Typische Fehler bei der 6W-Methode – Die 6W-Methode gilt als einfaches Werkzeug, um Sachverhalte zu strukturieren, Probleme zu analysieren und Anforderungen zu klären. In der Praxis führen jedoch genau hier häufige Denkfehler, Zeitdruck und unklare Verantwortlichkeiten dazu, dass die Methode ihr Potenzial nicht entfaltet. Typische Fehler bei der 6W-Methode kosten dann Zeit, Geld und Vertrauen – etwa, weil Ursachen falsch eingeschätzt oder Projekte falsch aufgesetzt werden. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie die 6W-Fragen korrekt angewendet werden, welche Stolperfallen es gibt und wie Sie mit klaren Beispielen und Checklisten Ihre nächste 6W-Analyse deutlich wirksamer gestalten.
Kurz erklärt: Was ist die 6W-Methode?
Die 6W-Methode ist eine strukturierte Fragetechnik, mit der eine Situation, ein Problem oder ein Vorfall systematisch analysiert wird. Sie nutzt sechs zentrale W-Fragen, um alle relevanten Aspekte zu erfassen und Missverständnisse zu vermeiden.
Typische 6W-Fragen sind:
- Wer ist beteiligt oder betroffen?
- Was ist genau passiert / soll erreicht werden?
- Wann ist es passiert / soll es stattfinden?
- Wo ist es passiert / findet es statt?
- Warum ist es passiert / ist es notwendig?
- Wie ist es abgelaufen / soll es umgesetzt werden?
Je nach Schule wird die Methode auch um ein siebtes W (z. B. „Womit?“ oder „Wie viel?“) ergänzt. Kern bleibt aber: Eine vollständige, präzise Beschreibung statt unscharfer Annahmen.
Wofür wird die 6W-Methode in der Praxis eingesetzt?
Gerade im Projekt- und Prozesskontext bietet die 6W-Methode einen kompakten, gemeinsamen Bezugsrahmen. Typische Einsatzfelder:
- Incident- und Störungsmeldungen (z. B. IT-Ausfälle, Qualitätsmängel)
- Anforderungsaufnahme (z. B. für neue IT-Systeme oder Prozessänderungen)
- Projektdefinition und -auftrag (Scope, Stakeholder, Zielbild)
- Ursachenanalyse von Abweichungen, Reklamationen, Verzögerungen
- Kommunikation von Entscheidungen, Maßnahmen und Verantwortlichkeiten
- Dokumentation von Lessons Learned und Best Practices
Genau dort, wo viele Personen mit unterschiedlichen Perspektiven zusammenarbeiten, hilft eine saubere 6W-Analyse, Missverständnisse früh zu erkennen – vorausgesetzt, typische Fehler bei der 6W-Methode werden bewusst vermieden.
Warum Fehler bei der 6W-Methode so teuer werden können
Auf den ersten Blick wirkt die Fragetechnik trivial. In der Praxis entstehen aber gerade bei scheinbar „einfachen“ Methoden die größten Qualitätsprobleme:
- Fehlentscheidungen, weil Ursachen falsch verstanden werden
- Unnötige Projekte, weil das „Warum“ nicht sauber geprüft wurde
- Scope-Creep, weil „Was“ und „Wie“ unscharf formuliert sind
- Akzeptanzprobleme, weil das „Wer“ (Stakeholder) unvollständig ist
- Zeit- und Kostenüberschreitungen, weil „Wann“ und „Wo“ unpräzise bleiben
Wer die typischen Fallen kennt, kann mit geringem Aufwand die Qualität seiner 6W-Analysen deutlich steigern – und so bessere Entscheidungen, klarere Anforderungen und stabilere Projekte erreichen.
Typische Fehler bei der 6W-Methode – und wie Sie sie vermeiden
Im Folgenden die häufigsten Stolpersteine aus Projekten, IT- und Organisationsvorhaben – jeweils mit Praxisbeispiel und konkreter Empfehlung.
1. Unklare Zielsetzung der 6W-Analyse
Problem: Die 6W-Fragen werden gestellt, ohne dass klar ist, wozu die Analyse dient. Geht es um Ursachenfindung, um Dokumentation, um Entscheidungsgrundlage oder um eine Aufgabenbeschreibung?
Typische Anzeichen:
- Beteiligte sprechen aneinander vorbei.
- Es wird viel beschrieben, aber nichts entschieden.
- Ergebnisse sind für den eigentlichen Zweck nicht nutzbar.
Beispiel: Ein Incident-Report wird mit der 6W-Methode erstellt, obwohl das eigentliche Ziel die Ableitung von Korrekturmaßnahmen ist. Die Auswertung bleibt rein beschreibend, Konsequenzen fehlen.
So vermeiden Sie den Fehler:
- Klären Sie zu Beginn: „Was ist der Zweck dieser 6W-Analyse?“
- Definieren Sie den Output: Entscheidungsvorlage, Ticketbeschreibung, Risikoanalyse etc.
- Passen Sie Tiefe und Detaillierungsgrad der Fragen an das Ziel an.
2. Die 6W-Fragen nur oberflächlich beantworten
Problem: Die Fragen werden pro forma befüllt, aber nicht hinterfragt. Antworten bleiben allgemein oder vage – etwa „Ende des Quartals“, „in der Produktion“ oder „wegen technischer Probleme“.
Typische Anzeichen:
- Viele Füllwörter: „irgendwie“, „ungefähr“, „so in der Art“.
- Unterschiedliche Personen interpretieren die gleichen Antworten unterschiedlich.
- Bei Nachfragen fallen Widersprüche auf.
Beispiel:
„Wann?“ – „Vor ein paar Wochen.“
Später stellt sich heraus, dass der relevante Zeitpunkt der Rollout-Start war, nicht der erste Hinweis im Teamchat.
So vermeiden Sie den Fehler:
- Fordern Sie konkrete, messbare Angaben ein (Datum, Uhrzeit, Ort, Kennzahlen).
- Nutzen Sie Nachfragen: „Können Sie das präzisieren?“, „Woran würden wir erkennen, dass das erfüllt ist?“
- Dokumentieren Sie bei Unsicherheiten explizit Annahmen statt sie zu verschleiern.
3. Wichtige Stakeholder beim „Wer?“ nicht einbeziehen
Problem: Beim „Wer?“ wird nur auf unmittelbare Beteiligte geschaut (z. B. Team A), während betroffene oder entscheidende Stakeholder (z. B. Kunde, Compliance, IT-Betrieb) übersehen werden.
Typische Anzeichen:
- Späterer Widerstand („Wir wurden nicht gefragt“).
- Nachträgliche Änderungen, weil relevante Rollen fehlten.
- Verzögerungen durch fehlende Freigaben.
Beispiel:
Bei der Definition eines neuen Reporting-Prozesses werden nur Fachbereich und IT betrachtet. Die interne Revision wird nicht als Stakeholder erfasst – und blockiert den Go-live wegen regulatorischer Anforderungen.
So vermeiden Sie den Fehler:
- Denken Sie beim „Wer?“ in Rollen-Kategorien:
- Verantwortlich (R)
- Durchführend (D)
- Entscheidungsbefugt (E)
- Betroffen (B)
- Prüfen Sie systematisch: Kunde, Betrieb, Support, Compliance, Datenschutz, Lieferanten.
- Hinterlegen Sie für jede Rolle auch deren konkretes Interesse bzw. Betroffenheit.
4. Verwechslung von Symptomen und Ursachen beim „Warum?“
Problem: Beim „Warum?“ werden Symptome, Meinungen oder Schuldzuweisungen notiert, statt tatsächliche Ursachen herauszuarbeiten.
Typische Anzeichen:
- Formulierungen wie „weil die IT wieder nicht funktioniert“.
- Fokussierung auf einzelne Personen statt auf Prozesse oder Strukturen.
- Maßnahmen zielen auf „Feuerlöschen“, nicht auf nachhaltige Verbesserungen.
Beispiel:
„Warum ist der Lieferverzug entstanden?“ – „Weil der Lieferant schlecht geplant hat.“
Später zeigt sich: Der eigene Forecast war ungenau, Kommunikation verspätet und der Vertrag unklar.
So vermeiden Sie den Fehler:
- Trennen Sie strikt zwischen Beobachtung (Was ist passiert?) und Interpretation (Warum?).
- Kombinieren Sie die 6W-Methode mit 5-Why oder einer einfachen Ursachenbaum-Analyse.
- Formulieren Sie Ursachen ohne Schuldzuweisungen, z. B.:
- „Fehlende Abstimmung zwischen X und Y“
- „Unklare Prozessverantwortung“
- „Nicht dokumentierte Annahmen im Angebot“
5. Falsche oder suggestive Fragestellung
Problem: Die W-Fragen werden suggestiv oder einseitig formuliert, sodass nur bestimmte Antworten „erlaubt“ erscheinen.
Typische Anzeichen:
- „Warum haben Sie das wieder so spät gemeldet?“
- „Wer hat das verbockt?“
- „Wie hätten Sie das verhindern müssen?“
Solche Fragen erzeugen Verteidigung statt Erkenntnis.
Beispiel:
Statt neutral zu fragen „Wer war beteiligt?“, fragt die Führungskraft „Wer war diesmal verantwortlich?“. Die Antworten werden bewusst verknappt, relevante Informationen bleiben ungenannt.
So vermeiden Sie den Fehler:
- Formulieren Sie Fragen neutral und offen, z. B.:
- „Wer war beteiligt oder betroffen?“
- „Wie ist der Ablauf aus Ihrer Sicht gewesen?“
- Vermeiden Sie wertende Adjektive („schlecht“, „spät“, „wieder“).
- Prüfen Sie: Führt die Frage zu Information, nicht zur Rechtfertigung?
6. Relevante W-Fragen werden ausgelassen
Problem: Unter Zeitdruck oder aus Gewohnheit wird nur ein Teil der 6W-Methode genutzt. Häufig fehlen insbesondere „Warum?“ oder „Wer?“.
Typische Anzeichen:
- Reine Ereignisbeschreibung ohne Begründung oder Kontext.
- Entscheidungen auf Basis unvollständiger Informationen.
- Wiederkehrende Probleme, weil Ursachen („Warum?“) nicht adressiert werden.
Beispiel:
Ein Projektauftrag beschreibt ausführlich, was gemacht werden soll („Was“, „Wie“), aber nicht, warum. Später stellt sich heraus, dass die strategische Relevanz unklar ist und Prioritäten sich schnell verschieben.
So vermeiden Sie den Fehler:
- Arbeiten Sie mit einer standardisierten 6W-Vorlage.
- Markieren Sie bewusst, wenn ein W (derzeit) nicht beantwortet werden kann.
- Nutzen Sie eine kurze Checkliste vor Abschluss:
- Sind alle sechs W-Fragen beantwortet?
- Sind Lücken als Annahmen gekennzeichnet?
7. Antworten werden nicht validiert
Problem: Die 6W-Antworten beruhen nur auf Einzelmeinungen oder Bauchgefühl. Daten, Logs, Verträge oder Prozessdokumentation werden nicht herangezogen.
Typische Anzeichen:
- Späterer Widerspruch zu Zahlen, Tickets oder Reports.
- Diskussionen über „Wahrheiten“ statt über Lösungen.
- Maßnahmen, die ins Leere laufen, weil die Ausgangslage falsch beschrieben wurde.
Beispiel:
„Wann?“ – „Gegen 10 Uhr war das System nicht erreichbar.“
Die Systemlogs zeigen später, dass der Ausfall um 9:35 Uhr begann und um 9:47 Uhr behoben war. Die fehlerhafte Zeitangabe führt zu falschen Schlussfolgerungen in der Ursachenanalyse.
So vermeiden Sie den Fehler:
- Markieren Sie Aussagen als:
- Fakt (belegt),
- Beobachtung (subjektiv),
- Annahme (noch unbestätigt).
- Prüfen Sie kritische Angaben (Zeit, Umfang, Beteiligte) anhand von:
- System-Logs, Tickets, Protokollen
- KPIs, Monitoring, Verträgen
- Aktualisieren Sie die 6W-Dokumentation, sobald bessere Daten vorliegen.
8. Schlechte Struktur und unklare Dokumentation
Problem: Die Ergebnisse der 6W-Methode werden unsauber festgehalten – etwa in E-Mails, Chatverläufen oder unstrukturierten Word-Dokumenten.
Typische Anzeichen:
- Wichtige Informationen sind über mehrere Dokumente verteilt.
- Neue Beteiligte verstehen die Situation nicht auf Anhieb.
- Die 6W-Analyse ist nicht wiederauffindbar.
Beispiel:
Ein Projektleiter protokolliert die 6W-Ergebnisse in seinem privaten Notizbuch. Bei einem Wechsel in der Projektleitung fehlen zentrale Informationen zu Stakeholdern und Rahmenbedingungen.
So vermeiden Sie den Fehler:
- Nutzen Sie eine einheitliche 6W-Vorlage in Ihrem Ticket-, Projekt- oder QM-System.
- Strukturieren Sie pro W-Frage in eigene Abschnitte oder Felder.
- Verwenden Sie Stichpunkte statt langer Fließtexte.
- Legen Sie fest, wo 6W-Analysen abgelegt werden (Ablageort, Versionsstand).
9. Keine klare Ableitung von Maßnahmen aus den 6W-Ergebnissen
Problem: Die 6W-Methode endet bei der Beschreibung. Es gibt keinen klaren Übergang zu Maßnahmen, Verantwortlichkeiten und Fristen.
Typische Anzeichen:
- Gute Analysen, aber keine Umsetzung.
- Wiederkehrende Probleme trotz mehrfacher 6W-Betrachtung.
- Frust bei Beteiligten, weil „nichts passiert“.
Beispiel:
Nach einer umfangreichen 6W-Analyse eines Produktionsstillstands werden Ursachen detailliert beschrieben. Wer welche Maßnahme bis wann umsetzt, bleibt offen. Beim nächsten Stillstand wird die Analyse wiederholt, ohne die alten Erkenntnisse genutzt zu haben.
So vermeiden Sie den Fehler:
Ergänzen Sie die 6W-Ergebnisse um einen kompakten Abschnitt, z. B.:
- Welche Maßnahmen ergeben sich aus den 6W-Ergebnissen?
- Wer ist für welche Maßnahme verantwortlich?
- Bis wann ist welche Maßnahme umzusetzen?
- Wie wird der Erfolg überprüft?
Damit wird aus der 6W-Analyse eine konkrete Handlungsgrundlage statt einer reinen Dokumentation.
10. Einmalige Anwendung statt kontinuierlicher Nutzung
Problem: Die 6W-Methode wird nur bei „größeren“ Vorfällen oder Projekten angewendet – nicht im laufenden Alltag.
Typische Anzeichen:
- Unterschiedliche Qualität von Beschreibungen und Tickets.
- Hohe Abhängigkeit von Einzelpersonen („Nur X kann das erklären“).
- Wenig Lernkurve über mehrere Vorfälle oder Projekte hinweg.
Beispiel:
In IT-Projekten wird die 6W-Methode in Kick-offs eingesetzt, aber nicht bei Change Requests und Störungen. Dadurch fehlt ein konsistentes Bild über Abhängigkeiten und typische Problemursachen.
So vermeiden Sie den Fehler:
- Verankern Sie die 6W-Fragen in:
- Ticketmasken (Incident, Change, Problem)
- Projektaufträgen und Business Cases
- Vorlagen für Besprechungsprotokolle
- Schulen Sie Führungskräfte und Projektleiter in der konsequenten Nutzung.
- Nutzen Sie wiederkehrende 6W-Analysen als Basis für:
- Standardmaßnahmen,
- Prozessverbesserungen,
- Schulungsbedarfe.
Best Practices: 6W-Methode richtig anwenden
Eine gute 6W-Analyse folgt einigen klaren Prinzipien. Die folgende kompakte Übersicht eignet sich als praktische Checkliste.
Best Practices für die 6W-Methode:
- Zweck definieren
Vor Beginn klären: Wofür wird die 6W-Analyse genutzt? (Entscheidung, Dokumentation, Ursachenanalyse) - Vollständige W-Fragen stellen
Alle sechs W’s durchgehen: Wer, Was, Wann, Wo, Warum, Wie. - Konkrete, messbare Angaben einfordern
Daten, Zeitpunkte, Orte, Rollen klar benennen. - Neutral fragen, nicht anklagen
Fragen so formulieren, dass sie Informationen statt Rechtfertigungen erzeugen. - Fakten von Annahmen trennen
Aussagen kennzeichnen und bei Bedarf nachvalidieren. - Ergebnisse strukturiert dokumentieren
Einheitliche Vorlage, klarer Ablageort, nachvollziehbare Versionen. - Maßnahmen ableiten und nachverfolgen
Aus den Antworten konkrete To-dos mit Verantwortlichen und Terminen ableiten.
Praxisbeispiel: 6W-Methode falsch vs. richtig angewendet
Ausgangssituation
In einem mittelständischen Unternehmen fällt die zentrale CRM-Anwendung mehrfach kurzzeitig aus. Vertrieb und Kundenservice sind betroffen, es kommt zu Verzögerungen in der Kundenkommunikation.
Variante 1: 6W-Methode schlecht angewendet
- Wer? Vertrieb
- Was? System war down
- Wann? Letzte Woche
- Wo? Im CRM
- Warum? IT-Problem
- Wie? Keine Ahnung
Ergebnis:
- Keine klare Zuordnung, welche Teams und Kunden betroffen waren.
- „Warum?“ bleibt vage, IT bekommt den „Schwarzen Peter“.
- Es werden nur Ad-hoc-Restarts vereinbart, keine nachhaltige Lösung.
Variante 2: 6W-Methode sauber angewendet
- Wer?
- Betroffen: Vertrieb DACH, Kundenservice, Key-Account-Management
- Verantwortlich: IT-Betrieb, Applikationsverantwortlicher CRM
- Was?
- Mehrere Ausfälle des CRM-Systems (3–5 Minuten) während der Kernarbeitszeit
- Ca. 80 Benutzer zeitweise arbeitsunfähig
- Wann?
- 3 Vorfälle zwischen 10:00 und 11:30 Uhr am 15. und 17. des Monats
- Zeitpunkte durch Monitoring-Logs belegt
- Wo?
- CRM-Weboberfläche, nur internes Netzwerk, kein VPN-Zugriff betroffen
- Warum?
- Lastspitzen während Kampagnenversand
- Datenbank-Index nicht optimiert
- Unzureichende Skalierung im aktuellen Infrastruktur-Setup
- Wie?
- System reagiert zunächst langsam, dann keine Antwort
- Neustart des Application Servers bringt kurzfristige Entlastung
Abgeleitete Maßnahmen:
- Lasttest mit Peak-Szenarien durchführen
- Datenbank-Indexierung anpassen
- Skalierungsstrategie definieren (z. B. horizontale Skalierung, Caching)
- Monitoring-Alarme für frühe Erkennung von Performance-Einbrüchen schärfen
Dieses Beispiel zeigt: Die 6W-Methode entfaltet ihre Wirkung erst, wenn sie präzise, vollständig und datenbasiert durchgeführt wird – und konsequent in konkrete Maßnahmen mündet.
6W-Methode im Kontext von Projekt- und Prozessmanagement
Für Entscheider, Projektleiter und Führungskräfte ist die 6W-Methode weit mehr als ein Hilfsmittel für Störungsberichte. Sie kann systematisch in Management- und Steuerungsprozesse integriert werden:
- Projektauftrag und Scope-Definition
- Wer ist Auftraggeber, wer sind die wichtigsten Stakeholder?
- Was ist konkret zu liefern (Deliverables)?
- Warum ist das Vorhaben strategisch relevant?
- Wie wird vorgegangen (Vorgehensmodell, Meilensteine)?
- Requirements Engineering
- Wer nutzt die Funktionalität?
- Was genau soll das System können?
- Wann werden welche Releases benötigt?
- Wo wird die Lösung eingesetzt (Standorte, Systeme, Kanäle)?
- Change- und Releasemanagement
- Wer ist von der Änderung betroffen?
- Was ändert sich fachlich und technisch?
- Wann erfolgt der Rollout, welche Sperrzeiten gibt es?
- Wie wird zurückgerollt, wenn etwas schiefgeht?
- Prozessoptimierung und Lean Management
- Wer führt den Prozess heute aus, wer ist Kunde des Prozesses?
- Was sind die wichtigsten Engpässe und Verschwendungen?
- Warum ist eine Veränderung nötig (Kosten, Qualität, Zeit)?
Mit einer durchgängig eingesetzten 6W-Methodik schaffen Sie ein gemeinsames Verständnis über Teams und Hierarchieebenen hinweg – und verbessern die Entscheidungsqualität bei geringer zusätzlicher Komplexität.
Fazit Typische Fehler bei der 6W-Methode: Die 6W-Methode ist einfach – aber nicht trivial
Die 6W-Methode wirkt auf den ersten Blick banal, ist in der täglichen Praxis aber ein sehr wirksames Werkzeug, um Komplexität zu reduzieren, Missverständnisse zu vermeiden und fundierte Entscheidungen zu treffen. Typische Fehler bei der 6W-Methode entstehen vor allem durch:
- fehlende Zielklarheit,
- oberflächliche oder unpräzise Antworten,
- ausgelassene W-Fragen,
- mangelnde Validierung und Dokumentation,
- fehlende Verbindung zu konkreten Maßnahmen.
Wer diese Stolperfallen kennt und bewusst adressiert, kann mit geringem Aufwand die Qualität von Problemanalysen, Anforderungsdefinitionen und Projektaufträgen deutlich erhöhen.
Wenn Sie die 6W-Methode und andere bewährte Analyse- und Steuerungsinstrumente systematisch in Ihren Projekten und Prozessen verankern möchten, kann eine externe, neutrale Perspektive helfen. Die Berater von PURE Consultant unterstützen Sie dabei, Methodik, Praxis und Organisation zusammenzubringen – von der Auswahl der passenden Vorgehensmodelle über Trainings bis hin zur konkreten Begleitung kritischer Vorhaben.