Typische Stakeholder-Fehler in Projekten

Typische Stakeholder-Fehler in Projekten – Stakeholder-Management entscheidet in vielen Projekten darüber, ob ein Vorhaben wirklich erfolgreich ist – oder ob es trotz guter Facharbeit politisch scheitert. Dennoch behandeln viele Teams Stakeholder eher „nebenbei“, weil sie sich auf Termine, Budgets und Inhalte konzentrieren. Genau hier entstehen typische Fehler, die später viel Zeit, Geld und Glaubwürdigkeit kosten.

In diesem Artikel lesen Sie, welche Stakeholder-Fehler in Projekten besonders häufig auftreten, woran Sie sie früh erkennen und wie Sie sie pragmatisch vermeiden.

Typische Stakeholder-Fehler in Projekten
Typische Stakeholder-Fehler in Projekten

1. Was sind Stakeholder – und warum sind sie so entscheidend?

Stakeholder sind alle Personen oder Gruppen, die ein berechtigtes Interesse am Projekt haben, die es beeinflussen können oder von den Ergebnissen betroffen sind. Dazu gehören nicht nur Auftraggeber, Kunden und Nutzer, sondern zum Beispiel auch:

In der Praxis scheitern Projekte oft nicht an der Technik, sondern an Erwartungen, Machtkonstellationen und Kommunikation. Wer Stakeholder zu spät oder nur oberflächlich einbindet, riskiert Widerstände, Verzögerungen und verdeckte Blockaden.


2. Typische Stakeholder-Fehler im Überblick

Im Folgenden finden Sie die häufigsten Stolperfallen im Stakeholder-Management – inklusive praktischer Hinweise, wie Sie diese im Projektalltag entschärfen.

2.1 Stakeholder zu spät identifiziert

Viele Projekte starten „einfach los“, weil der Zeitdruck hoch ist und das Team schnell liefern möchte. Erst wenn erste Entscheidungen getroffen sind, fällt auf, dass wichtige Stakeholder gar nicht eingebunden wurden.

Typische Symptome

Folgen für das Projekt

So vermeiden Sie den Fehler


2.2 Unvollständige oder oberflächliche Stakeholder-Analyse

Viele Teams listen Stakeholder zwar auf, aber sie analysieren kaum, wie stark diese Gruppen das Projekt beeinflussen und was sie wirklich brauchen. Dadurch planen sie Kommunikation und Einbindung oft „über einen Kamm“.

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So vermeiden Sie den Fehler

Nutzen Sie einfache Analysemethoden, zum Beispiel:

Planen Sie auf dieser Basis gezielt, wer welche Information in welcher Tiefe braucht.


2.3 Erwartungen nicht aktiv gemanagt

Wenn Projektziele vage bleiben, füllen Stakeholder die Lücken automatisch mit eigenen Vorstellungen. Dadurch entsteht eine gefährliche Diskrepanz zwischen dem, was geliefert werden soll, und dem, was verschiedene Gruppen stillschweigend erwarten.

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2.4 Kommunikation unsystematisch oder einseitig

Viele Projektteams kommunizieren vor allem „nach oben“ zum Sponsor, während andere Stakeholder nur sporadisch oder zufällig informiert werden. Dadurch entstehen Gerüchte, Missverständnisse und unnötige Konflikte.

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2.5 Macht und Einfluss unterschätzt

In vielen Organisationen gibt es Personen, die keinen offiziellen Titel tragen, aber faktisch viel Macht besitzen. Wer diese informellen Führungskräfte ignoriert, kämpft oft gegen unsichtbare Widerstände.

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2.6 Schwierige Stakeholder gemieden oder „abgestraft“

Kritische oder laute Stakeholder gelten oft als „Störer“. Manche Projektleiter meiden sie, andere versuchen, sie aus Entscheidungen herauszuhalten. Dadurch verschärfen sie Konflikte, statt sie konstruktiv zu nutzen.

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2.7 Kein klares Stakeholder-Ownership im Projektteam

Oft kümmert sich „irgendwie jeder“ und am Ende fühlt sich doch niemand verantwortlich. Dadurch bleiben Hinweise liegen, und wichtige Gespräche finden nicht statt.

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2.8 Stakeholder-Management nicht im Risikomanagement verankert

Viele Risikolisten enthalten vor allem fachliche, technische oder terminliche Risiken. Politische oder personale Risiken tauchen dagegen kaum auf, obwohl sie oft entscheidend sind.

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2.9 Projekterfolg nur technisch gemessen, nicht politisch

Viele Projekte gelten fachlich als Erfolg, aber im Unternehmen spricht man trotzdem schlecht darüber. Das liegt häufig daran, dass Erfolg ausschließlich an Zeit, Budget und fachlichen Ergebnissen gemessen wird.

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3. Best Practices für professionelles Stakeholder-Management

Nachdem Sie die typischen Fehler kennen, lohnt sich der Blick auf ein pragmatisches Vorgehen. Es muss nicht kompliziert sein, aber es braucht Konsequenz.

3.1 Ein einfaches Vorgehensmodell in fünf Schritten

  1. Stakeholder identifizieren
    • Wer ist betroffen, wer entscheidet, wer beeinflusst, wer informiert werden sollte?
  2. Stakeholder analysieren
    • Interesse, Einfluss, Haltung (unterstützend, neutral, kritisch) bestimmen
    • Zentrale Motive, Sorgen und Erwartungen verstehen
  3. Ziele und Strategie festlegen
    • Für jede Gruppe klären: Was wollen wir erreichen?
    • Haltung und Kommunikation darauf ausrichten
  4. Maßnahmen planen und umsetzen
    • Geeignete Formate definieren: Workshops, Lenkungskreise, 1:1-Gespräche, Newsletter, Demos
    • Verantwortung im Projektteam klar zuordnen
  5. Laufend beobachten und anpassen
    • Stimmungen und Dynamiken regelmäßig überprüfen
    • Strategie und Maßnahmen anpassen, wenn sich Machtverhältnisse oder Prioritäten ändern

3.2 Konkrete Tipps für den Projektalltag


4. Fazit Typische Stakeholder-Fehler in Projekten: Stakeholder-Management ist kein „Nice-to-have“

Stakeholder-Management entscheidet nicht nur über Akzeptanz, sondern sehr direkt über Geschwindigkeit, Qualität und Nachhaltigkeit von Projekten. Sie können noch so exzellent planen und entwickeln – wenn wichtige Gruppen nicht mitgehen, gerät das Projekt ins Straucheln.

Wer typische Fehler kennt und bewusst vermeidet, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Projekte fachlich überzeugen und organisatorisch tragen. Beginnen Sie mit einfachen Schritten: Machen Sie Stakeholder sichtbar, reden Sie systematisch mit ihnen und integrieren Sie ihre Perspektive in Entscheidungen.

So entwickeln Sie nach und nach genau das Stakeholder-Management, das erfolgreiche Projekte von reinen „Papiererfolgen“ unterscheidet.


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