischen Projekten mit häufigen Änderungen im Backlog ist das Burnup daher oft die aussagekräftigere Wahl.


Wie liest man ein Burndown Chart richtig?

Achsen und Linien verstehen

Typische Muster im Burndown

1. „Wasserfall“-Muster (lange flach, dann steiler Absturz)

2. Stagnation über mehrere Tage

3. Unter der Ideallinie

4. Über der Ideallinie


Wie liest man ein Burnup Chart richtig?

Aufbau des Burnup

Typische Muster im Burnup

1. Done-Linie steigt, Scope bleibt stabil

2. Done-Linie steigt, Scope steigt ebenfalls

3. Kaum Anstieg der Done-Linie

4. Umfang sinkt


Vor- und Nachteile: Burndown Chart

Vorteile des Burndown

Nachteile des Burndown


Vor- und Nachteile: Burnup Chart

Vorteile des Burnup

Nachteile des Burnup


Burndown vs. Burnup: Wann eignet sich welches Diagramm?

Burndown ist besonders sinnvoll, wenn …

Burnup ist besonders sinnvoll, wenn …

Praxisempfehlung

Viele Organisationen nutzen:

So kombinieren Sie operative Transparenz mit strategischer Steuerung.


Wichtige W‑Fragen zu Burndown und Burnup

Warum überhaupt Burndown oder Burnup nutzen?

Weil beide Diagrammtypen helfen, typische Blindspots zu vermeiden:

Wer sollte die Charts nutzen?

Wie oft sollte man auf die Charts schauen?


Burndown vs. Burnup in Scrum, Kanban und hybriden Setups

In Scrum

So wird die kurzfristige Sprintplanung mit der längerfristigen Roadmap verbunden.

In Kanban

Ein klassisches Burndown passt weniger gut zu kontinuierlichem Flow ohne Sprintgrenzen.

In hybriden Modellen (z. B. SAFe, LeSS, Projekt + Produktmix)


Typische Fehler im Umgang mit Burndown und Burnup

1. Charts als „Kontrollinstrument“ statt Lerninstrument nutzen

2. Unklare Definition of Done

3. Scope-Änderungen nicht sauber pflegen

4. Zu grobe User Stories

5. Fehlende Verknüpfung mit Entscheidungen


Aufwandseinheiten: Story Points, Stunden oder Tickets?

Story Points

Stunden oder Personentage

Anzahl Tickets

Empfehlung:
Für agile Produktentwicklung in stabilen Teams sind Story Points plus Burnup eine bewährte Kombination. In eher klassischen Projektumgebungen kann ein stundenbasiertes Burndown als Einstieg helfen.


Schritt-für-Schritt: Einführung von Burndown und Burnup in Ihrem Team

  1. Ziel klären
    • Was wollen Sie mit den Diagrammen erreichen?
    • Z. B. bessere Sprint-Prognosen, transparentere Scope-Änderungen, fundiertere Management-Entscheidungen.
  2. Einheit wählen
    • Story Points, Stunden oder Tickets – bewusst entscheiden, nicht zufällig.
  3. Definition of Done festlegen oder schärfen
    • Einigkeit herstellen, wann eine Arbeitseinheit wirklich „Done“ ist.
  4. Tooling aufsetzen
    • In vielen Tools (z. B. Jira, Azure DevOps, Trello-Erweiterungen) lassen sich Burndown und Burnup automatisiert erzeugen.
    • Wichtig: Konfiguration prüfen, damit die Diagramme die Realität widerspiegeln.
  5. Regelmäßige Nutzung verankern
    • Burndown: fester Bestandteil im Daily (max. 2–3 Minuten).
    • Burnup: Bestandteil von Review, Planning, Steuerungsgremien.
  6. Gemeinsame Interpretation einüben
    • Im Team und mit Stakeholdern regelmäßig besprechen:
      • Was sehen wir?
      • Was bedeutet das?
      • Welche Anpassungen folgen daraus?
  7. Feedback einholen und nachjustieren
    • Sind die Diagramme hilfreich?
    • Müssen Einheiten, Granularität oder Meeting-Strukturen angepasst werden?

Burndown vs. Burnup: Welche Fragen beantwortet welches Chart besser?

Burndown beantwortet vor allem:

Burnup beantwortet vor allem:

Wenn Sie sich zwischen Burndown vs. Burnup entscheiden müssen, sollten diese Fragen den Ausschlag geben. Für die meisten professionellen Umgebungen lohnt sich jedoch der kombinierte Einsatz.


Fazit: Burndown vs. Burnup bewusst kombinieren

Burndown- und Burnup-Charts sind keine Selbstzweck-Grafiken, sondern Werkzeuge für bessere Entscheidungen.

Entscheidend ist nicht das „perfekte“ Diagramm, sondern ein gemeinsames Verständnis im Team und mit Stakeholdern, was die Daten bedeuten – und welche Konsequenzen Sie daraus ziehen.

Wenn Sie Unterstützung bei der Einführung einer belastbaren Fortschrittsmessung, beim Aufsetzen sinnvoller Burndown- und Burnup-Charts oder bei der agilen Skalierung in komplexen Organisationen wünschen, kann eine externe Perspektive helfen. Die Beraterinnen und Berater von PURE Consultant begleiten Sie dabei, passende Metriken und Visualisierungen für Ihre konkrete Situation zu definieren und nachhaltig in Ihrer Organisation zu verankern.

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