Nutzen der 6W-Methode

Nutzen der 6W-Methode – Unklare Anforderungen, Missverständnisse zwischen Fachbereich und IT, endlose Nachfragen – viele Projekte scheitern nicht an der Lösung, sondern an der ungenauen Beschreibung des Problems. Genau hier setzt die 6W-Methode an. Sie bietet einen einfachen, aber sehr wirkungsvollen Rahmen, um Situationen strukturiert zu analysieren und Entscheidungen fundiert vorzubereiten.
In diesem Artikel erfahren Sie, was die 6W-Methode ist, welchen konkreten Nutzen sie im Unternehmensalltag bringt und wie Sie sie in Projekten, Meetings und Analysen sofort praktisch einsetzen können.

Nutzen der 6W-Methode
Nutzen der 6W-Methode

Was ist die 6W-Methode?

Die 6W-Methode ist eine strukturierte Fragetechnik, bei der ein Sachverhalt systematisch mit sechs zentralen W-Fragen geklärt wird, um ein gemeinsames, vollständiges Verständnis zu erzeugen.

Typische 6W-Fragen sind:

Mit dieser einfachen Struktur lassen sich Anforderungen, Probleme, Vorfälle, Chancen oder Entscheidungen klar und nachvollziehbar beschreiben.


Warum ist die 6W-Methode so nützlich?

Der zentrale Nutzen der 6W-Methode liegt darin, Komplexität beherrschbar zu machen. Anstatt unsystematisch Informationen zu sammeln, führt sie Entscheider, Projektmanager und Fachanwender Schritt für Schritt durch alle relevanten Dimensionen eines Themas.

Wesentliche Vorteile:

Gerade im Projektmanagement, in der IT und im Prozessmanagement ist der Nutzen der 6W-Methode hoch, weil dort täglich komplexe Sachverhalte zu klären sind.


Typische Einsatzbereiche der 6W-Methode in Unternehmen

Die 6W-Methode ist vielseitig einsetzbar. Sie hilft überall dort, wo Situationen oder Anforderungen beschrieben, analysiert oder entschieden werden müssen.

Projektmanagement und Anforderungsanalyse

Beispiel: Statt „Wir brauchen ein neues Reporting“, wird mit der 6W-Methode geklärt, wer welche Kennzahlen wo und wann benötigt, warum sie wichtig sind und wie sie bereitgestellt werden sollen.

Prozessoptimierung und Qualitätsmanagement

Hier sorgt die 6W-Methode dafür, dass Prozessänderungen konkret und nachprüfbar beschrieben werden: Wer arbeitet wann und wie mit welchen Inputs und Outputs.

Incident-, Problem- und Risikomanagement

Statt knapper Störungsmeldungen wie „System langsam“ entsteht eine vollständige Beschreibung: Wer ist betroffen, seit wann, in welchen Bereichen, wie äußert sich das Problem und warum ist es kritisch?

Führung, Meetings und Entscheidungsfindung

Mit der 6W-Methode werden Entscheidungsvorlagen so aufbereitet, dass das Management schnell erkennt, wer was braucht, warum und mit welchen Konsequenzen.


Die sechs W-Fragen im Detail – mit Praxisbeispielen

Die eigentliche Stärke der 6W-Methode liegt in der konsequenten Nutzung jeder einzelnen Frage. Jede W-Frage erfüllt eine eigene Funktion.

1. Wer?

Zweck: Klärung der beteiligten und betroffenen Personen oder Rollen.

Typische Unterfragen:

Praxisbeispiel:
Beim Start eines Digitalisierungsprojekts wird klar definiert, wer Fachverantwortlicher, Projektleiter, IT-Ansprechpartner und externer Dienstleister ist. So lassen sich spätere Verantwortungsdiskussionen vermeiden.


2. Was?

Zweck: Beschreibung des Gegenstands oder Ziels – was genau soll erreicht, geändert oder entschieden werden?

Typische Unterfragen:

Praxisbeispiel:
Statt „Wir optimieren den Bestellprozess“ wird präzisiert: „Wir verkürzen die Durchlaufzeit der Online-Bestellung von 5 auf maximal 2 Tage.“ Dieses „Was“ ist messbar und überprüfbar.


3. Warum?

Zweck: Herstellen von Sinn und Priorität – warum ist das Thema wichtig?

Typische Unterfragen:

Praxisbeispiel:
Ein Reporting-Projekt wird nicht mit „weil das Management das will“ begründet, sondern mit: „Wir treffen aktuell Entscheidungen auf Basis veralteter Daten, was zu Fehlentscheidungen und Umsatzverlusten führen kann.“ Das schafft Verständnis und Commitment.


4. Wann?

Zweck: Zeitliche Dimension – Fristen, Startpunkte, Meilensteine.

Typische Unterfragen:

Praxisbeispiel:
Bei einer regulatorischen Änderung wird dokumentiert, dass bestimmte Anforderungen bis zu einem gesetzlich vorgegebenen Stichtag umzusetzen sind. Prioritäten und Ressourcen lassen sich dadurch besser planen.


5. Wo?

Zweck: Räumlicher oder organisatorischer Kontext.

Typische Unterfragen:

Praxisbeispiel:
Eine Performance-Problematik betrifft nicht „das System an sich“, sondern konkret: „online Kundenportal, Region DACH, in der Zeit von 18–21 Uhr“. Dadurch werden Ursachenanalysen deutlich zielgerichteter.


6. Wie?

Zweck: Vorgehen, Methode oder Lösungsskizze.

Typische Unterfragen:

Praxisbeispiel:
Bei einem Change-Projekt wird früh festgelegt, wie Mitarbeitende informiert und geschult werden: über E-Learnings, Präsenzschulungen, FAQ im Intranet. Das „Wie“ reduziert Widerstände und Unsicherheiten.


So wenden Sie die 6W-Methode Schritt für Schritt an

Damit der Nutzen der 6W-Methode voll zum Tragen kommt, sollten Sie sie bewusst in Ihre Arbeitsabläufe integrieren.

Anlass definieren

Beteiligte festlegen

6W-Struktur vorbereiten

Erstellen Sie z. B. eine einfache Tabelle oder ein Whiteboard mit sechs Spalten:

Nutzen Sie die 6W-Fragen als Leitfaden für Interviews, Workshops oder Abstimmungsrunden.

Informationen sammeln

Ergebnisse konsolidieren

Dokument teilen und verankern


Konkrete Vorteile gegenüber unsystematischem Vorgehen

Im Alltag werden Probleme und Anforderungen oft „aus dem Bauch heraus“ beschrieben. Das führt zu Missverständnissen und Medienbrüchen. Die 6W-Methode schafft hier klare Vorteile:

Gerade in größeren Organisationen oder in der Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern ist dieser Standardisierungseffekt ein zentraler Nutzen der 6W-Methode.


Typische Fehler bei der Anwendung der 6W-Methode

Wie bei jeder Methode gibt es Fallstricke, die den Nutzen schmälern können.

Häufige Fehler:

Wenn Sie diese Fehler vermeiden, steigern Sie den praktischen Nutzen der 6W-Methode deutlich.


6W-Methode kombinieren: Noch mehr Nutzen durch andere Tools

Die 6W-Methode ist bewusst einfach gehalten. Ihren vollen Mehrwert entfaltet sie oft in Kombination mit weiteren Analyse- und Entscheidungstechniken.

Sinnvolle Kombinationen:

Damit wird aus der 6W-Methode ein leistungsfähiger Einstiegspunkt in eine umfassende Analyse- und Entscheidungslogik.


Praxisbeispiel: 6W-Methode in einem IT-Projekt

Um den Nutzen der 6W-Methode greifbar zu machen, betrachten wir ein vereinfachtes Szenario aus einem IT-Projekt.

Ausgangslage:
Der Vertrieb beklagt, dass das CRM-System „nicht nutzerfreundlich“ ist. Die IT erhält die Aufgabe, „das CRM zu verbessern“.

Schritt 1: 6W-Fragen anwenden

Schritt 2: Ergebnisse verdichten

Aus den Antworten ergibt sich eine klare, abgestimmte Beschreibung der Anforderung:

Schritt 3: Transfer in weitere Artefakte

Dieses Beispiel zeigt, wie der strukturierte Einsatz der 6W-Methode aus einer vagen Beschwerde („CRM ist nicht nutzerfreundlich“) eine umsetzbare, abgestimmte Anforderung macht.


Wie Sie die 6W-Methode im Unternehmen verankern

Um den Nutzen der 6W-Methode dauerhaft zu realisieren, sollte sie nicht nur vereinzelt genutzt, sondern bewusst in Strukturen eingebettet werden.

Praktische Ansätze:

So wird die 6W-Methode vom einmaligen „Methoden-Experiment“ zum gelebten Standard im Tagesgeschäft.


Fazit Nutzen der 6W-Methode: Warum sich der Einsatz der 6W-Methode für Entscheider lohnt

Die 6W-Methode ist ein einfaches, aber sehr wirkungsvolles Werkzeug, um Komplexität zu strukturieren, Missverständnisse zu vermeiden und bessere Entscheidungen zu treffen. Durch die konsequente Klärung von Wer, Was, Warum, Wann, Wo und Wie entsteht ein gemeinsames Verständnis, auf dessen Basis Projekte schneller, zielgerichteter und ressourcenschonender umgesetzt werden können.

Für Entscheider, Projektmanager, Führungskräfte und Fachanwender bedeutet das:

Wenn Sie die 6W-Methode in Ihrem Unternehmen systematisch verankern möchten – etwa im Projekt- und Prozessmanagement, in der Anforderungsanalyse oder im Risikomanagement – lohnt sich eine externe Perspektive. Eine erfahrene Beratung wie die PURE Consultant kann Sie dabei unterstützen, passende Templates, Prozesse und Schulungskonzepte zu entwickeln und die 6W-Methode pragmatisch in Ihre bestehende Organisation zu integrieren.

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