Priorisierung: Definition, Bedeutung & Ziel – In fast allen Unternehmen konkurrieren mehr Aufgaben, Projekte und Ideen um Aufmerksamkeit, als Ressourcen verfügbar sind. Fachbereiche melden dringende Anforderungen, die IT ist ausgelastet, das Management erwartet schnelle Ergebnisse – und am Ende arbeiten alle „am Limit“, aber die wirklich strategisch wichtigen Themen kommen kaum voran.
Genau hier setzt Priorisierung an: Sie schafft Klarheit, worauf sich Teams, Führungskräfte und Organisationen fokussieren sollten, um Wirkung zu erzielen statt nur beschäftigt zu sein. Dieser Beitrag erklärt, was Priorisierung genau bedeutet, warum sie für Entscheider und Projektmanager so entscheidend ist und wie Sie Prioritäten systematisch, transparent und nachvollziehbar setzen können.
Was bedeutet Priorisierung? – Definition
Priorisierung ist der strukturierte Prozess, Aufgaben, Anforderungen oder Projekte nach ihrer relativen Wichtigkeit und Dringlichkeit zu ordnen, um begrenzte Ressourcen optimal einzusetzen.
Im Management-Kontext heißt das:
- Es geht nicht nur darum, „Dringendes“ schnell zu erledigen,
- sondern bewusst zu entscheiden, welche Themen zuerst, welche später und welche gar nicht bearbeitet werden.
Typische Beispiele für Priorisierung im Unternehmen sind:
- Auswahl, welche Projekte ins Portfolio aufgenommen werden
- Reihenfolge von Features im Produkt-Backlog
- Festlegung, welche Incidents oder Tickets zuerst bearbeitet werden
- Entscheidung, welche Initiativen zur Strategieumsetzung Vorrang haben
Wesentlich: Priorisierung ist immer relativ. Sie beantworten nicht die Frage „Ist Thema X wichtig?“, sondern „Ist Thema X wichtiger als Thema Y und Z – gemessen an unseren Zielen und Rahmenbedingungen?“.
Warum ist Priorisierung so wichtig?
In nahezu jedem Unternehmen sind Ressourcen knapp: Zeit, Budget, qualifizierte Mitarbeitende, Aufmerksamkeit des Managements. Ohne klare Priorisierung treten typische Probleme auf:
- Es wird an zu vielen Baustellen parallel gearbeitet
- Teams fragmentieren ihre Zeit und verlieren Fokus
- Strategische Initiativen werden von operativem Tagesgeschäft überlagert
- Entscheidungen werden nach „Lautstärke“ oder persönlicher Einflussnahme getroffen
- Deadlines werden verfehlt, weil alles gleichzeitig wichtig sein soll
Gute Priorisierung sorgt dagegen für:
- Fokussierung: Klarer Blick auf die wenigen wirklich entscheidenden Themen
- Effizienten Ressourceneinsatz: Die knappen Kapazitäten fließen dorthin, wo der größte Nutzen entsteht
- Strategische Ausrichtung: Projekte und Maßnahmen zahlen sichtbar auf Unternehmensziele ein
- Transparenz und Akzeptanz: Prioritäten sind nachvollziehbar begründet statt „aus dem Bauch heraus“
- Schnellere Umsetzung: Weniger Work-in-Progress, mehr Durchsatz an Ergebnissen
Für Entscheider, Projektmanager und Führungskräfte ist Priorisierung deshalb kein „Nice-to-have“, sondern eine wesentliche Führungsaufgabe.
Ziele der Priorisierung
Was ist das Ziel von Priorisierung konkret? Kurz gefasst:
Ziel der Priorisierung ist es, die vorhandenen Ressourcen so zu steuern, dass der größtmögliche Beitrag zu den übergeordneten Unternehmenszielen entsteht – bei minimierten Risiken und vertretbarem Aufwand.
Typische Ziele sind:
- Wert maximieren
- Fokus auf Maßnahmen mit hohem Geschäftsnutzen oder Kundennutzen
- klare Wertbeiträge pro Projekt oder Feature
- Risiken steuern
- kritische Abhängigkeiten und Risiken früh adressieren
- regulatorische und sicherheitsrelevante Themen rechtzeitig behandeln
- Kapazitäten realistisch planen
- Überlastung vermeiden
- realistische Roadmaps und Projektportfolios gestalten
- Entscheidungen objektivieren
- weniger Machtspiele und „politische“ Prioritäten
- konsistente Kriterien für alle Bereiche
- Verantwortung klären
- eindeutige Zuständigkeit: Wer darf und muss Prioritäten setzen?
- Klarheit für Teams, woran sie zuerst arbeiten sollen
Typische Anwendungsfelder der Priorisierung im Unternehmen
Aufgabenpriorisierung im Alltag von Führungskräften
Führungskräfte jonglieren täglich: operative Themen, Mitarbeiterführung, Projekte, strategische Aufgaben. Ohne Priorisierung versinken sie im Tagesgeschäft.
Instrumente wie die Eisenhower-Matrix helfen, zwischen „dringend“ und „wichtig“ zu unterscheiden und Zeit für strategische Arbeit zu reservieren.
Typische Fragestellungen:
- Welche Termine und Meetings sind wirklich nötig?
- Welche Aufgaben delegiere ich?
- Was kann bewusst entfallen, ohne dass ein Schaden entsteht?
Projekt- und Portfoliomanagement
Die Priorisierung von Projekten ist eine der zentralen Aufgaben im Portfoliomanagement. Das Ziel: Aus vielen Projektideen die auswählen, die zu Strategie, Budget und Kapazitäten passen.
Fragen, die hier beantwortet werden müssen:
- Welche Initiativen haben den höchsten strategischen Fit?
- Welche Projekte generieren messbaren Business Value?
- Was ist die sinnvolle Reihenfolge zur Umsetzung?
Oft kommen dabei Scoring-Modelle, Nutzwertanalysen oder Verfahren wie WSJF zum Einsatz.
Produkt- und Feature-Priorisierung in der IT
Im Produktmanagement und in agilen Teams geht es um die Priorisierung von Anforderungen, Epics und User Stories. Ein typischer Use Case:
- Der Product Owner muss entscheiden, welche Features in den nächsten Sprints umgesetzt werden.
Dafür werden Kriterien wie Kundennutzen, Marktpotenzial, technische Abhängigkeiten und Aufwand bewertet.
Methoden wie MoSCoW, Kano-Modell oder Value vs. Effort sind hier verbreitet.
Prioritäten in Veränderungs- und Transformationsprogrammen
In Transformationsprogrammen laufen zahlreiche Maßnahmen parallel: Prozessänderungen, IT-Systeme, Schulungen, kulturelle Initiativen.
Praxisproblem: Alles soll gleichzeitig passieren – die Organisation ist überfordert.
Klare Priorisierung hilft hier,
- Wellen und Phasen zu definieren,
- Pilotbereiche zu wählen und
- die Aufnahmefähigkeit der Organisation zu berücksichtigen.
Kriterien für gute Priorisierung
Eine Priorisierung ist nur so gut wie die Kriterien, auf denen sie basiert. Typische Entscheidungskriterien im Management sind:
- Strategischer Beitrag
- Wie stark unterstützt das Thema die Unternehmensstrategie oder Geschäftsbereichsziele?
- Business Value / Kundennutzen
- Welchen messbaren Nutzen erzeugt die Maßnahme (z. B. Umsatz, Kostenreduktion, Kundenzufriedenheit)?
- Dringlichkeit / Zeitkritikalität
- Gibt es Fristen, regulatorische Termine, vertragliche Zusagen?
- Risiko & Compliance
- Welche Risiken werden reduziert (z. B. Sicherheitslücken, Haftungsrisiken)?
- Gibt es gesetzliche Vorgaben, die eingehalten werden müssen?
- Aufwand & Ressourcenbedarf
- Welche Kapazitäten (IT, Fachbereiche, externe Partner) sind nötig?
- Wie lange dauert die Umsetzung?
- Komplexität & Abhängigkeiten
- Hängt das Thema von anderen Projekten ab oder ist es Enabler für weitere Vorhaben?
- Reputation & Außenwirkung
- Wie wirkt sich die Maßnahme auf Marke, Kundenwahrnehmung oder Mitarbeiterbindung aus?
In der Praxis lohnt es sich, diese Kriterien klar zu definieren und zu gewichten. So wird aus „Bauchgefühl“ ein strukturierter Priorisierungsprozess.
Bekannte Methoden der Priorisierung mit Praxisbezug
Es gibt zahlreiche Priorisierungsmethoden. Wichtig ist nicht, alle zu kennen, sondern wenige passende Verfahren konsequent anzuwenden.
Eisenhower-Matrix: Wichtig vs. Dringend
Die Eisenhower-Matrix ordnet Aufgaben in vier Quadranten:
- Wichtig und dringend – Sofort erledigen
- Wichtig, aber nicht dringend – Terminieren und planen
- Dringend, aber nicht wichtig – Delegieren, wenn möglich
- Weder wichtig noch dringend – Streichen oder parken
Einsatzbereich:
- Persönliches Zeit- und Aufgabenmanagement von Führungskräften
- Erste Orientierung, um übervolle To-do-Listen zu ordnen
Stärke:
- Sehr einfach, schnell anwendbar
Schwäche:
- Subjektive Einschätzung, keine Feinpriorisierung von Projekten
ABC-Analyse
Die ABC-Analyse klassifiziert Themen nach Bedeutung oder Wertbeitrag:
- A-Themen: sehr wichtig, hoher Einfluss (z. B. 70–80 % des Nutzens)
- B-Themen: mittelwichtig
- C-Themen: geringere Bedeutung
Einsatzbereich:
- Priorisierung von Aufgaben, Kunden, Produkten, Projekten
Stärke:
- Übersichtliche Einteilung, schnelle Fokussierung auf A-Themen
Schwäche:
- Grobe Kategorisierung, keine differenzierte Reihenfolge innerhalb einer Klasse
MoSCoW-Methode (Must, Should, Could, Won’t)
Häufig im agilen Umfeld genutzt, um Anforderungen zu priorisieren:
- Must: zwingend erforderlich – ohne diese Anforderungen ist die Lösung unbrauchbar
- Should: wichtig, aber nicht zwingend für den ersten Release
- Could: „Nice-to-have“, falls Kapazität vorhanden ist
- Won’t (this time): bewusst ausgeschlossen bzw. auf spätere Phasen verschoben
Einsatzbereich:
- Priorisierung von Features, User Stories und Change Requests
Stärke:
- Gute Diskussionsgrundlage mit Fachbereichen und Stakeholdern
- Verhindert, dass „alles kritisch“ ist
Schwäche:
- Erfordert Disziplin, um nicht zu viele Must-Haves zu deklarieren
Nutzwertanalyse / Scoring-Modell
Hier werden Kriterien (z. B. strategischer Fit, Business Value, Risiko, Aufwand) definiert, gewichtet und bewertet.
Jedes Projekt oder jede Maßnahme erhält einen Score, mit dem sich eine Rangfolge bilden lässt.
Typische Schritte:
- Kriterien definieren und gewichten
- Projekte nach jedem Kriterium bewerten (z. B. Skala 1–5)
- Gewichtete Punkte je Kriterium berechnen
- Gesamtscore bilden und sortieren
Einsatzbereich:
- Projektportfoliomanagement
- Auswahl aus mehreren größeren Investitionsvorhaben
Stärke:
- Transparenter, nachvollziehbarer Entscheidungsprozess
- Gut dokumentierbar, geeignet für Gremienentscheidungen
Schwäche:
- Bewertungsaufwand höher
- Bei zu vielen Kriterien wird das Modell schwer handhabbar
WSJF (Weighted Shortest Job First)
WSJF stammt aus dem agilen Portfoliomanagement, u. a. aus SAFe.
Idee: Thema mit dem höchsten Nutzen pro Zeiteinheit zuerst umsetzen.
Formel (vereinfacht):
WSJF = (Business Value + Zeitkritikalität + Risikoreduktion / Chancen) ÷ Aufwand
Anwendungen:
- Priorisierung von Epics, Features oder Projekten in agilen Portfolios
Stärke:
- Verbindet Nutzen und Aufwand in einem Kennwert
- Fördert kurze, wertstarke Vorhaben
Schwäche:
- Schätzungen bleiben subjektiv
- Für sehr heterogene Themen nur bedingt geeignet
Schritt-für-Schritt: Wie führen Sie eine Priorisierung im Unternehmen durch?
Wie funktioniert Priorisierung in der Praxis? Ein erprobter Ablauf:
- Zielbild klären
- Welche Unternehmensziele oder Strategien sollen unterstützt werden?
- Welche Zeitperspektive betrachten Sie (z. B. nächste 12–24 Monate)?
- Priorisierungsobjekte definieren
- Was wird priorisiert: Projekte, Initiativen, Anforderungen, Tickets, Aufgaben?
- Sind die Objekte klar beschrieben (Scope, Nutzen, grober Aufwand)?
- Kriterien und Spielregeln festlegen
- Nach welchen Kriterien wird beurteilt (z. B. strategischer Fit, Business Value, Risiko)?
- Wie werden diese gewichtet?
- Wer entscheidet letztlich (Gremium, Steering Committee, Product Owner)?
- Bewertung durchführen
- Relevante Stakeholder einbeziehen (Fachbereiche, IT, Controlling, Risiko, ggf. Compliance)
- Einschätzungen zu Nutzen, Aufwand, Risiken erfassen
- Punktevergabe oder Einordnung in Kategorien (z. B. Must/Should/Could)
- Rangfolge und Szenarien bilden
- Projekte/Anforderungen nach Score sortieren
- Szenarien bilden: Was ist mit aktuellem Budget/ Kapazität realistisch?
- Abhängigkeiten prüfen: Was muss vorausgehen, was kann parallel laufen?
- Entscheidung treffen und kommunizieren
- Entscheidungsgremien (Lenkungskreis, Portfolio Board) beschließen die Prioritäten
- Ergebnisse klar und verständlich an alle Betroffenen kommunizieren
- Dabei auch benennen, was bewusst nicht umgesetzt wird
- Regelmäßig überprüfen und anpassen
- Prioritäten sind keine Einmalentscheidung
- Veränderte Rahmenbedingungen (Markt, Strategie, Ressourcen) erfordern Anpassungen
- Mindestens quartalsweise Review im Projekt- oder Produktportfolio
So wird aus „Wir sollten dringend mal priorisieren“ ein klarer, wiederholbarer Managementprozess.
Häufige Fehler bei der Priorisierung – und wie Sie sie vermeiden
In vielen Organisationen scheitert Priorisierung weniger an Methoden, sondern an typischen Stolpersteinen:
- „Alles ist wichtig“-Mentalität
- Fehler: Jede Abteilung betrachtet die eigenen Themen als Top-Priorität.
- Lösung: Zentrale Kriterien und ein unternehmensweites Portfolio-Gremium etablieren.
- Fehlende Transparenz über Kapazitäten
- Fehler: Es werden mehr Projekte gestartet, als Ressourcen vorhanden sind.
- Lösung: Reale Kapazitäten in IT und Fachbereichen erfassen, WIP-Limits einführen.
- Einfluss statt Kriterien
- Fehler: Lautstärke, Hierarchie oder Politik entscheiden, nicht der Nutzen.
- Lösung: Klare Bewertungslogik, dokumentierte Scores, Entscheidungen im Gremium.
- Keine klare Verantwortung
- Fehler: Unklar, wer letztlich priorisiert (Linie, Projekt, Produkt, Portfolio).
- Lösung: Rollen definieren (z. B. Product Owner, Portfolio Manager, Steering Committee).
- Priorisierung ohne „Nein“
- Fehler: Viele Themen werden „hoch priorisiert“, aber nichts konsequent abgeräumt.
- Lösung: Bewusst stoppen, verschieben oder streichen – und das klar kommunizieren.
- Einmalige Aktion statt Prozess
- Fehler: Ein großer Priorisierungsworkshop – danach läuft alles wieder wie zuvor.
- Lösung: Priorisierung als wiederkehrenden Prozess etablieren (z. B. regelmäßige Portfolio-Reviews).
Priorisierung in agilen Teams vs. klassischem Projektmanagement
Klassisches Projektmanagement
Im klassischen Umfeld wird Priorisierung meist auf Ebene von Projekten und Meilensteinen vorgenommen.
Charakteristisch:
- Umfang und Termine vieler Vorhaben sind vorab festgelegt
- Priorisierung findet häufig bei der Portfolioplanung und in Lenkungskreisen statt
- Änderungen an Prioritäten sind aufwendiger und brauchen formale Beschlüsse
Vorteil:
- Hohe Planbarkeit, klare Vorgaben
Nachteil:
- Geringere Flexibilität bei veränderten Anforderungen oder Marktbedingungen
Agile Teams und Produktentwicklung
In agilen Umfeldern (Scrum, Kanban, SAFe) ist Priorisierung Teil des täglichen Arbeitens:
- Der Product Owner verantwortet die Priorisierung des Product Backlogs
- In Sprint Plannings wird entschieden, welche User Stories als Nächstes umgesetzt werden
- Methoden wie WSJF, MoSCoW oder einfache Rankinglisten kommen zum Einsatz
Vorteil:
- Hohe Anpassungsfähigkeit
- Schnelles Feedback aus dem Markt kann Prioritäten laufend verändern
Nachteil:
- Risiko lokaler Optimierung, wenn keine übergeordnete Portfolio-Priorisierung existiert
- Erfordert klare Produktvision und strategische Leitplanken
Best Practice:
- Agile Teams priorisieren innerhalb ihres Produkt- oder Themenbereichs,
- ein unternehmensweites Portfolio-Management setzt die großen Leitplanken und sorgt dafür, dass agile Teams an den richtigen Themen arbeiten.
Praktische Beispiele für Priorisierung
Beispiel 1: Priorisierung von Projekten im IT-Portfolio
Ausgangslage:
Die IT hat zehn Projektanfragen, Ressourcen reichen aber nur für fünf parallele Projekte. Die Geschäftsführung erwartet sichtbare Beiträge zur Digitalisierung und Kostensenkung.
Vorgehen:
- Kriterien definieren: strategischer Fit, Business Value, regulatorische Notwendigkeit, Risiko, Aufwand
- Projekte bewerten und mit Scores versehen
- Abhängigkeiten prüfen, z. B. Basisplattformen vor Fachbereichsprojekten
- Portfolio-Gremium (CIO, Geschäftsbereiche, Controlling) legt Rangfolge fest
Ergebnis:
- Drei Projekte werden sofort gestartet (hoher strategischer Fit, mittlerer Aufwand)
- Zwei Projekte werden als „Wave 2“ geplant
- Vier Anfragen werden klar abgelehnt oder auf später verschoben
Nutzen:
- IT und Fachbereiche haben ein gemeinsames Bild, warum bestimmte Projekte Vorrang haben
- Ressourcen werden auf wenige, wirkungsstarke Vorhaben konzentriert
Beispiel 2: Priorisierung von Anforderungen im Produkt-Backlog
Ausgangslage:
Ein Softwareprodukt hat eine lange Liste von Feature-Wünschen. Vertrieb, Support und Bestandskunden melden jeweils „kritische“ Anforderungen.
Vorgehen:
- Anforderungen in User Stories beschreiben
- Mit Kundennutzen (Business Value), Dringlichkeit und Aufwand (Story Points) bewerten
- WSJF anwenden, um „höchster Nutzen pro Zeiteinheit“ zu identifizieren
- In gemeinsamen Sessions mit Vertrieb und Support die Top-Themen validieren
Ergebnis:
- Kurzfristig werden Features umgesetzt, die für viele Kunden besonders wertvoll sind
- Individuelle Sonderwünsche einzelner Kunden werden klar nachrangig einsortiert
- Die Roadmap wird transparent kommuniziert, inklusive der Begründung der Reihenfolge
Nutzen:
- Höhere Kundenzufriedenheit durch erkennbare Produktstrategie
- Besserer Einsatz der Entwicklungskapazitäten
Fazit Priorisierung: Definition, Bedeutung & Ziel: Priorisieren heißt entscheiden
Priorisierung ist kein Tool-Thema, sondern ein Kernbestandteil guter Unternehmensführung.
Wer bewusst priorisiert, entscheidet:
- Welche Ziele wirklich zählen
- Welche Projekte und Aufgaben zuerst umgesetzt werden
- Wo Ressourcen nicht mehr eingesetzt werden
Für Entscheider, Projektmanager und Führungskräfte bedeutet das:
Sie brauchen klare Kriterien, etablierte Prozesse und den Mut, Nein zu sagen – zu Projekten, Anforderungen und Aktivitäten, die wenig Beitrag leisten oder aktuell nicht ins Bild passen.
Wenn Sie Ihre Priorisierungs- und Portfolioentscheidungen professionalisieren möchten – etwa bei der Auswahl von Projekten, der Strukturierung eines Transformationsprogramms oder der Priorisierung komplexer Anforderungslisten – lohnt sich ein externer Blick. Die Berater von PURE Consultant unterstützen Sie dabei, Ziele zu schärfen, geeignete Priorisierungsmethoden auszuwählen und tragfähige Entscheidungsprozesse im Unternehmen zu verankern, die von Management und Teams gleichermaßen akzeptiert werden.