Häufige Fehler bei IT-Services

Häufige Fehler bei IT-Services – IT-Services sind längst kein Unterstützungsbereich mehr, sondern ein zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells. Trotzdem passieren in vielen Unternehmen immer wieder die gleichen Fehler, die Projekte verzögern, Kosten in die Höhe treiben und die Fachabteilungen frustrieren. In diesem Artikel erfahren Sie, welche typischen Stolperfallen es bei IT-Services gibt, warum sie so häufig auftreten und wie Sie ihnen in der Praxis wirksam begegnen.

Häufige Fehler bei IT-Services
Häufige Fehler bei IT-Services

1. Warum professionelle IT-Services heute geschäftskritisch sind

Nahezu alle Prozesse in Unternehmen hängen heute direkt oder indirekt von stabilen IT-Services ab. Wenn das ERP-System hängt, wenn die Kollaborationstools nicht funktionieren oder wenn Daten nicht verfügbar sind, steht im Zweifel der gesamte Betrieb still. Gleichzeitig erwarten Fachbereiche schnelle, flexible und sichere Lösungen, während Budgets und Ressourcen begrenzt bleiben.

Genau an dieser Stelle entscheidet die Qualität der IT-Services über Wettbewerbsfähigkeit:

Weil der Druck hoch ist und viele Organisationen sich im Wandel befinden, schleichen sich typische Fehler besonders leicht ein.


2. Strategische Fehler bei der Planung von IT-Services

2.1 Fehlende oder veraltete IT-Strategie

Viele Unternehmen investieren in neue Anwendungen oder Infrastruktur, ohne diese in eine klare IT-Strategie einzubetten. Die IT reagiert dann vor allem auf Ad-hoc-Anforderungen, statt einen geplanten Weg zu verfolgen.

Typische Symptome:

Was hilft:

2.2 Business und IT sind nicht wirklich verzahnt

Ein klassischer Fehler besteht darin, dass IT und Fachbereiche getrennte Welten bilden. Die IT spricht über Systeme und Tickets, während die Fachabteilung in Prozessen und Ergebnissen denkt.

Folgen:

Gegenmaßnahmen:

2.3 Unrealistische Erwartungen und Budgets

Häufig wünschen sich Fachbereiche maximale Flexibilität, höchste Sicherheit und rund um die Uhr verfügbare Systeme, wollen aber nur ein Minimum an Budget investieren. Die IT versucht dann, mit begrenzten Mitteln Wunder zu vollbringen.

Typische Fehlentwicklungen:

Best Practice:


3. Operative Fehler in Betrieb und Support

3.1 Kein klar definierter Servicekatalog

Viele IT-Abteilungen arbeiten ohne sauber gepflegten Servicekatalog. Anwender wissen dann nicht, was die IT anbietet, wie sie Leistungen beauftragen können oder welche Qualität sie erwarten dürfen.

Typische Probleme:

Was ein guter Servicekatalog enthält:

3.2 Unklare Rollen und Verantwortlichkeiten

Wenn niemand genau weiß, wer für welchen Service verantwortlich ist, eskalieren Probleme schnell. Tickets wandern durch die Organisation, während Anwender auf Lösungen warten.

Ursachen:

Lösungen:

3.3 Schwaches Incident- und Problem-Management

Viele Organisationen bearbeiten Störungen zwar irgendwie, aber ohne strukturiertes Incident- und Problem-Management. Dadurch werden Symptome gelöst, während Ursachen bestehen bleiben.

Typische Fehler:

Empfehlungen:


4. Fehler in Sicherheit und Compliance

4.1 Security nur als Technikprojekt begreifen

Ein weit verbreiteter Fehler ist die Annahme, man könne Sicherheit allein über Firewalls, Virenscanner oder Tools lösen. In der Praxis entstehen die meisten Sicherheitsvorfälle jedoch durch menschliches Verhalten oder fehlende Prozesse.

Risiken:

Besser:

4.2 Fehlendes Patch-, Backup- und Recovery-Konzept

Zahlreiche Unternehmen betreiben kritische Systeme, aber sichern sie nur halbherzig. Updates erfolgen unregelmäßig, Backups sind nicht getestet oder Recovery-Zeiten sind unrealistisch.

Konsequenzen:

Best Practices:


5. Fehler in der Zusammenarbeit mit externen IT-Dienstleistern

5.1 Unklare Verträge und Service Level Agreements (SLAs)

Oft binden Unternehmen externe Dienstleister ein, ohne die Leistungen und Verantwortlichkeiten konkret zu regeln. Solange alles läuft, fällt das kaum auf, doch bei Problemen entstehen schnell Konflikte.

Typische Stolpersteine:

Darauf sollten Sie achten:

5.2 „Blinder“ Outsourcing-Glaube

Manche Unternehmen glauben, sie könnten Verantwortung einfach an den Dienstleister abgeben. In der Realität bleibt die Gesamtverantwortung jedoch immer beim Auftraggeber.

Risiken:

Gegenmaßnahmen:


6. Menschliche Faktoren und Kommunikation

6.1 Fehlendes Change Management

Technisch saubere Lösungen scheitern häufig, weil die Organisation nicht mitgenommen wird. Wenn Anwender keinen Sinn erkennen oder Prozesse sich stillschweigend ändern, lehnen sie neue Services eher ab.

Typische Fehler:

Was funktioniert besser:

6.2 Mangelnde Schulung und Unterstützung der Anwender

Selbst der beste IT-Service bringt wenig, wenn die Anwender nicht wissen, wie sie ihn sinnvoll nutzen. Viele Unternehmen sparen ausgerechnet an Schulung und Supportmaterial.

Folgen:

Konkrete Hebel:


7. Wie Sie IT-Services professionell aufsetzen – Best Practices

Um häufige Fehler konsequent zu vermeiden, lohnt sich ein systematischer Ansatz. Die folgenden Maßnahmen bilden einen praxistauglichen Rahmen:

7.1 Governance und Strategie stärken

7.2 Service-Management-Prozesse etablieren

7.3 Sicherheit und Resilienz verankern

7.4 Zusammenarbeit und Kommunikation verbessern

7.5 Kontinuierliche Verbesserung leben


8. Fazit Häufige Fehler bei IT-Services: Professionelle IT-Services sind ein Dauerlauf, kein Sprint

Häufige Fehler bei IT-Services entstehen selten aus fehlendem Wissen, sondern aus Zeitdruck, Silodenken und mangelnder Abstimmung. Wer IT-Services als kontinuierlichen Managementprozess versteht, reduziert nicht nur Störungen und Risiken, sondern stärkt auch das Vertrauen der Fachbereiche in die IT.

Wenn Sie Ihre IT-Services systematisch planen, transparent organisieren und konsequent weiterentwickeln, entsteht genau der Effekt, den moderne Unternehmen benötigen: Die IT wird vom reinen Kostenfaktor zum strategischen Partner, der messbar zum Geschäftserfolg beiträgt.

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