Häufige Fehler bei Personas

Häufige Fehler bei Personas – Viele Unternehmen investieren viel Zeit in Personas – und sind später frustriert: Die Inhalte performen nicht, Kampagnen greifen ins Leere, Produktentscheidungen wirken beliebig. Der Grund liegt selten im Konzept „Persona“ selbst, sondern in typischen Fehlern bei der Erstellung und Nutzung. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche häufigen Fehler bei Personas es gibt, woran Sie schwache Personas erkennen und wie Sie sie so entwickeln, dass sie Entscheidungen im Marketing, Vertrieb, Produktmanagement und in Projekten wirklich verbessern.

Häufige Fehler bei Personas
Häufige Fehler bei Personas

Was sind Personas – kurz erklärt

Personas sind verdichtete, fiktive Profile typischer Nutzer, Kunden oder Stakeholder, basierend auf realen Daten und Mustern.
Sie beschreiben Ziele, Bedürfnisse, Pain Points, Entscheidungsverhalten und Rahmenbedingungen einer klar abgegrenzten Gruppe – nicht „den Durchschnittskunden“.

Gut gemachte Personas helfen Ihnen:


Warum so viele Persona-Projekte scheitern

Viele Persona-Initiativen starten mit hohen Erwartungen und enden als hübsche Poster ohne Wirkung. Typische Symptome:

Die Ursache liegt meist in strukturellen Fehlern: fehlende Datenbasis, unklare Ziele, zu theoretischer Ansatz oder keine Verankerung in Prozessen.


Die häufigsten Fehler bei Personas im Überblick

Typische Fehler bei Personas sind:

  1. Personas ohne oder mit zu wenig Datenbasis
  2. Fokus auf Demografie statt auf Motiven und Aufgaben
  3. Stereotype, Klischees und Wunschbilder
  4. Zu viele Personas und fehlende Fokussierung
  5. Personas ohne Bezug zu Zielen und Strategie
  6. Verwechslung von Buyer Persona und User Persona
  7. Keine Validierung mit echten Nutzern und Kunden
  8. Personas als einmaliges Projekt statt lebendem Artefakt
  9. Fehlende Integration in Prozesse und Entscheidungen
  10. Zu komplexe, unhandliche Persona-Dokumente
  11. Unklare Priorisierung von Pain Points und Jobs-to-be-done
  12. Mangelndes Alignment und fehlende Akzeptanz im Unternehmen

Im Folgenden gehen wir diese Persona-Fehler systematisch durch – inklusive praxisnaher Hinweise, wie Sie sie vermeiden.


1. Personas ohne Datenbasis – Bauchgefühl statt Evidenz

Problem:
Personas werden im Workshop „erfunden“, basierend auf Annahmen, Einzelfällen oder Meinungen lauter Stimmen im Raum.

Risiken:

So vermeiden Sie den Fehler:


2. Fokus auf Demografie statt auf Motiven und Aufgaben

Problem:
Personas beschränken sich auf Alter, Jobtitel, Branche und vielleicht noch Hobbys („spielt gern Tennis“), ohne Bezug zu Entscheidungen oder Nutzungsszenarien.

Konsequenz:
Die Persona wirkt konkret, hilft aber nicht bei Produkt- oder Kommunikationsentscheidungen.

Was wirklich zählt:

Praxis-Tipp:
Formulieren Sie mindestens 3–5 konkrete „Jobs-to-be-done“ je Persona, z. B.:


3. Stereotype und Wunschbilder

Problem:
Personas werden zu Karikaturen („innovationsfreudiger Digital Leader“, „risikoaverser Verwaltungsleiter“) oder zu idealisierten Wunschkunden.

Typische Anzeichen:

Risiken:
Sie optimieren für eine Zielgruppe, die so nicht existiert – und wundern sich über geringe Conversion oder Adoption.

So gehen Sie besser vor:


4. Zu viele Personas und fehlende Fokussierung

Problem:
Jedes Team definiert eigene Personas, am Ende existieren 8–15 Profile – alle theoretisch relevant, praktisch nicht handhabbar.

Folgen:

Empfehlung:


5. Personas ohne Bezug zu Zielen und Strategie

Problem:
Personas werden isoliert erstellt, ohne klaren Bezug zu Unternehmens- oder Bereichszielen.

Typische Fragen, die dann offen bleiben:

Lösung:


6. Verwechslung von Buyer Persona und User Persona

Problem:
In B2B-Kontexten treffen andere Personen die Kaufentscheidung als diejenigen, die später täglich mit der Lösung arbeiten. Viele Teams vermischen diese Rollen.

Risiken:

Besser:


7. Keine Validierung mit echten Nutzern und Kunden

Problem:
Personas werden intern verabschiedet, aber nie mit realen Personen aus der Zielgruppe gespiegelt.

Folgen:

So validieren Sie Personas pragmatisch:


8. Personas als einmaliges Projekt statt lebendem Artefakt

Problem:
Personas werden in einem Workshop erarbeitet, in einer Präsentation dokumentiert – und dann nicht mehr aktualisiert.

Konsequenzen:

Besserer Ansatz:


9. Fehlende Integration in Prozesse und Entscheidungen

Problem:
Personas existieren auf Folien oder in PDFs, sind aber nicht in die täglichen Prozesse integriert.

Typische Anzeichen:

So verankern Sie Personas im Alltag:


10. Zu komplexe, unhandliche Persona-Dokumente

Problem:
Aus gut gemeinter Gründlichkeit entstehen 15-seitige Persona-Dokumente mit zu vielen Details, Geschichten und Grafiken.

Effekt:
Niemand liest sie im Alltag, sie werden nicht genutzt.

Was Sie stattdessen brauchen:

Faustregel:
Wenn eine Person die Persona nicht in 3–5 Minuten verstehen und anwenden kann, ist sie zu komplex.


11. Unklare Priorisierung von Pain Points und Jobs-to-be-done

Problem:
Persona-Dokumente listen viele Bedürfnisse und Probleme auf, aber ohne Gewichtung.

Risiken:

Bessere Vorgehensweise:


12. Mangelndes Alignment und fehlende Akzeptanz im Unternehmen

Problem:
Personas werden von einem Bereich (oft Marketing oder UX) entwickelt, andere Bereiche waren kaum eingebunden.

Konsequenzen:

So schaffen Sie Akzeptanz:


Woran Sie erkennen, dass Ihre bestehenden Personas schlecht sind

Die folgenden Signale deuten darauf hin, dass Ihre Personas überarbeitet werden sollten:

Wenn mehrere dieser Punkte zutreffen, lohnt sich ein strukturiertes Persona-Review.


Wie Sie robuste Personas ohne diese Fehler entwickeln – ein pragmatischer Leitfaden

  1. Ziel und Scope klären
    • Wofür genau brauchen Sie Personas (z. B. neues Produkt, Content-Strategie, Vertriebsfokus)?
    • Welche Entscheidungen sollen sie unterstützen?
  2. Bestehende Daten systematisch nutzen
    • CRM-, Web- und Kampagnendaten
    • Sales- und Support-Feedback
    • Bestehende Marktstudien, NPS, Zufriedenheitsumfragen
  3. Qualitative Einblicke einholen
    • 8–15 strukturierte Interviews mit typischen Personen pro Segment
    • Fokus: Ziele, Hürden, Entscheidungsprozesse, Informationsquellen
  4. Erste Persona-Entwürfe erstellen
    • Pro Segment: 1 Kern-Persona, ggf. 1–2 ergänzende Rollen (Entscheider, User, Influencer)
    • Klarer Fokus auf Jobs-to-be-done und Pain Points, nicht auf Lifestyle-Details
  5. Mit echten Personen validieren
    • Abgleich mit Interviewpartnern oder typischen Kunden
    • Feedback in die Persona-Profile einarbeiten
  6. Personas fokussieren und priorisieren
    • Anzahl begrenzen, Kern-Personas definieren
    • Zuordnung zu Produkten, Services oder Initiativen klären
  7. In Prozesse integrieren
    • Nutzung in Epics, User Stories, Redaktionsplänen, Kampagnenbriefings
    • Schulungen und Guidelines für alle beteiligten Teams
  8. Regelmäßig aktualisieren
    • Mindestens jährliches Review
    • Anpassung bei Marktveränderungen, neuen Segmenten oder strategischen Kurswechseln

Beispiel: Wie Personas Entscheidungen konkret verbessern

Stellen Sie sich vor, Sie planen ein neues Self-Service-Portal für Ihre B2B-Kunden:

So werden Prioritäten nachvollziehbar, Kompromisse transparent und die Umsetzung zielgerichteter.


Fazit Häufige Fehler bei Personas: Bessere Entscheidungen durch bessere Personas

Häufige Fehler bei Personas entstehen nicht aus böser Absicht, sondern aus Zeitdruck, unklaren Zielen oder fehlender Erfahrung mit nutzerzentrierter Arbeit. Das Ergebnis sind Profile, die zwar professionell aussehen, aber im Alltag wenig bewirken.

Wenn Sie:

dann werden Personas zu einem wirkungsvollen Instrument für Strategie, Produkt, Marketing und Vertrieb.

Wenn Sie Ihre bestehenden Personas überprüfen oder ein neues, tragfähiges Persona-Framework aufsetzen möchten, kann ein externer Blick helfen: In vielen Fällen reicht bereits ein fokussierter Workshop, um Klarheit, Akzeptanz und konkrete nächste Schritte zu schaffen – beispielsweise mit Unterstützung der Beraterinnen und Berater von PURE Consultant.

Weitere Einträge