Häufige Fehler beim Brainstorming

Häufige Fehler beim Brainstorming – Brainstormings sollen in kurzer Zeit viele gute Ideen liefern – in der Praxis erzeugen sie jedoch oft Frust, endlose Diskussionen und wenig verwertbare Ergebnisse. Gerade in Projekten, Veränderungsinitiativen oder Strategieprozessen ist das teuer: Sie verlieren Zeit, Energie und Akzeptanz im Team. Dieser Beitrag zeigt die häufigsten Fehler beim Brainstorming und wie Sie sie systematisch vermeiden. Mit klaren Beispielen, konkreten Moderations-Tipps und alternativen Kreativmethoden erhalten Sie einen praxisnahen Leitfaden, mit dem Ihre nächsten Workshops deutlich produktiver, fokussierter und ergebnisorientierter werden.

Häufige Fehler beim Brainstorming
Häufige Fehler beim Brainstorming

Was ist Brainstorming – und warum scheitert es so oft?

Brainstorming ist eine strukturierte Gruppenmethode, um in begrenzter Zeit möglichst viele Ideen zu einem klar definierten Problem zu sammeln – zunächst ohne Bewertung, danach mit Auswahl und Priorisierung.

In vielen Unternehmen läuft Brainstorming jedoch so ab:

Die Folge: Das Team erlebt Brainstormings als „Zeitverschwendung“, obwohl das eigentliche Problem in typischen methodischen Fehlern liegt – nicht in mangelnder Kreativität der Beteiligten.


Häufige Fehler beim Brainstorming im Überblick

Die wichtigsten Fehler beim Brainstorming sind:

  1. Unklare oder zu breite Problemstellung
  2. Fehlende Zieldefinition und Erwartungshaltung
  3. Keine oder schwache Moderation
  4. Zu frühe Bewertung und Kritik von Ideen
  5. Dominanz einzelner Personen und Hierarchieeffekte
  6. Zu große oder ungeeignete Gruppe
  7. Falscher Rahmen: Zeit, Raum, Energielevel
  8. Vermischung von Ideensammlung und -bewertung
  9. Fehlende Struktur in der Ideensammlung
  10. Keine Visualisierung und Dokumentation
  11. Kein klarer Prozess nach dem Brainstorming
  12. Ungeeignete Tools und Methoden im Remote-Setting

Im Folgenden gehen wir diese Fehler Schritt für Schritt durch und zeigen, wie Sie sie in der Praxis vermeiden.


1. Unklare oder zu breite Problemstellung

Typischer Fehler: „Wir brainstormen mal zu ‚Innovation 2026‘.“ – Die Fragestellung ist zu unscharf, jeder versteht etwas anderes, die Ideen bleiben oberflächlich.

Woran Sie den Fehler erkennen

Bessere Vorgehensweise

Formulieren Sie vorab eine konkrete, fokussierte Fragestellung, zum Beispiel:

Gute Leitfragen…

Tipp: Schreiben Sie die Leitfrage sichtbar auf Flipchart oder Whiteboard und verweisen Sie während der Session immer wieder darauf.


2. Fehlende Zieldefinition und Erwartungshaltung

Brainstorming ist kein Selbstzweck. Ohne klares Ziel entsteht schnell Frust, weil niemand weiß, was am Ende herauskommen soll.

Typische Symptome

So definieren Sie Ziele sinnvoll

Klären Sie im Vorfeld und zu Beginn des Workshops:

Formulieren Sie das sichtbar:
„Ziel dieses Brainstormings: 20–30 konkrete Ideen sammeln und 3–5 priorisierte Vorschläge für den nächsten Management-Review vorbereiten.“


3. Keine oder schwache Moderation

Ohne klare Moderation wird Brainstorming schnell zur offenen Diskussion oder zum „Meeting wie immer“.

Folgen fehlender Moderation

Rolle einer guten Moderation

Eine professionelle Moderation…

In kritischen oder hierarchiebelasteten Kontexten lohnt sich eine externe Moderation, um Neutralität und Beteiligung aller sicherzustellen.


4. Zu frühe Bewertung und Kritik von Ideen

Einer der klassischen Fehler beim Brainstorming: Noch bevor Ideen vollständig formuliert sind, werden sie relativiert oder kritisiert.

Typische Killer-Sätze

Warum das problematisch ist

Bessere Regel: Trennung von Sammeln und Bewerten

Gestalten Sie das Brainstorming in zwei klar getrennten Phasen:

  1. Divergente Phase (Ideensammlung)
    • Ziel: Menge und Vielfalt
    • Regeln: keine Bewertung, keine Diskussion, Fragen nur zum Verständnis
  2. Konvergente Phase (Bewertung und Auswahl)
    • Ziel: Verdichten und Priorisieren
    • Methoden: Punktabfrage, Aufwand-Nutzen-Matrix, Entscheidungsregeln

Visualisieren Sie diese Phasen zu Beginn und erinnern Sie aktiv daran, wenn jemand zu früh bewertet.


5. Dominanz einzelner Personen und Hierarchieeffekte

In vielen Unternehmen bestimmen ranghöhere oder extrovertierte Personen unbewusst die Richtung.

Woran Sie das erkennen

Maßnahmen gegen Dominanz

Eine einfache Regel: „Führungskräfte reden in der Ideensammlung zuletzt, nicht zuerst.“


6. Zu große oder ungeeignete Gruppe

„Je mehr, desto besser“ gilt beim Brainstorming nur sehr bedingt.

Probleme zu großer Gruppen

Für klassische Brainstormings sind 5–8 Personen meist ideal. Bei größeren Gruppen:

Achten Sie außerdem auf die Zusammensetzung:


7. Falscher Rahmen: Zeit, Raum, Energielevel

Auch der beste Prozess scheitert, wenn der Rahmen nicht passt.

Typische Rahmenfehler

Besser gestalten

Ein durchdachter Rahmen signalisiert Wertschätzung und fördert die Kreativität spürbar.


8. Vermischung von Ideensammlung und -bewertung

Selbst wenn niemand offen kritisiert, verschmelzen in vielen Workshops Sammeln, Diskutieren und Entscheiden.

Folgen

Klare Prozesslogik einführen

Strukturieren Sie den Ablauf ausdrücklich:

  1. Sammeln: Ideen auf Karten/Post-its, keine Diskussion.
  2. Sortieren: Clustern nach Themen, keine Bewertung.
  3. Bewerten: Kriterien definieren (Nutzen, Machbarkeit, Zeit), dann bewerten.
  4. Entscheiden: Top-Ideen auswählen, ggf. kombinieren.

Visualisieren Sie diese Schritte im Raum oder im digitalen Whiteboard. So behält das Team die Orientierung.


9. Fehlende Struktur in der Ideensammlung

„Wer eine Idee hat, ruft sie einfach rein“ – das führt oft zu chaotischen Whiteboards, Doppelungen und Lücken.

Typische Anzeichen

Strukturierte Ansätze

Nutzen Sie Leitstrukturen, um das Denken in Bahnen zu lenken, z. B.:

Sie können diese Struktur vorgeben oder gemeinsam mit dem Team zu Beginn entwickeln und dann gezielt je Kategorie Ideen sammeln.


10. Keine Visualisierung und Dokumentation

Ein häufig unterschätzter Fehler: Die Annahme, dass sich „alle das schon merken“.

Negative Effekte

Gute Praxis

Definieren Sie bereits vor dem Brainstorming, wer die Dokumentation übernimmt und wie sie ins Projekt- oder Aufgabenmanagement einfließt.


11. Kein klarer Prozess nach dem Brainstorming

Brainstorming ohne Follow-up wirkt wie ein Ritual ohne Wirkung.

Typische Fehler nach dem Workshop

So sichern Sie Wirkung

Planen Sie verbindlich, was nach dem Brainstorming passiert:

Nutzen Sie etablierte Formate (Jour fixe, Steering Committee, Portfolio-Board), um Ideen systematisch in Entscheidungen zu überführen.


12. Ungeeignete Tools und Methoden im Remote-Setting

Virtuelle Brainstormings haben zusätzliche Stolpersteine.

Häufige Remote-Fehler

Empfehlungen für digitale Brainstormings

In hybriden Formaten (Teilnehmende vor Ort und remote) sollte die Moderation besonders auf gleichberechtigte Beteiligung achten – z. B. indem alle, auch im Raum, am gleichen digitalen Board arbeiten.


Checkliste: Was sollte man beim Brainstorming vermeiden?

Die folgende Liste eignet sich als schnelle Vorbereitung für Workshops oder als Folie in der Einladung:

Vermeiden Sie insbesondere:


Best Practices: So gestalten Sie ein professionelles Brainstorming

Um häufige Fehler beim Brainstorming zu vermeiden, hat sich in vielen Organisationen ein standardisierter Ablauf bewährt:

1. Vorbereitung

2. Einstieg

3. Ideensammlung (divergent)

4. Strukturierung

5. Bewertung und Auswahl (konvergent)

6. Abschluss und Follow-up

Diese Routine schafft Transparenz, Vertrauen und eine deutlich höhere Umsetzungsrate der erarbeiteten Ideen.


Brainstorming-Alternativen und -Erweiterungen

Brainstorming ist nicht immer die beste Methode. Je nach Ziel und Gruppe können andere Formate geeigneter sein.

Nützliche Alternativen

Die Wahl der Methode sollte sich an Ziel, Zeitrahmen, Komplexität und Gruppenzusammensetzung orientieren.


Fazit Häufige Fehler beim Brainstorming: Brainstorming als wirksames Management-Tool nutzen

Häufige Fehler beim Brainstorming sind kein Zeichen mangelnder Kreativität, sondern Ergebnis fehlender Struktur und Moderation. Wer…

macht aus Brainstormings ein wirksames Instrument für Innovation, Problemlösung und Entscheidungsfindung – statt eines weiteren unproduktiven Meetings.

Wenn Sie Brainstormings und Workshops in Ihrem Unternehmen systematisch professionalisieren möchten – etwa im Rahmen von Projektmanagement, Transformation oder Prozessoptimierung –, lohnt sich der Blick auf externe Unterstützung. Erfahrene Berater wie die PURE Consultant unterstützen Sie dabei, passende Formate zu entwickeln, Moderationskompetenz im Unternehmen aufzubauen und Kreativmethoden so zu verankern, dass sie messbare Ergebnisse im Alltag liefern.

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