Häufige Fehler bei der SCAMPER Methode

Häufige Fehler bei der SCAMPER Methode – Die SCAMPER-Methode gilt als einfache, strukturierte Kreativitätstechnik – und wird im Projekt- und Innovationsalltag trotzdem häufig wirkungslos eingesetzt. Workshops bleiben an der Oberfläche, Teilnehmende fühlen sich ermüdet, und am Ende landen wenige Ideen im realen Projekt. Dieser Beitrag zeigt, welche typischen Fehler bei der SCAMPER Methode auftreten, warum sie entstehen und wie Sie sie systematisch vermeiden. So erhöhen Sie die Qualität Ihrer Ideen, beschleunigen Entscheidungen und nutzen SCAMPER als ernstzunehmendes Instrument im Innovations- und Projektmanagement.

Häufige Fehler bei der SCAMPER Methode
Häufige Fehler bei der SCAMPER Methode

Kurz erklärt: Was ist die SCAMPER-Methode?

Die SCAMPER-Methode ist eine strukturierte Kreativitätstechnik zur Ideenfindung. Sie hinterfragt bestehende Produkte, Services oder Prozesse systematisch anhand von sieben Denkfragen.

SCAMPER steht für:

Ziel ist es, aus einem bestehenden Ausgangspunkt (z. B. Produkt, Prozess, Geschäftsmodell) gezielt Varianten und neue Lösungen abzuleiten.


Warum SCAMPER in Unternehmen so beliebt ist

Für Entscheider und Projektverantwortliche bietet SCAMPER mehrere Vorteile:

Gerade weil die Methode so leicht zugänglich wirkt, wird sie oft „nebenbei“ eingesetzt – und genau das führt zu den häufigsten Fehlern.


Häufige Fehler bei der SCAMPER Methode – schnelle Übersicht

Typische Fehler bei der Anwendung der SCAMPER-Methode sind:

Im Folgenden werden diese Fehler im Detail erläutert – inklusive Praxisbeispielen und konkreten Handlungsempfehlungen.


Fehler 1: Unklare Problemstellung vor dem Start

Was läuft schief?
Viele SCAMPER-Workshops starten mit einer vagen Frage wie „Unser Produkt besser machen“ oder „Neues Geschäftsmodell finden“. Die Ausgangsfrage ist zu breit, unscharf oder für die Gruppe unterschiedlich interpretiert.

Typische Symptome:

Wie Sie diesen Fehler vermeiden:

Eine klare, gemeinsam verstandene Fragestellung ist die wichtigste Voraussetzung, damit SCAMPER gezielt wirkt.


Fehler 2: SCAMPER ohne Ziel und Bewertungskriterien einsetzen

Problem:
Selbst wenn die Fragestellung klar ist, fehlen oft konkrete Ziele und Entscheidungskriterien. Die Gruppe „sammelt Ideen“, weiß aber nicht, woran sich später entscheidet, was weiterverfolgt wird.

Folgen in der Praxis:

So schaffen Sie Klarheit:

Beantworten Sie vor dem Workshop mindestens:

Diese Klarheit erhöht die Akzeptanz der Methode bei Führungskräften, da SCAMPER-Workshops sichtbar zu priorisierbaren Entscheidungsgrundlagen führen.


Fehler 3: Unvorbereitete Teilnehmende und fehlender Kontext

Häufige Situation:
Teilnehmende kommen „kalt“ in den SCAMPER-Workshop. Sie kennen die Ausgangslage, Daten oder Kundenperspektiven nicht oder nur unzureichend. Dann werden Kreativfragen beantwortet, ohne dass ausreichend Verständnis vorhanden ist.

Risiken:

Gute Vorbereitung umfasst:

Ein kurzer schriftlicher Pre-Read und ein 10-minütiges Briefing zu Beginn erhöhen Qualität und Tiefe der Antworten in allen sieben SCAMPER-Schritten deutlich.


Fehler 4: Kreativität abwürgen durch zu frühe Bewertung

Was passiert oft?
Schon bei den ersten Vorschlägen fallen Sätze wie „Das geht bei uns nicht“, „Das ist zu teuer“ oder „Das würde der Kunde nie akzeptieren“. Die Gruppe bewertet statt zu explorieren – und stoppt damit den kreativen Fluss.

Typische Folgen:

Trennen Sie strikt: Ideen finden vs. Ideen bewerten

Eine klare Trennung dieser Phasen ist essenziell, wenn Sie SCAMPER im Projekt- oder Produktmanagement professionell nutzen wollen.


Fehler 5: Starres Abarbeiten der sieben Schritte

Missverständnis:
SCAMPER wird manchmal als „Checkliste zum Abhaken“ verstanden. Man geht mechanisch Frage für Frage durch, ungeachtet der Dynamik im Raum.

Probleme dabei:

Empfehlung für die Praxis:

So wird aus einer starren Methode ein lebendiges, zielgerichtetes Arbeitsformat.


Fehler 6: Zu homogene Gruppe und fehlende Perspektiven

Warum ist die Gruppenzusammensetzung so wichtig?
SCAMPER lebt von Perspektivwechseln. Wenn im Raum nur Personen aus derselben Abteilung mit ähnlichem Hintergrund sitzen, bleiben viele Optionen unsichtbar.

Typische Einseitigkeiten:

So stellen Sie eine wirkungsvolle SCAMPER-Gruppe zusammen:

Je diverser und gut vorbereiteter die Gruppe, desto größer die Chance auf wirklich neue Ansatzpunkte.


Fehler 7: SCAMPER als isoliertes Workshop-Event betrachten

Häufige Falle:
SCAMPER wird als einmaliger Kreativ-Workshop verstanden, losgelöst vom übrigen Projekt oder Innovationsprozess. Danach wandern die Flipcharts ins Archiv – und die Organisation lernt nichts dazu.

Was dadurch verloren geht:

Besser: SCAMPER in Prozesse integrieren

So wird SCAMPER Teil eines wiederholbaren Vorgehens und nicht nur eine einmalige Kreativübung.


Fehler 8: Keine saubere Dokumentation und Nachverfolgung

Was häufig schiefläuft:

Konsequenzen:

Praxisempfehlungen zur Dokumentation:

Strukturierte Dokumentation ist die Grundlage, damit SCAMPER-Workshops Entscheidungen und Priorisierungen dauerhaft stützen.


Fehler 9: SCAMPER für jedes Problem nutzen – auch wenn es nicht passt

Wichtige Frage:
Wann ist SCAMPER überhaupt die passende Kreativitätstechnik?

Ungeeignet ist SCAMPER besonders:

Gut geeignet ist die SCAMPER-Methode:

Die Wahl der passenden Methode ist ein strategischer Hebel im Projekt- und Innovationsmanagement – und verhindert, dass SCAMPER überdehnt oder falsch eingesetzt wird.


Fehler 10: Fehlende oder schwache Moderation

Was oft unterschätzt wird:
SCAMPER klingt so einfach, dass man die Moderation „mitlaufen lässt“. In der Praxis führt das dazu, dass einzelne Personen dominieren, andere verstummen und die Struktur verloren geht.

Typische Anzeichen schwacher Moderation:

Was eine gute Moderation sicherstellt:

Für wichtige Vorhaben lohnt es sich, die Moderation durch eine neutrale, erfahrene Person zu übernehmen oder extern zu besetzen – insbesondere, wenn starke Hierarchien oder Konfliktlinien im Spiel sind.


Wie läuft ein professioneller SCAMPER-Workshop ab?

Um häufige Fehler bei der SCAMPER Methode zu vermeiden, hat sich ein klarer Ablauf bewährt:

  1. Ziel und Scope definieren
    • Problem, Zielbild, Rahmenbedingungen klären
  2. Teilnehmer auswählen und vorbereiten
    • Heterogene Gruppe, Pre-Read, Rollenklärung
  3. Methoden- und Kontextbriefing
    • Kurze Einführung in SCAMPER, Klärung der Challenge
  4. Ideen generieren entlang der SCAMPER-Buchstaben
    • Flexibel in der Reihenfolge, Fokus auf produktive Fragen
  5. Ideen clustern und verdichten
    • Themenfelder, Muster, Kombinationsmöglichkeiten herausarbeiten
  6. Bewerten und priorisieren
    • Klare Kriterien anwenden, Entscheidungen dokumentieren
  7. Nächste Schritte festlegen
    • Verantwortliche, Zeithorizonte, Integration in Roadmaps oder Projekte

Dieser Ablauf ist bewusst pragmatisch gehalten und lässt sich in realen Projekt- und Unternehmenskontexten gut verankern.


Checkliste: SCAMPER im Projekt- und Unternehmenskontext richtig einsetzen

Die folgende Kurzcheckliste hilft, die häufigsten Fehler systematisch zu vermeiden:

Wenn Sie diese Punkte konsequent berücksichtigen, erhöht sich der Nutzen der SCAMPER-Methode deutlich – sowohl in Innovationsprojekten als auch in der kontinuierlichen Verbesserung von Prozessen und Services.


Fazit Häufige Fehler bei der SCAMPER Methode: SCAMPER wirksam nutzen statt in typische Fallen tappen

Die SCAMPER-Methode ist weit mehr als eine nette Kreativübung. Richtig eingesetzt, liefert sie fundierte Varianten, eröffnet neue Blickwinkel auf bestehende Lösungen und schafft strukturiert Entscheidungsgrundlagen für Management und Projektteams.

Entscheidend ist, die typischen Fehler bei der SCAMPER Methode zu vermeiden:

Wenn Sie SCAMPER stärker in Ihre Innovations-, Projekt- oder Transformationsvorhaben integrieren möchten oder Unterstützung bei der professionellen Gestaltung von Workshops suchen, kann eine externe, methodensichere Begleitung wertvoll sein. Erfahrene Berater wie PURE Consultant helfen dabei, Kreativmethoden wie SCAMPER so zu designen, zu moderieren und in Ihre Prozesse einzubetten, dass aus guten Ideen messbarer geschäftlicher Nutzen wird.

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