Häufige ITSM-Fehler

Häufige ITSM-Fehler – IT Service Management (ITSM) ist längst kein reines IT-Thema mehr, sondern beeinflusst direkt Kundenzufriedenheit, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit. Trotzdem stolpern viele Unternehmen immer wieder über die gleichen Fallstricke – mit hohen Kosten, frustrierten Teams und unzufriedenen Anwendern als Ergebnis.

In diesem Artikel schauen wir uns typische ITSM-Fehler im Detail an und zeigen, wie Sie diese pragmatisch vermeiden. So stärken Sie nicht nur Ihre IT, sondern auch das Vertrauen Ihrer internen und externen Kunden.

Häufige ITSM-Fehler
Häufige ITSM-Fehler

1. Was gutes ITSM eigentlich ausmacht

Bevor wir über Fehler sprechen, lohnt sich ein kurzer Blick darauf, was professionelles ITSM kennzeichnet und warum es heute so wichtig ist.

ITSM beschreibt alle Maßnahmen, Prozesse und Rollen, mit denen ein Unternehmen seine IT-Services plant, bereitstellt, betreibt und kontinuierlich verbessert. Im Kern geht es darum, IT als Service für das Business zu verstehen – nicht als Selbstzweck.

Typische Ziele sind:

Wenn diese Grundpfeiler fehlen, entstehen genau die Probleme, über die sich Anwender täglich beklagen: lange Reaktionszeiten, unklare Zuständigkeiten und eine IT, die „immer nur bremst“.


2. Warum ITSM-Initiativen häufig scheitern

Viele Organisationen starten durchaus ambitioniert in ihre ITSM-Reise, doch nach einiger Zeit versanden die Initiativen oder sie erzeugen mehr Bürokratie als Nutzen. Die Ursachen sind fast immer ähnlich, denn sie liegen nur selten in den Tools, sondern meist in Strategie, Organisation und Kultur.

Typische Muster:

Schauen wir uns daher die häufigsten konkreten Fehler an – und was Sie aktiv dagegen tun können.


3. Die häufigsten ITSM-Fehler im Überblick

3.1 Fehler #1: ITSM ohne klares Zielbild starten

Viele ITSM-Programme beginnen mit der Einführung eines Tools oder eines Frameworks, aber ohne wirklich greifbares Zielbild. Dann entstehen endlose Diskussionen über Prozessmodelle, während das Business kaum Verbesserungen spürt.

Symptome:

Besser machen:

So entsteht Orientierung, und alle Beteiligten arbeiten auf ein gemeinsames Ergebnis hin.


3.2 Fehler #2: Tools über Prozesse und Menschen stellen

Ein sehr verbreiteter Fehler besteht darin, zuerst ein mächtiges ITSM-Tool auszuwählen und erst danach über Prozesse, Rollen und Governance nachzudenken. Dadurch dominiert das Tool die Diskussion, während die eigentlichen Bedürfnisse in den Hintergrund rücken.

Symptome:

Besser machen:

  1. Prozesse zuerst: Definieren Sie auf hohem Niveau, wie Sie arbeiten wollen (z. B. Incident-Flow, Freigabeketten, Eskalationswege).
  2. Rollen und Verantwortlichkeiten klären: Wer entscheidet was, und wie greifen die Teams ineinander?
  3. Toolauswahl darauf ausrichten: Wählen Sie ein Werkzeug, das Ihre Prozesse unterstützt – nicht andersherum.
  4. Schrittweise konfigurieren: Starten Sie schlank, testen Sie mit Pilotgruppen und verbessern Sie iterativ.

Damit bleibt die IT Herr des Verfahrens, statt sich dem Tool zu unterwerfen.


3.3 Fehler #3: ITSM als reines IT-Projekt verankern

Wenn ITSM allein in der IT „versteckt“ bleibt, entsteht ein technokratischer Ansatz, der an den Bedürfnissen der Fachbereiche vorbeigeht. Die Folgen sind Widerstand, fehlende Akzeptanz und ein ITSM, das zwar formal existiert, aber kaum gelebt wird.

Symptome:

Besser machen:

So entsteht ein Miteinander, bei dem ITSM die Brücke zwischen Technik und Business bildet.


3.4 Fehler #4: Frameworks dogmatisch anwenden

ITIL, COBIT und andere Frameworks bieten wertvolle Orientierung, doch sie sind explizit keine „Pflichtlektüre“, die man kompromisslos umsetzen muss. Wer Prozesse 1:1 aus dem Lehrbuch übernimmt, produziert häufig Overhead und frustriert die Teams.

Symptome:

Besser machen:

Prinzip: „So wenig Prozess wie möglich, so viel wie nötig.“


3.5 Fehler #5: Unklare Rollen, Verantwortlichkeiten und Schnittstellen

Ein sauber definiertes Rollenmodell ist ein Kernbestandteil erfolgreichen ITSMs, denn ohne klare Zuständigkeiten bleiben Tickets liegen, Entscheidungen verzögern sich und Konflikte eskalieren unnötig.

Symptome:

Besser machen:

Wenn alle wissen, was sie zu tun haben und wofür sie Verantwortung tragen, steigen Tempo und Qualität deutlich.


3.6 Fehler #6: Anwender-Experience und Kommunikation unterschätzen

Technisch saubere Prozesse reichen nicht, wenn Anwender das Angebot nicht verstehen oder als umständlich empfinden. ITSM muss sich an der Nutzererfahrung messen lassen, denn diese prägt das Bild der gesamten IT.

Symptome:

Besser machen:

So entsteht eine IT, die als Partner wahrgenommen wird – nicht als Black Box.


3.7 Fehler #7: Keine oder falsche Kennzahlen

Ohne Kennzahlen wird ITSM schnell zum Blindflug, aber falsche oder einseitige Kennzahlen können ebenso schaden. Wer nur auf Ticketzahlen starrt, übersieht oft Qualität, Zufriedenheit und Business-Impact.

Symptome:

Besser machen:

So wird ITSM messbar, und Verbesserungen lassen sich objektiv belegen.


3.8 Fehler #8: Keine konsequente Ursachenanalyse (Problem Management vernachlässigen)

Viele Organisationen arbeiten im Dauer-Feuerwehrmodus: Incidents werden zwar abgearbeitet, aber die eigentlichen Ursachen bleiben unangetastet. Dadurch steigen Ticketzahlen langfristig, und die IT brennt personell aus.

Symptome:

Besser machen:

Damit sinkt die Störungsdichte schrittweise, und die IT gewinnt Luft für strategischere Aufgaben.


3.9 Fehler #9: Change Management als reine Bürokratie verstehen

Change Management soll Risiken minimieren und gleichzeitig notwendige Änderungen ermöglichen. Wenn es jedoch nur als Kontrollinstanz wahrgenommen wird, blockiert es Innovation und treibt Teams in Schattenprozesse.

Symptome:

Besser machen:

Wenn Change Management als Enabler statt als Blockierer agiert, entsteht Raum für Innovation und Stabilität gleichermaßen.


3.10 Fehler #10: Kulturelle Aspekte und Change Management ignorieren

ITSM ist immer auch ein Kulturthema, denn es verändert Arbeitsweisen, Verantwortlichkeiten und die Zusammenarbeit zwischen IT und Fachbereichen. Wer diesen Aspekt ausblendet, scheitert trotz guter Konzepte.

Symptome:

Besser machen:

So entsteht schrittweise eine Servicekultur, in der ITSM nicht als Zwang, sondern als Unterstützung wahrgenommen wird.


4. Praxistipps für nachhaltigen ITSM-Erfolg

Damit Ihr ITSM nicht im Tagesgeschäft untergeht, helfen einige pragmatische Grundsätze, die sich in vielen Organisationen bewährt haben.

4.1 Klein starten, konsequent verbessern

4.2 Transparenz vor Perfektion

4.3 ITSM mit anderen Initiativen verzahnen

ITSM steht selten allein, sondern hängt eng mit Themen wie Informationssicherheit, Compliance, DevOps und Cloud-Governance zusammen. Wer diese Stränge verbindet, vermeidet Doppelarbeit und Brüche.


5. Fazit Häufige ITSM-Fehler: ITSM-Fehler erkennen – und als Chance nutzen

Fehler im IT Service Management lassen sich nie komplett vermeiden, doch sie lassen sich früh erkennen und gezielt adressieren. Entscheidend ist, dass Sie ITSM nicht als starres Regelwerk verstehen, sondern als lebendiges System, das sich gemeinsam mit Ihrem Unternehmen weiterentwickelt.

Wenn Sie

dann wird ITSM vom Pflichtprogramm zum echten Wettbewerbsvorteil. Nutzen Sie typische Stolpersteine bewusst als Lernchancen, und Sie schaffen eine IT, die verlässlich liefert und gleichzeitig Raum für Innovation lässt.

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