Häufige Fehler im Umgang mit Impediments

Häufige Fehler im Umgang mit Impediments – Impediments gehören zum Projektalltag – doch viele Organisationen gehen unstrukturiert oder halbherzig damit um. Die Folge: Verzögerungen, unnötiger Stress im Team und Projekte, die ihr Potenzial nicht ausschöpfen. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche häufigen Fehler im Umgang mit Impediments auftreten, woran Sie sie erkennen und wie Sie Hindernisse systematisch aus dem Weg räumen. Mit klaren Begriffen, praxisnahen Beispielen und konkreten Checklisten können Sie Ihren Umgang mit Blockern nachhaltig verbessern und Projekte deutlich stabiler steuern.

Häufige Fehler im Umgang mit Impediments
Häufige Fehler im Umgang mit Impediments

Was sind Impediments?

Impediments sind Hindernisse, die ein Team daran hindern, seine Ziele so effektiv und effizient zu erreichen, wie es grundsätzlich möglich wäre. Es geht um alles, was den Arbeitsfluss bremst oder blockiert – fachlich, organisatorisch, technisch oder kulturell.

Typische Beispiele für Impediments:

Wichtig: Ein Impediment ist nicht einfach „Arbeit“, sondern etwas, das die wertschöpfende Arbeit behindert.


Warum der richtige Umgang mit Impediments erfolgskritisch ist

Impediments lassen sich nicht vollständig vermeiden – aber der professionelle Umgang damit entscheidet, wie leistungsfähig Ihre Organisation wirklich ist.

Ein systematischer Umgang mit Hindernissen sorgt dafür, dass:

Wer Impediments nur „zur Kenntnis nimmt“, aber nicht strukturiert bearbeitet, akzeptiert verdeckte Verschwendung und unnötige Risiken im Projekt- und Produktportfolio.


Häufige Fehler im Umgang mit Impediments

Im Folgenden die wichtigsten Stolperfallen, die in Projekten und agilen Teams immer wieder auftreten – und wie Sie diese konkret vermeiden.

1. Impediments werden gar nicht als solche erkannt

Einer der grundlegendsten Fehler: Blocker werden nicht als Impediments benannt, sondern als „gegeben“ oder „normal“ hingenommen.

Typische Symptome:

Folgen:
Strukturelle Probleme bleiben unsichtbar. Management und Stakeholder nehmen nur Symptome wahr (Verzug, Überstunden, Überlastung), aber nicht die dahinterliegenden Hindernisse.

Was hilft:


2. Unklare Verantwortung: Niemand „gehört“ das Impediment

Häufig wird zwar über Hindernisse gesprochen, aber es ist unklar, wer sich aktiv kümmert.

Typische Muster:

Folgen:
Impediments „verwaisen“. Es gibt keine klare Ownership, keine Eskalation, keine Verfolgung.

Was hilft:


3. Impediments werden zwar benannt, aber nicht nachverfolgt

Ein verbreitetes Anti-Pattern: Im Daily oder Statusmeeting werden Blocker genannt, aber danach verliert sich die Spur.

Typische Symptome:

Folgen:
Wichtige Hindernisse versanden, Mitarbeitende erleben „sprechende, aber nicht handelnde“ Führung. Die Bereitschaft, Blocker offen anzusprechen, sinkt.

Was hilft:


4. Vermischung von Impediments mit normalen Aufgaben oder Risiken

Nicht alles, was Arbeit erzeugt, ist ein Impediment. Viele Organisationen haben keine klare Trennlinie zwischen Aufgaben, Risiken und Hindernissen.

Typische Fehler:

Folgen:
Die Liste der Hindernisse wächst unkontrolliert, Priorisierung wird beliebig. Echte Blocker gehen im Katalog unter.

Was hilft:


5. Fokus nur auf Team-Ebene, fehlende Eskalation ins Management

Viele Impediments lassen sich nicht auf Team- oder Projektebene lösen – sie sind strukturell oder organisationell.

Typische Beispiele:

Fehler: Teams sollen diese strukturellen Blocker „irgendwie selbst lösen“, ohne Mandat oder Unterstützung.

Folgen:
Teams resignieren oder umgehen Regeln, statt sie gezielt zu verbessern. Die Organisation lernt nicht.

Was hilft:


6. Strukturelle Hindernisse werden als „gegeben“ akzeptiert

Ein besonders schädlicher Fehler ist die Haltung: „Daran können wir ohnehin nichts ändern.“

Beispiele:

Typischer Denkfehler:
Lang bestehende Probleme werden nicht mehr als Impediment wahrgenommen, sondern als Rahmenbedingung.

Folgen:
Die Organisation verliert Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. Mitarbeitende kompensieren dauerhaft strukturelle Defizite.

Was hilft:


7. Keine Messung von Impediments und ihrer Durchlaufzeit

Was nicht gemessen wird, wird selten aktiv gesteuert. Viele Unternehmen haben keinerlei Kennzahlen zu Impediments.

Typische Lücken:

Folgen:
Ohne Daten bleibt der Umgang mit Hindernissen reaktiv. Managemententscheidungen basieren auf Einzelfällen und Bauchgefühl statt auf belastbaren Mustern.

Was hilft:


8. Impediments als Instrument für Schuldzuweisungen

In manchen Organisationen werden Impediment-Listen zu „Schwarzen Brettern“, auf denen andere Abteilungen oder Personen an den Pranger gestellt werden.

Typische Anzeichen:

Folgen:
Die psychologische Sicherheit leidet. Mitarbeitende vermeiden Transparenz und melden Probleme erst sehr spät.

Was hilft:


9. Mikromanagement statt Unterstützung durch Führungskräfte

Statt Blocker zu entfernen, reagieren manche Führungskräfte mit Mikromanagement:

Folgen:
Die eigentliche Aufgabe von Führung – Rahmenbedingungen verbessern und Hindernisse beseitigen – bleibt liegen. Teams werden zusätzlich belastet.

Was hilft:


10. Keine Ursachenanalyse – dieselben Impediments kehren immer wieder

Ein weiteres Muster: Impediments werden zwar gelöst, aber die eigentliche Ursache bleibt bestehen.

Beispiele:

Folgen:
Chronische Probleme, hohe Verschwendung, Frustration.

Was hilft:


11. Keine Integration in Projekt- und Portfoliosteuerung

Impediments werden oft isoliert auf Team- oder Projektebene behandelt, ohne Verbindung zu übergreifender Steuerung.

Typische Versäumnisse:

Folgen:
Geschäftskritische Blocker erhalten nicht die nötige Aufmerksamkeit, obwohl sie hohe wirtschaftliche Auswirkungen haben.

Was hilft:


12. Keine Kultur, in der Blocker offen benannt werden

Der vielleicht wichtigste, aber am schwersten greifbare Fehler ist kultureller Natur: In vielen Unternehmen trauen sich Mitarbeitende nicht, Probleme als Impediments zu benennen.

Mögliche Gründe:

Folgen:
Versteckte Risiken, späte Eskalationen, plötzliche Projektkrisen, die „niemand kommen sah“.

Was hilft:


Best Practices für einen professionellen Umgang mit Impediments

Um von reaktiver Problembehandlung zu einem aktiven Impediment-Management zu kommen, hat sich folgendes Vorgehen bewährt.

1. Gemeinsame Definition und Leitlinien

2. Standardisierter Prozess

Ein schlanker, klarer Ablauf hilft, Hindernisse zuverlässig zu bearbeiten:

  1. Erkennen: Blocker werden früh benannt (Daily, Standup, Statusmeeting).
  2. Erfassen: Eintrag auf dem Impediment-Board inklusive Owner, Wirkung, Priorität.
  3. Bewerten: Einschätzung von Dringlichkeit und Business-Impact.
  4. Beheben: Maßnahmen planen und umsetzen, ggf. Eskalation.
  5. Überprüfen: Wirkung kontrollieren, Kennzahlen aktualisieren.
  6. Lernen: Ursachen analysieren und präventive Maßnahmen ableiten.

3. Transparenz über ein Impediment-Board

Ein gut gepflegtes Impediment-Board schafft Überblick und Fokus:

Je nach Reifegrad kann das Board pro Team, Projekt oder auf Bereichsebene geführt werden.

4. Klare Rollen und Verantwortlichkeiten

Empfehlung:

5. Kennzahlen zur Steuerung

Mit wenigen, gut gewählten Kennzahlen behalten Sie den Überblick:

Diese Daten sind wertvolle Grundlage für Verbesserungsinitiativen und Managemententscheidungen.


Praxisbeispiele: Wie ein professioneller Umgang mit Impediments aussehen kann

Beispiel 1: IT-Entwicklungsteam mit instabiler Testumgebung

Ausgangslage:
Ein Entwicklungsteam verliert jede Woche mehrere Stunden durch instabile Testsysteme. Bisher wurde dies als „gegeben“ betrachtet.

Verbesserung:

Beispiel 2: Fachbereichsprojekt mit fehlenden Entscheidungen

Ausgangslage:
Ein bereichsübergreifendes Projekt stockt regelmäßig, weil Entscheidungen über Prozesse und Richtlinien nicht getroffen werden. Statusberichte benennen „Entscheidungsbedarf“, aber es passiert wenig.

Verbesserung:


Checkliste: So verbessern Sie den Umgang mit Impediments in Ihrer Organisation

Nutzen Sie diese komprimierte Liste als Einstieg oder Review:

Je mehr Häkchen Sie setzen können, desto professioneller ist Ihr Impediment-Management.


Wie Sie den nächsten Schritt gehen können

Viele Organisationen erkennen, dass sie bei Impediments enormes Verbesserungspotenzial haben – tun sich aber schwer, den Wandel im laufenden Betrieb umzusetzen. Hilfreich kann dann ein neutraler Blick von außen sein, der:

Spezialisierte Beratungshäuser wie PURE Consultant unterstützen dabei, einen strukturierten Umgang mit Impediments in Projektportfolios, agilen Transformationen oder Linienorganisationen zu etablieren – von der Diagnose über die Prozessgestaltung bis zur praktischen Begleitung in Ihren Projekten. So wird aus „Wir haben ständig Blocker“ ein klar gesteuerter Verbesserungsprozess, der die Leistungsfähigkeit Ihrer Organisation nachhaltig erhöht.

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