Häufige Fehler bei der Scrum Schulung

Häufige Fehler bei der Scrum Schulung – Scrum-Schulungen sollen Teams schneller, fokussierter und kundenorientierter machen. In der Praxis passiert häufig das Gegenteil: Meetings werden nur umbenannt, Zertifikate werden gesammelt, aber das Arbeiten ändert sich kaum. Gerade Entscheider, Projektleiter und Führungskräfte investieren viel Geld – und fragen sich später, warum kaum Wirkung sichtbar ist. In diesem Beitrag geht es nicht um bunte Post-its, sondern um die typischen Fallstricke bei der Scrum Schulung und wie Sie sie konkret vermeiden. So erhöhen Sie die Chance, dass aus Training echte Veränderung wird – statt einer weiteren Pflichtveranstaltung im Kalender.

Häufige Fehler bei der Scrum Schulung
Häufige Fehler bei der Scrum Schulung

Warum viele Scrum Schulungen ihr Ziel verfehlen

Eine Scrum Schulung ist mehr als ein zweitägiger Kurs über Rollen, Events und Artefakte. Sie ist ein Baustein in einer größeren Veränderung des Arbeitsmodells. Viele Trainings scheitern, weil sie diesen Kontext ausblenden.

Typische Symptome:

Die Ursache liegt selten nur am Trainer oder am Framework. Meistens sind es strukturelle Fehler in Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Scrum Schulung.


Was sind typische Fehler bei Scrum Schulungen?

Typische Fehler bei Scrum Schulungen sind zum Beispiel:

Je mehr dieser Punkte zusammentreffen, desto wahrscheinlicher wird die Schulung zu einem teuren Informations-Event ohne nachhaltigen Effekt.


Strategische Fehler vor der Scrum Schulung

Viele Probleme entstehen lange vor dem ersten Trainingstag. Gerade hier haben Entscheider den größten Hebel.

1. Kein klares Ziel: „Wir machen halt mal Scrum“

Oft wird eine Scrum Schulung gebucht, weil „agil jetzt Standard ist“ oder weil ein Kunde es erwartet. Was fehlt:

Ohne klares Zielbild behandeln Teams Scrum als weiteres Regelset. Es wird umgesetzt, aber nicht verstanden – und bei Widerstand schnell wieder verworfen.

Besser: Vor der Schulung eine gemeinsame Zielklärung durchführen:

Diese Fragen sollten idealerweise mit Trainer oder Beratungspartner abgestimmt werden.

2. Schulung ohne Einbettung in die Organisationsrealität

Standard-Trainings ignorieren häufig, wie Ihr Unternehmen tatsächlich funktioniert: Hierarchien, Gremien, bestehende Prozesse, Compliance-Vorgaben. Teilnehmende lernen dann ein Idealbild, das im Alltag kaum anwendbar ist.

Folge: Entweder wird Scrum „zurechtgestutzt“, bis nichts mehr davon übrig ist, oder das Team versucht, das Framework dogmatisch durchzudrücken – und scheitert am Widerstand der Organisation.

Besser:
Bereits in der Planung klären:

Eine gute Scrum Schulung adressiert diese Fragen explizit und zeigt Optionen für pragmatische Lösungen.

3. Falsche Zielgruppe oder Zwangsteilnahme

„Alle müssen jetzt zum Scrum-Training“ klingt nach Tempo, erzeugt aber oft Blockaden. Typische Fehler:

Besser:

So vermeiden Sie, dass das Training verwässert und keiner sich wirklich verantwortlich fühlt.

4. Scrum Schulung als einmaliges Event

Ein zweitägiges Training ist schnell gebucht – und genauso schnell vergessen. Lernen findet aber vor allem in der Anwendung statt.

Häufiger Fehler:

Besser: Die Scrum Schulung als Startpunkt einer Lernreise verstehen:


Didaktische und inhaltliche Fehler im Scrum Training

Auch das beste Setup nützt wenig, wenn das Training selbst schlecht gestaltet ist. Hier einige typische Fehler in der Durchführung.

5. Folien-Schlacht statt praktischer Übungen

Reine Theorie-Veranstaltungen sind der Klassiker unter den häufigen Fehlern bei der Scrum Schulung. Die Teilnehmenden sehen:

Was fehlt:

Merksatz: Scrum muss man erlebt haben, nicht nur verstanden.

Eine wirksame Schulung enthält:

6. Fokus auf Regeln statt auf Prinzipien

Viele Trainings bleiben auf der Ebene von „Scrum sagt, dass…“. Die zugrunde liegenden Prinzipien – Empirie, Transparenz, Inspektion und Anpassung – kommen zu kurz.

Folge: Wenn eine Regel in der Praxis nicht passt, wird sie einfach weggelassen, ohne das Prinzip dahinter zu verstehen. Es entsteht „Scrum-ähnliches Arbeiten“, das viele Meetings produziert, aber wenig Nutzen.

Besser:

7. Zertifizierung als Hauptziel

Zertifikate sind ein legitimes Nebenprodukt – aber kein Lernziel. Häufige Fehler:

Besser:

8. Kein Bezug zu konkreten Projekten und Produkten

Abstrakte Beispiele aus „irgendeiner“ Software-Entwicklung helfen begrenzt, wenn Ihr Kontext anders aussieht: interne IT, Fachbereiche, Dienstleistungsprojekte, Hardware, regulierte Umfelder.

Typische Folge:

Besser:


Organisatorische Fehler rund um Scrum Schulungen

Viele häufige Fehler bei der Scrum Schulung liegen gar nicht im Training, sondern in der Organisation drumherum.

9. Führungskräfte bleiben außen vor

Wenn Leader und Linienvorgesetzte Scrum nur vom Hörensagen kennen, entstehen Reibungen:

Besser:

10. Kein geschützter Rahmen für die Anwendung

Teams werden geschult, sollen aber „nebenher“ weiter Vollauslastung im Tagesgeschäft leisten. Lernen unter Volllast funktioniert schlecht.

Fehler:

Besser:

11. Fehlende Kontinuität und Verantwortlichkeit

Nach der Schulung fühlt sich niemand wirklich verantwortlich:

Besser:


Fehler der Teilnehmenden – und wie Trainer sie abfangen können

Auch Teilnehmende bringen Muster mit, die eine Scrum Schulung erschweren.

12. Erwartungshaltung: Scrum als „Wunderwaffe“

Manche hoffen, dass Scrum ohne eigenes Zutun Probleme löst: politisch schwierige Entscheidungen, Überlastung, unklare Strategien.

Wenn das Training diese Illusion nicht adressiert, kippt die Stimmung später schnell in Frust.

Besser:

13. Passivität und fehlende Offenheit

Wer Scrum nur „über sich ergehen lässt“, lernt wenig. Gründe dafür:

Besser:

14. Alte Denkmuster unreflektiert weiterführen

Typische Muster:

Wenn diese Denkmuster unausgesprochen bleiben, setzt sich Scrum nie wirklich durch.

Besser:


Woran erkennen Sie eine gute Scrum Schulung?

Eine gute Scrum Schulung…

Stellen Sie sich vor der Auswahl eines Angebots unter anderem diese Fragen:


Checkliste: Häufige Fehler bei der Scrum Schulung vermeiden

Vor der Schulung

Während der Schulung

Nach der Schulung


Praxisbeispiele: Was in Scrum Schulungen oft schiefgeht

Beispiel 1: Zertifizierungs-Marathon ohne Veränderung

Ein Unternehmen schickt 50 Mitarbeitende in zwei Wellen zu Scrum-Schulungen mit Zertifikat. Nach einem halben Jahr:

Ursachen:

Beispiel 2: Scrum im Schatten klassischer Steuerung

Ein Bereich führt Scrum ein, während das Management weiterhin über detaillierte Jahrespläne und individuelle Auslastung steuert. Im Training wird zwar „Selbstorganisation“ betont, im Alltag zählen aber weiterhin Stunden und Auslastungsgrade.

Folgen:

In beiden Fällen lag der Fehler nicht in den Inhalten der Scrum Schulung allein, sondern in der fehlenden Verzahnung mit Führung, Struktur und Steuerungslogik.


Was Entscheider, Projektleiter und Product Owner konkret tun können

Entscheider oder Führungskraft:

Projektleiter oder zukünftiger Scrum Master:

Product Owner:

Wenn jede dieser Rollen ihren Beitrag bewusst gestaltet, steigt der Nutzen einer Scrum Schulung deutlich.


Unterstützung bei wirksamen Scrum Schulungen

Gerade in etablierten Organisationen ist es anspruchsvoll, eine Scrum Schulung so zu gestalten, dass sie über den Seminarraum hinaus wirkt. Es geht darum, Trainingsinhalte mit Strategie, Struktur und Kultur zu verzahnen – und Teams in den ersten Schritten nicht allein zu lassen.

Externe Begleitung kann hier helfen:

Wenn Sie planen, Scrum Schulungen neu aufzusetzen oder bestehende Formate zu schärfen, kann ein Gespräch mit erfahrenen Praktikern viel Klarheit bringen. Die Beraterinnen und Berater von PURE Consultant unterstützen Unternehmen dabei, Scrum nicht nur zu verstehen, sondern im Alltag wirksam zu leben – von der ersten Schulung bis zur etablierten Praxis.

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