Riemann-Thomann-Modell vs. DISG – Wer in Projekten, Change-Vorhaben oder Führungssituationen arbeitet, kommt an Persönlichkeitsmodellen kaum vorbei. Häufig fallen dabei zwei Namen: das Riemann-Thomann-Modell und das DISG-Modell. Beide versprechen mehr Verständnis für Verhalten, Kommunikation und Zusammenarbeit – funktionieren aber nach unterschiedlichen Logiken und eignen sich für verschiedene Einsatzszenarien.
In diesem Beitrag erfahren Sie kompakt und praxisnah, wie beide Modelle aufgebaut sind, worin sie sich unterscheiden, welche Stärken und Grenzen sie haben – und wie Sie entscheiden, welches Modell für Ihr Team, Ihr Projekt oder Ihre Organisation sinnvoller ist.

Kurzüberblick: Was beschreiben Riemann-Thomann und DISG?
Riemann-Thomann-Modell – Kurzdefinition
Das Riemann-Thomann-Modell beschreibt typische Verhaltens- und Beziehungsmuster von Menschen entlang von vier Grundausrichtungen: Nähe, Distanz, Dauer und Wechsel. Es wird vor allem genutzt, um Konflikte, Spannungen und unterschiedliche Beziehungsbedürfnisse zu verstehen.
DISG-Modell – Kurzdefinition
Das DISG-Modell ordnet beobachtbares Verhalten vier Grundstilen zu: Dominant, Initiativ, Stetig und Gewissenhaft. Es dient primär dazu, Kommunikations- und Arbeitsstile greifbar zu machen und Zusammenarbeit sowie Führung situativ anzupassen.
Grundlagen: Herkunft und theoretischer Hintergrund
Riemann-Thomann-Modell – psychodynamische Wurzeln
- Ursprung in Fritz Riemanns Werk „Grundformen der Angst“ (1961)
- Weiterentwicklung und „Entpathologisierung“ durch Christoph Thomann
- Fokus:
- Umgang mit Nähe & Distanz (Raumdimension)
- Umgang mit Dauer & Wechsel (Zeitdimension)
- Typische Anwendungsfelder:
- Mediation und Konfliktklärung
- Paar- und Teamberatung
- Coaching und Supervision
- Reflexion von Beziehungsmustern in Organisationen
Das Modell ist damit weniger ein Typentest, sondern eher ein Orientierungsraum für typische Spannungsfelder in Beziehungen.
DISG – verhaltensorientiertes Modell
- Wurzeln in der Arbeit von William Moulton Marston (DISC-Theorie)
- Im deutschsprachigen Raum als DISG verbreitet, oft mit lizenzbasierten Tests
- Fokus:
- beobachtbares Verhalten
- bevorzugte Arbeits- und Kommunikationsstile
- Typische Anwendungsfelder:
- Führungskräfteentwicklung
- Vertrieb und Kundenkommunikation
- Teamentwicklung und Rollenklärung
- Self-Assessment in Trainings
DISG ist deutlich diagnostischer angelegt und stark auf unmittelbare Verhaltensumsetzung ausgerichtet.
Die Logik des Riemann-Thomann-Modells
Die vier Grundausrichtungen
Das Riemann-Thomann-Modell arbeitet mit zwei Spannungsachsen:
- Nähe ↔ Distanz (Raum)
- Nähe: Bedürfnis nach Verbundenheit, emotionalem Austausch, Zugehörigkeit
- Distanz: Bedürfnis nach Autonomie, Klarheit, sachlicher Abgrenzung
- Dauer ↔ Wechsel (Zeit)
- Dauer: Bedürfnis nach Stabilität, Verlässlichkeit, Strukturen
- Wechsel: Bedürfnis nach Veränderung, Impulsen, Flexibilität
Jede Person bewegt sich in diesem vierfeldrigen Koordinatensystem und entwickelt ein mehr oder weniger ausgeprägtes „Heimatgebiet“ – also eine bevorzugte Kombination, z. B.:
- Nähe + Dauer: verbindlich, fürsorglich, harmonieorientiert
- Nähe + Wechsel: spontan, kontaktfreudig, begeisterungsfähig
- Distanz + Dauer: sachlich, strukturiert, pflichtbewusst
- Distanz + Wechsel: analytisch, unabhängig, experimentierfreudig
Wichtig: Das Modell will Menschen nicht in Schubladen stecken, sondern Beziehungsdynamiken und Konfliktmuster verständlich machen.
Typische Fragen, bei denen das Riemann-Thomann-Modell hilft
- Warum empfindet ein Teammitglied intensive Zusammenarbeit als belastend, ein anderes als motivierend?
- Warum prallen „Sicherheitsliebende“ und „Veränderungsfreudige“ in Projekten so heftig aufeinander?
- Wie werden Kommunikationsstile in Konflikten von Nähe-/Distanz-Bedürfnissen geprägt?
- Welche unausgesprochenen Erwartungen bestehen an Führung (z. B. Halt vs. Freiraum)?
Das Modell ist damit besonders wertvoll, wenn es um tieferliegende Motive, Ängste und Bedürfnisse in Zusammenarbeit geht.
Die Logik des DISG-Modells
Die vier DISG-Verhaltensstile
DISG segmentiert Verhalten anhand zweier Dimensionen (Aufgaben-/Menschenorientierung und Tempo), woraus sich vier Grundstile ergeben:
- D – Dominant
- zielorientiert, durchsetzungsstark, direkt
- Fokus auf Ergebnisse, Entscheidungen, Tempo
- I – Initiativ
- kontaktfreudig, begeisterungsfähig, kommunikativ
- Fokus auf Menschen, Inspiration, Einfluss
- S – Stetig
- teamorientiert, geduldig, loyal
- Fokus auf Stabilität, Harmonie, Zusammenarbeit
- G – Gewissenhaft
- analytisch, qualitätsorientiert, genau
- Fokus auf Fakten, Perfektion, Planung
In vielen Ansätzen werden Ausprägungen gemessen (z. B. „hohes D, mittleres I, niedriges S, hohes G“) und grafisch aufbereitet.
Typische Fragen, bei denen DISG unterstützt
- Wie passe ich meinen Kommunikationsstil an unterschiedliche Mitarbeitende oder Kunden an?
- Welche Aufgaben passen zu welchen Persönlichkeitsstilen?
- Wie gestalte ich ein Vertriebsgespräch mit eher dominanten oder eher gewissenhaften Kund:innen?
- Wie besetze ich Rollen im Projektteam passend zu Stärken und Präferenzen?
DISG eignet sich besonders für schnelle, pragmatische Ableitungen im Führungs- und Kommunikationsalltag.
Riemann-Thomann-Modell vs. DISG: Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Gemeinsamkeiten
Beide Modelle…
- bieten einfache, eingängige Grundkategorien, die schnell verstanden werden
- liefern eine gemeinsame Sprache für Verhalten und Zusammenarbeit
- fördern Selbstreflexion und Perspektivwechsel („So wirke ich auf andere“, „So tickt mein Gegenüber“)
- sind in Trainings und Workshops weit verbreitet (Führung, Team, Kommunikation)
Zentrale Unterschiede im Überblick
1. Theoretischer Fokus
- Riemann-Thomann:
- Beziehungsmuster, Ängste, Grundbedürfnisse
- starke Wurzeln in Psychotherapie und Konfliktarbeit
- DISG:
- beobachtbares Verhalten, Kommunikations- und Arbeitsstil
- stark verhaltensorientiert, „businessnah“
2. Tiefe vs. Pragmatismus
- Riemann-Thomann:
- geeignet für tiefergehende Konflikt- und Beziehungsarbeit
- höherer Reflexionsanspruch, weniger „Testorientierung“
- DISG:
- sehr zugänglich, stark standardisierte Instrumente
- schnelle Übertragung in Alltagssituationen (Führung, Vertrieb)
3. Umgang mit Typisierung
- Riemann-Thomann:
- betont, dass es kein starres Typensystem ist
- versteht Persönlichkeitsausrichtungen als dynamische Reaktionsweisen
- DISG:
- arbeitet offen mit Typprofilen
- Gefahr von Etikettierung („Der ist halt ein D-Typ“) – wenn schlecht moderiert
4. Einsatzschwerpunkte
- Riemann-Thomann:
- Teamentwicklung mit Fokus auf Konflikten und Spannungen
- Change und Kulturthemen
- Coaching, Supervision, Mediation
- DISG:
- Führungskräftetrainings
- Vertrieb, Kundenkommunikation
- Basis-Workshops zu „Kommunikation & Persönlichkeit“
Wann eignet sich welches Modell? | Praxisorientierte Entscheidungshilfe
Typische Anwendungsszenarien für das Riemann-Thomann-Modell
Riemann-Thomann ist besonders sinnvoll, wenn Sie…
- anhaltende Konflikte oder Spannungen in Teams oder Bereichen haben
- Beziehungsdynamiken verstehen wollen, z. B.:
- „Wir reden aneinander vorbei, obwohl alle dasselbe wollen“
- „Zwischen zwei Bereichen knirscht es seit Jahren“
- in Change-Projekten mit unterschiedlichen Sicherheits- und Veränderungsbedürfnissen umgehen müssen
- in Coaching-, Supervisions- oder Mediationskontexten arbeiten
Beispiele:
- Ein Projektteam zerreißt sich zwischen „Wir brauchen endlich Entscheidungen“ (Wechsel, Distanz) und „Wir müssen erst alle mitnehmen“ (Nähe, Dauer).
- Eine Führungskraft wird von einigen Mitarbeitenden als „zu nah, zu fürsorglich“ erlebt, von anderen als „endlich mal menschlich“.
Hier hilft Riemann-Thomann, diese Unterschiedlichkeit nicht als persönliches Versagen, sondern als Ausdruck legitimer Grundbedürfnisse zu verstehen.
Typische Anwendungsszenarien für das DISG-Modell
DISG ist besonders sinnvoll, wenn Sie…
- Führungskräfte entwickeln, die Kommunikation und Delegation verbessern sollen
- Vertriebsteams unterstützen, Kundentypen besser einzuschätzen und anzusprechen
- gemischte Teams schnell für unterschiedliche Arbeitsstile sensibilisieren wollen
- einen niedrigschwelligen Einstieg in das Thema Persönlichkeit und Verhalten suchen
Beispiele:
- Eine Führungskraft lernt, einem eher gewissenhaften Mitarbeitenden mehr Fakten und Zeit zur Analyse zu geben, während sie mit einem dominanten Mitarbeitenden direkter und ergebnisorientierter kommuniziert.
- Ein Sales-Team übt, wie man Präsentationen für eher „dominante“ Entscheider (kurz, ergebnisorientiert) versus „stetige“ Stakeholder (mit Fokus auf Sicherheit und Umsetzung) aufbaut.
DISG ermöglicht hier konkrete Verhaltensableitungen in kurzer Zeit.
Stärken und Grenzen beider Modelle
Stärken des Riemann-Thomann-Modells
- Sehr gut geeignet, um Konflikte zu entdramatisieren („Wir reagieren unterschiedlich, weil wir Unterschiedliches brauchen“)
- Hilft, eigene Muster und Trigger zu erkennen
- Schafft ein tieferes Verständnis dafür, wie Beziehungen in Organisationen „funktionieren“
- Lässt sich gut mit anderen Kommunikationsmodellen (z. B. Schulz von Thun) kombinieren
Grenzen des Riemann-Thomann-Modells
- Weniger „griffig“ für schnelle Typisierungen oder standardisierte Tests
- Erfordert reflektierte Moderation, um nicht als Etiketten-System missbraucht zu werden
- Für rein performance- oder verkaufsorientierte Fragestellungen oft zu tiefenpsychologisch
Stärken des DISG-Modells
- Einfaches, schnell vermittelbares Raster (D, I, S, G)
- Viele standardisierte Materialien, Fragebögen und Auswertungen
- Direkte Übertragbarkeit in Führungs-, Kommunikations- und Vertriebssituationen
- Unterstützt Selbstreflexion auf Verhaltensebene („Wie wirke ich?“)
Grenzen des DISG-Modells
- Gefahr der Übervereinfachung („So ist der halt“)
- Innere Motive, Ängste und Beziehungsmuster bleiben eher im Hintergrund
- Qualität hängt stark von der seriösen Anwendung und Auswertung ab
- Kann in manchen Kontexten zu oberflächlich wirken, wenn tiefere Konflikte vorliegen
Welche Fragen sollten Sie sich bei „Riemann-Thomann-Modell vs. DISG“ stellen?
Statt pauschal zu fragen „Welches Modell ist besser?“, ist es hilfreicher, gezielt zu klären, was Sie erreichen wollen. Einige Leitfragen:
- Worum geht es primär?
- Sollen Kommunikations- und Arbeitsstile im Alltag besser verstanden werden?
→ DISG liegt nahe. - Geht es um Konflikte, Spannungen oder emotionale Dynamiken?
→ Riemann-Thomann ist oft passender.
- Sollen Kommunikations- und Arbeitsstile im Alltag besser verstanden werden?
- Wie tief wollen Sie einsteigen?
- Kurzer Workshop, begrenztes Zeitbudget, „Erstkontakt“ mit Persönlichkeitsthemen?
→ DISG eignet sich gut als Einstieg. - Bereitschaft zur vertieften Reflexion, evtl. längere Prozessbegleitung?
→ Riemann-Thomann entfaltet hier seine Stärke.
- Kurzer Workshop, begrenztes Zeitbudget, „Erstkontakt“ mit Persönlichkeitsthemen?
- Wie reif ist die Organisation für Selbstreflexion?
- Stark zahlen- und performancegetrieben, wenig Erfahrung mit Soft-Skill-Formaten?
→ DISG als pragmatisches Türöffner-Modell. - Bereits Erfahrung mit Coaching, Mediation, Teamentwicklung?
→ Riemann-Thomann als nächster Schritt zur Vertiefung.
- Stark zahlen- und performancegetrieben, wenig Erfahrung mit Soft-Skill-Formaten?
- Welche Rolle spielt Konfliktbearbeitung?
- Konflikte gelten eher als „Störung“, es soll schnell Lösungen geben?
→ DISG kann über Verhalten eine „konfliktarme“ Sprache bieten. - Konflikte sollen explizit betrachtet und bearbeitet werden?
→ Riemann-Thomann unterstützt das Verständnis zugrunde liegender Muster.
- Konflikte gelten eher als „Störung“, es soll schnell Lösungen geben?
Riemann-Thomann und DISG kombinieren: Sinnvoll oder verwirrend?
Viele Organisationen nutzen im Lauf der Zeit mehrere Modelle parallel – bewusst oder unbewusst. Das ist nicht per se falsch, aber es sollte didaktisch sauber erfolgen.
Wie eine sinnvolle Kombination aussehen kann
- Einstieg mit DISG:
- Sensibilisierung für unterschiedliche Verhaltensstile
- Alltagsnahe Beispiele, Rollenspiele, Kommunikationsübungen
- Vertiefung mit Riemann-Thomann:
- Reflexion darüber, welche Grundbedürfnisse hinter typischen Verhaltensmustern stehen
- Arbeit an Konflikten, Loyalitäten, unausgesprochenen Erwartungen
Beispiel:
Ein „dominanter“ DISG-Stil kann – je nach Riemann-Thomann-Ausprägung – sehr unterschiedlich motiviert sein:
- Distanz + Wechsel: Freiheitsdrang, Abgrenzung, Innovation
- Nähe + Dauer: Schutz für „sein Team“, Verantwortung, Stabilität
Die Kombination beider Modelle ermöglicht es, nicht nur das sichtbare Verhalten, sondern auch den dahinterliegenden inneren Antrieb besser zu verstehen.
Risiken einer unklaren Kombination
- Teilnehmende verlieren den Überblick, wenn Modelle nicht sauber abgegrenzt erklärt werden
- „Modell-Müdigkeit“: „Schon wieder ein neues Vier-Felder-Schema…“
- Gefahr, dass Persönlichkeit auf eine Sammlung bunter Typenprofile reduziert wird
Es lohnt sich daher, bewusst zu entscheiden, welches Modell in welchem Kontext den Lead haben soll – statt beliebig verschiedene Raster nebeneinander zu stellen.
Häufige Praxisfragen zu Riemann-Thomann-Modell und DISG
Ist das Riemann-Thomann-Modell wissenschaftlich fundiert?
Das Modell hat klare Bezüge zur psychoanalytischen und tiefenpsychologischen Tradition (Fritz Riemann). Es ist allerdings nicht im gleichen Sinn ein psychometrisch standardisiertes Testverfahren wie etwa klassische Persönlichkeitsinventare. In der Praxis wird es vor allem als Reflexions- und Gesprächsmodell genutzt, nicht als diagnostisches Instrument im engen Sinne.
Ist DISG „besser“ als andere Typentests?
DISG ist weit verbreitet, verständlich und praxistauglich. Es ist aber wie alle Typenmodelle eine Reduktion von Komplexität. Es eignet sich gut für Lern- und Entwicklungskontexte, ersetzt aber keine differenzierte psychologische Diagnostik. Entscheidend ist die verantwortungsvolle Anwendung, nicht der alleinige Modellname.
Darf man Persönlichkeitsmodelle im Recruiting einsetzen?
In sensiblen Bereichen wie Recruiting oder Beförderungsentscheidungen sollten einfache Trainingsinstrumente wie DISG oder Riemann-Thomann äußerst vorsichtig oder gar nicht als Entscheidungsgrundlage genutzt werden. Sie eignen sich besser für Entwicklung, nicht für Selektion. Für formale Eignungsdiagnostik sind speziell validierte Verfahren erforderlich – idealerweise mit Unterstützung durch Fachpsychologie oder HR-Experten.
Konkrete Empfehlungen für Entscheider, Projektleiter und Führungskräfte
Wenn Sie gerade überlegen, welches Modell Sie in Ihrer Organisation einsetzen wollen, helfen folgende Punkte für eine pragmatische Entscheidung:
- Starten Sie mit der Zielklarheit, nicht mit dem Modell.
- Was genau soll sich verändern? Verhalten? Kommunikationsmuster? Konfliktkultur?
- Welche Zielgruppe wollen Sie adressieren (Top-Management, mittlere Führung, Projektteams, Fachabteilungen)?
- Wählen Sie ein Modell pro Format klar aus.
- Besser: „In diesem Training arbeiten wir mit DISG“
- Und: „In dieser Teamentwicklung nutzen wir Riemann-Thomann“
- statt: „Wir machen mal alles gleichzeitig“
- Achten Sie auf qualifizierte Begleitung.
- Erfahrene Trainer:innen und Coaches nutzen Modelle als Landkarte, nicht als Etikettiermaschine
- Gute Moderation betont immer:
- Menschen sind mehr als ihr Stil
- Verhalten ist kontextabhängig und veränderbar
- Planen Sie Follow-up statt Einmal-Event.
- Modelle wirken nur, wenn sie im Alltag weitergedacht und angewendet werden
- Sinnvoll sind:
- Follow-up-Sessions
- Peer-Coaching
- Integration in Führungstools (Feedback, Mitarbeitergespräche, Retrospektiven)
- Seien Sie transparent in der Kommunikation.
- Klar benennen, wofür das Modell genutzt wird – und wofür nicht
- Freiwilligkeit und Datenschutz beachten, insbesondere bei individuellen Profilen (DISG)
Fazit: Riemann-Thomann-Modell vs. DISG – kein Entweder-oder, sondern eine Frage des Zwecks
- Nutzen Sie das Riemann-Thomann-Modell, wenn Sie
- Beziehungs- und Konfliktdynamiken verstehen
- unterschiedliche Bedürfnisse in Change- oder Teamprozessen sichtbar machen
- die Qualität der Zusammenarbeit auf einer tieferen Ebene reflektieren wollen.
- Nutzen Sie DISG, wenn Sie
- Kommunikation und Führungsverhalten alltagsnah verbessern
- Vertriebs- und Kundensituationen besser steuern
- Teams schnell für unterschiedliche Arbeitsstile sensibilisieren wollen.
Entscheidend ist nicht, ob „Riemann-Thomann“ oder „DISG“ auf der Folie steht, sondern ob das Modell professionell, reflektiert und passend zu Ihrem Kontext eingesetzt wird.
Wie Sie das passende Format für Ihre Organisation finden
Wenn Sie aktuell vor der Frage stehen, wie Sie Persönlichkeits- und Verhaltensmodelle sinnvoll in Führung, Projektarbeit oder Organisationsentwicklung integrieren können, lohnt sich ein Blick von außen:
- Welche Herausforderungen stehen tatsächlich im Vordergrund – Konflikte, Change-Stress, Kommunikationsprobleme, unklare Rollen?
- Welche Zielgruppen müssen Sie wie erreichen – vom Management bis zu operativen Teams?
- Wie lässt sich ein Modell so einbetten, dass es nicht als „Schubladendenken“, sondern als professionelles Entwicklungswerkzeug wahrgenommen wird?
Eine strukturierte, neutrale Einschätzung hilft, Modellwahl, Vorgehen und Dramaturgie Ihrer Maßnahmen sauber aufzusetzen – bevor Sie Zeit und Budget in Trainings investieren, die am Kernproblem vorbeigehen.