Personas vs. Zielgruppen

Personas vs. Zielgruppen – Personas und Zielgruppen werden in vielen Unternehmen synonym verwendet – mit spürbaren Folgen: unklare Entscheidungen, verpuffende Maßnahmen, frustrierte Projektteams. Wer beides sauber trennt und richtig einsetzt, gewinnt Klarheit in Strategie, Kommunikation, Produktentwicklung und Change-Projekten.
In diesem Artikel erfahren Sie, was Zielgruppen und Personas genau sind, worin sich beide unterscheiden, wie Sie beides Schritt für Schritt erstellen – und wie Sie Personas vs. Zielgruppen in Projekten so kombinieren, dass daraus messbarer Mehrwert entsteht.

Personas vs. Zielgruppen
Personas vs. Zielgruppen

Warum der Unterschied zwischen Personas und Zielgruppen so entscheidend ist

Ob Digitalisierungsvorhaben, neue Software, Change-Projekt oder Produktlaunch: Fast jede Maßnahme richtet sich an Menschen – mit unterschiedlichen Rollen, Bedürfnissen, Ängsten und Entscheidungslogiken.

Wenn hier nur grobe Zielgruppenbeschreibungen existieren, bleiben wichtige Fragen offen:

Personas helfen, diese Lücke zu schließen. Sie schärfen den Blick auf konkrete Vertreter einer Zielgruppe. Zielgruppen geben den Rahmen, Personas machen ihn greifbar. Beides zusammen liefert eine solide Grundlage für:


Was ist eine Zielgruppe?

Kurzdefinition:
Eine Zielgruppe ist eine klar abgrenzbare Gruppe von Personen oder Organisationen mit ähnlichen Merkmalen, Bedürfnissen oder Verhaltensweisen, die ein Unternehmen mit bestimmten Angeboten ansprechen möchte.

Typische Merkmale von Zielgruppen im B2B-Umfeld sind zum Beispiel:

Beispiel für eine B2B-Zielgruppe:
„IT-Leiter und CIOs in mittelständischen Produktionsunternehmen in der DACH-Region mit 250–1.000 Mitarbeitenden, die vor einer ERP-Modernisierung stehen.“

Zielgruppen werden vor allem genutzt für:


Was ist eine Persona?

Kurzdefinition:
Eine Persona ist ein fiktiver, aber datenbasiert beschriebener Prototyp eines typischen Vertreters einer Zielgruppe – mit Namen, Biografie, Zielen, Motiven, Hürden und realistischen Verhaltensmustern.

Eine Persona verdichtet qualitative und quantitative Erkenntnisse zu einer greifbaren Figur. Sie beantwortet Fragen wie:

Typische Bestandteile einer Persona:

Beispiel einer Persona im Projektkontext:

Personas werden v. a. genutzt für:


Personas vs. Zielgruppen: die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick

Kurzantwort:
Zielgruppen beschreiben „wer in etwa“, Personas beschreiben „wer genau und wie tickt diese Person“.

Wesentliche Unterschiede:


Wann reichen Zielgruppen – und wann brauchen Sie Personas?

Zielgruppen reichen oft aus, wenn …

Personas sind zwingend nötig, wenn …

Praxisregel:
Je stärker eine Maßnahme Verhaltensänderung, Akzeptanz und aktives Mitarbeiten verlangt, desto wichtiger sind detaillierte Personas.


Häufige Missverständnisse und Fehler bei Personas und Zielgruppen

In vielen Unternehmen kursieren „Personas“ und „Zielbilder“, die in der Praxis kaum helfen. Typische Fehler sind:

Wer Personas vs. Zielgruppen sauber trennt und beides auf belastbare Daten stützt, vermeidet diese typischen Stolpersteine.


Schritt-für-Schritt: Zielgruppen klar definieren

1. Kontext und Ziel klären

2. Relevante Kriterien festlegen

Im B2B-Kontext bewährt sich eine Kombination aus:

3. Datenquellen nutzen

4. Zielgruppensegmente bilden

5. Fokus definieren

Damit haben Sie einen belastbaren Rahmen, auf dem Sie Personas aufbauen können.


Schritt-für-Schritt: Personas entwickeln, die in Projekten wirklich helfen

1. Zielgruppe wählen und Persona-Fokus festlegen

2. Relevante Stakeholder identifizieren

Oft ergeben sich daraus 2–4 Kern-Personas (z. B. Management, Projektleitung, Key User, IT).

3. Daten sammeln

Ziel: echte Zitate, typische Situationen, wiederkehrende Muster – keine Wunschbilder.

4. Persona-Profile strukturieren

Für jede Persona:

5. Entscheidungslogik und Journey skizzieren

6. Validierung mit echten Personen

7. Nutzung im Tagesgeschäft sichern


Praxisbeispiel: Von der Zielgruppe zur Persona in einem B2B-Projekt

Ausgangslage:
Ein Unternehmen plant die Einführung eines neuen Projektmanagement-Tools im Konzern.

Zielgruppe:
„Projektleiter und Teamleiter in internationalen mittelständischen Unternehmen (500–5.000 Mitarbeitende) mit hoher Projektlast und heterogenen IT-Systemen.“

Aus dieser Zielgruppe werden drei zentrale Personas abgeleitet:

  1. „Stefan Müller, 46, Programm-Manager“
    • Fokus: Steuerbarkeit des Gesamtportfolios, Reporting an Vorstand
    • Bedarf: Transparente Kennzahlen, standardisierte Methoden, wenig Zusatzaufwand
  2. „Laura König, 38, Projektleiterin IT-Einführung“
    • Fokus: Termine, Ressourcen, Zusammenarbeit mit Fachbereichen
    • Bedarf: pragmatische Tools, klare Verantwortlichkeiten, wenig Bürokratie
  3. „Ahmed Yilmaz, 34, Teamleiter Entwicklung“
    • Fokus: Priorisierung, realistische Planung, minimale Störungen im Tagesgeschäft
    • Bedarf: einfache Bedienung, Integration in bestehende Tools, klare Kommunikation

Konkreter Nutzen im Projekt:

Ohne Personas wäre die Einführung vermutlich „für alle gleich“ geplant – und würde bei wichtigen Gruppen vorbeilaufen.


Wie viele Zielgruppen und Personas sind sinnvoll?

Zielgruppen:

Personas:

Wichtig: Personas dürfen sich überschneiden, solange klar ist, welchen Fokus jede Persona hat (z. B. „Budgetverantwortung“, „tägliche Nutzung“, „IT-Betrieb“).


Personas und Zielgruppen im Projektalltag nutzen

Damit Personas vs. Zielgruppen echte Wirkung entfalten, müssen sie in Entscheidungen und Abläufe eingebaut werden.

Typische Einsatzbereiche:


Checkliste: Erkennen, ob Ihre Personas und Zielgruppen gut definiert sind

Beantworten Sie für Ihr aktuelles Projekt oder Produkt folgende Fragen:

  1. Zielgruppen
    • Sind Branche, Unternehmensgröße, Region und Reifegrad klar beschrieben?
    • Können alle Beteiligten Ihre Kernzielgruppe in 1–2 Sätzen konsistent benennen?
  2. Personas
    • Haben Ihre Personas Namen, Rollen, Ziele, Pain Points und Entscheidungslogik?
    • basieren sie auf echten Daten (Interviews, Projekterfahrung), nicht nur auf Annahmen?
    • sind es maximal 2–5 Kern-Personas, die regelmäßig genutzt werden?
  3. Nutzung
    • tauchen Personas und Zielgruppen sichtbar in Präsentationen, Backlogs, Journeys, Kommunikationsplänen auf?
    • wird bei wichtigen Entscheidungen mindestens eine Frage gestellt wie: „Was würde Persona X dazu sagen?“
  4. Aktualität
    • wurden Personas und Zielgruppen in den letzten 12–24 Monaten überprüft?
    • fließen neue Erfahrungen aus Projekten und Kundenkontakten ein?

Wenn Sie hier mehrfach zögern oder mit „nein“ antworten, steckt in „Personas vs. Zielgruppen“ wahrscheinlich ungenutztes Potenzial.


Fazit: Personas vs. Zielgruppen sinnvoll kombinieren

Zielgruppen geben die strategische Richtung vor: In welchen Märkten, Branchen und Organisationstypen wollen wir mit welchen Angeboten erfolgreich sein?

Personas machen diese Zielgruppen greifbar: Sie übersetzen abstrakte Segmente in konkrete Menschen mit Zielen, Ängsten, Entscheidungswegen und Konflikten. Gerade in komplexen B2B-Umgebungen mit vielen Stakeholdern entscheidet diese Klarheit darüber, ob Projekte akzeptiert werden, Produkte genutzt und Veränderungen mitgetragen werden.

Wer Personas vs. Zielgruppen bewusst kombiniert, erzielt:

Wenn Sie Ihre bestehenden Zielgruppen schärfen, belastbare Personas entwickeln oder beides in laufende Projekte integrieren möchten, kann ein externer Blick helfen. Erfahrene Berater wie die PURE Consultant unterstützen dabei, aus „wir sollten mal Personas machen“ einen pragmatischen, wirkungsvollen Ansatz zu formen, der sich im Projektalltag bewährt – von der Zieldefinition bis zur nachhaltigen Verankerung.

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