Mindmap vs. Concept Map

Mindmap vs. Concept Map – Eine neue Strategie, ein komplexes IT-Projekt oder ein Trainingskonzept: Oft sitzen Führungskräfte und Projektteams vor einem Berg aus Ideen, Anforderungen und Abhängigkeiten. Zwei Methoden tauchen dabei immer wieder auf: Mindmap und Concept Map. Beide visualisieren Wissen – aber auf sehr unterschiedliche Weise. Wer die Unterschiede versteht, wählt das passende Werkzeug, trifft klarere Entscheidungen und spart viel Abstimmungszeit.

Im Folgenden erhalten Sie einen praxisnahen Vergleich von Mindmap vs. Concept Map, inklusive Definitionen, Beispielen aus Projekt- und Managementalltag und konkreten Handlungsempfehlungen, wann welche Methode sinnvoll ist.

Mindmap vs. Concept Map
Mindmap vs. Concept Map

Was ist eine Mindmap? – Kurzdefinition

Eine Mindmap ist eine baumförmige Visualisierung, die von einem zentralen Thema ausgeht und in Äste und Unteräste verzweigt.

Typisch für eine Mindmap:

Mindmaps eignen sich besonders gut, um:

Im Kern unterstützt eine Mindmap eher das assoziative, kreative Denken.


Was ist eine Concept Map? – Kurzdefinition

Eine Concept Map ist eine Wissenslandkarte, in der Begriffe (Konzepte) über beschriftete Verbindungen zueinander in Beziehung gesetzt werden.

Typisch für eine Concept Map:

Concept Maps eignen sich besonders gut, um:

Im Kern unterstützt eine Concept Map das strukturierte, analytische Denken.


Mindmap vs. Concept Map: Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick

Kurzüberblick der Unterschiede:

Eine einfache Merkhilfe:

Mindmap zum Denken in Ideen, Concept Map zum Denken in Zusammenhängen.


Wann ist eine Mindmap sinnvoll?

Mindmaps spielen ihre Stärken aus, wenn:

Typische Einsatzszenarien:

Für Entscheider und Projektmanager ist die Mindmap oft das passende Werkzeug in frühen Phasen, um ein heterogenes Themenfeld schnell sichtbar zu machen, ohne sich gleich auf Struktur-Details festnageln zu müssen.


Wann ist eine Concept Map sinnvoll?

Concept Maps werden interessant, sobald es um Präzision, Abhängigkeiten und Erklärbarkeit geht.

Typische Einsatzszenarien:

Je mehr es um Nachvollziehbarkeit, Wissenstransfer und Risikoabschätzung geht, desto eher ist eine Concept Map die bessere Wahl.


Struktur im Detail: Baum vs. Netz

Mindmap: Baumstruktur von innen nach außen

Vorteile:

Nachteile:

Concept Map: Netz mit beschrifteten Pfeilen

Vorteile:

Nachteile:


Denkmodus: Assoziationen vs. Beziehungen

Eine Mindmap unterstützt vor allem:

Eine Concept Map unterstützt vor allem:

Für gute Entscheidungen im Management braucht es beides:
Oft ist es sinnvoll, erst mit einer Mindmap breit zu denken und danach eine Concept Map zu nutzen, um die relevanten Zusammenhänge klar herauszuarbeiten.


Praxisbeispiel 1: Projektmanagement

Ausgangssituation: Ein Unternehmen plant die Einführung eines neuen Ticket-Systems für den IT-Support.

Schritt 1: Mindmap nutzen

Zentrales Thema: „Ticket-System-Einführung“

Mögliche Hauptäste:

Hier geht es darum, alle relevanten Aspekte auf den Tisch zu bekommen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder perfekte Struktur.

Schritt 2: Concept Map nutzen

Auf Basis der Mindmap werden in einer Concept Map zentrale Konzepte und ihre Beziehungen abgebildet:

Ergebnis: Ein klares Bild, welche Systeme, Rollen und Kennzahlen wie zusammenspielen. Damit können Risiken und Engpässe deutlich besser identifiziert werden als mit einer reinen Mindmap.


Praxisbeispiel 2: Strategie- und Geschäftsmodellentwicklung

Nehmen wir ein Unternehmen, das sein Geschäftsmodell in Richtung Subscription-Services weiterentwickeln will.

Mindmap für die erste Exploration

Zentrales Thema: „Subscription-Modell“

Mögliche Äste:

Hier entsteht ein breites Bild: Was kommt alles auf uns zu, wenn wir auf ein Abo-Modell umsteigen?

Concept Map zur Entscheidungsunterstützung

Ausgewählte Konzepte und Beziehungen:

Damit sehen Geschäftsführung und Projektleitung sofort, welche Bereiche am stärksten betroffen sind und wo priorisiert investiert werden muss.


Vor- und Nachteile im direkten Vergleich

Vorteile von Mindmaps

Nachteile von Mindmaps

Vorteile von Concept Maps

Nachteile von Concept Maps


Häufige Fehler bei Mindmap vs. Concept Map

Typische Fehler bei Mindmaps:

Typische Fehler bei Concept Maps:

Grundproblem in der Praxis:
Unternehmen nutzen Mindmaps und Concept Maps oft austauschbar oder unscharf. Dadurch gehen die jeweiligen Stärken verloren.


Wie Sie methodisch vorgehen: Ein einfacher 3-Schritte-Ansatz

  1. Zweck klären
    • Geht es primär um Ideensammlung und erste Struktur? → Mindmap
    • Geht es um Erklärbarkeit, Abhängigkeiten, Risiken? → Concept Map
  2. Mindmap als Einstieg (optional, aber empfohlen)
    • Thema in der Mitte
    • 4–7 Hauptäste
    • Pro Ast Stichworte sammeln, maximal 2–3 Ebenen tief
  3. Concept Map für die Verdichtung
    • Wichtige Begriffe aus der Mindmap auswählen
    • Konzepte als Knoten notieren
    • Pfeile mit klaren Beziehungstexten einzeichnen
    • In der Gruppe kritisch prüfen: „Ist diese Beziehung korrekt? Fehlt etwas?“

So kombinieren Sie beide Methoden sinnvoll, statt sich dogmatisch für „Mindmap vs. Concept Map“ entscheiden zu müssen.


Beispiele für Leitfragen: Wann nutze ich was?

Nutzen Sie folgende Fragen als Checkliste:

Für Mindmaps geeignet, wenn Sie vor allem fragen:

Für Concept Maps geeignet, wenn Sie vor allem fragen:


Tools: Mit welchen Werkzeugen arbeiten?

Sie können Mindmaps und Concept Maps grundsätzlich:

Wichtiger als das Tool ist der Arbeitsmodus:

Entscheidend ist, dass:


Best Practices für Führungskräfte und Projektmanager

1. Methode bewusst wählen
Nicht reflexartig „eine Mindmap machen“, weil es bekannt ist. Kurz innehalten: Geht es um Exploration oder Erklärung?

2. Visualisierungen nicht überfrachten
Lieber mehrere kleinere Mindmaps oder Concept Maps erstellen als eine überkomplexe.

3. Visualisierung als Gesprächsanlass nutzen
Die eigentliche Wertschöpfung passiert in der Diskussion über die Karte – nicht im hübschen Endergebnis.

4. Klarer Umgang mit Versionen
Gerade bei Concept Maps zu Architektur, Prozessen oder Organisationsstrukturen:

5. Verknüpfung mit Entscheidungen
Visualisierungen sollten in Entscheidungsdokumente einfließen (z. B. Business Cases, Projektanträge, Architekturdokumente), statt isoliert zu existieren.


Fazit: Mindmap vs. Concept Map – Welche Methode ist die richtige?

Für Entscheider, Projektmanager und Fachverantwortliche gilt:
Wer bewusst zwischen Mindmap und Concept Map unterscheidet, reduziert Missverständnisse, trifft fundiertere Entscheidungen und schafft bessere Grundlagen für Kommunikation, Training und Change.

Wenn Sie diese Methoden gezielt in Ihren Projekten, Workshops oder Transformationsprogrammen verankern möchten, lohnt sich ein strukturierter Ansatz: von der Auswahl passender Visualisierungsformen über die Moderation bis hin zur Integration in Ihre Governance und Dokumentation.

Dabei unterstützt Sie ein externer Blick häufig enorm – etwa in Form eines methodensicheren Sparringspartners, der Workshops aufsetzt, Teams befähigt und gemeinsam mit Ihnen praxistaugliche Visualisierungsstandards entwickelt.

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