Wertstromanalyse erklärt – In vielen Unternehmen laufen Prozesse über Jahre hinweg „gewachsen“ – mit versteckten Wartezeiten, Medienbrüchen und unnötigen Schleifen. Die Folge: lange Durchlaufzeiten, hohe Bestände, unzuverlässige Lieferzusagen und steigende Kosten. Eine saubere Wertstromanalyse erklärt nicht nur, wo diese Probleme entstehen, sondern macht die gesamte Wertschöpfungskette vom Kundenauftrag bis zur Auslieferung transparent. In diesem Beitrag erfahren Sie, was die Wertstromanalyse ist, wie Sie sie Schritt für Schritt durchführen und wie Sie die Methode in Produktion, Verwaltung und Service sinnvoll einsetzen.
Was ist eine Wertstromanalyse?
Die Wertstromanalyse ist eine Lean-Management-Methode, mit der alle Prozessschritte eines Produktes oder einer Dienstleistung samt Material- und Informationsfluss visualisiert und analysiert werden. Ziel ist es, Verschwendung zu erkennen, Durchlaufzeiten zu verkürzen und den Wert für den Kunden zu erhöhen.
Kurzdefinition:
Die Wertstromanalyse ist eine standardisierte Visualisierung der gesamten Wertschöpfungskette, um Engpässe, Verschwendung und Verbesserungspotenziale systematisch aufzudecken.
Typische Synonyme und verwandte Begriffe sind:
- Value Stream Mapping (VSM)
- Wertstromdesign (für die Soll-Gestaltung)
- Wertstromaufnahme
- Prozesslandkarte mit Fokus auf Material- und Informationsfluss
Die Methode stammt aus dem Lean Manufacturing (Toyota Production System), wird heute aber ebenso im Projektgeschäft, in administrativen Prozessen, in IT-Organisationen oder im Gesundheitswesen eingesetzt.
Ziele und Nutzen der Wertstromanalyse
Für Entscheider, Projektleiter und Fachverantwortliche bietet die Wertstromanalyse mehrere konkrete Vorteile:
- Transparenz über den gesamten End-to-End-Prozess
Statt lokaler Optimierung einzelner Abteilungen entsteht ein gemeinsames Bild der gesamten Wertschöpfung – vom Kundenauftrag bis zur Auslieferung bzw. Serviceerbringung. - Reduktion von Durchlauf- und Lieferzeiten
Wartezeiten, Rückfragen, Schleifen und Überbearbeitung werden sichtbar und können gezielt reduziert werden. - Senkung von Beständen und Work-in-Progress (WIP)
Überhöhte Lager- und Zwischenbestände werden erkannt. Das ermöglicht eine stabilere Produktion oder Leistungserbringung mit weniger Kapitalbindung. - Verbesserte Planbarkeit und Liefertreue
Engpässe und Störungen im Material- und Informationsfluss werden identifiziert, sodass Maßnahmen zur Stabilisierung der Prozesse möglich werden. - Bessere bereichsübergreifende Zusammenarbeit
Alle Beteiligten – z. B. Vertrieb, Disposition, Produktion, Logistik, IT – diskutieren auf Basis derselben Visualisierung. Silos werden aufgebrochen. - Fundierte Basis für Digitalisierung und Automatisierung
Bevor Workflows digitalisiert oder automatisiert werden, hilft eine Wertstromanalyse, unnötige Schritte zu eliminieren und die wirklich wertschöpfenden Aktivitäten zu gestalten.
Kurz gesagt: Die Wertstromanalyse liefert eine objektive Grundlage, um die richtigen Verbesserungsprojekte mit dem größten Nutzen zu priorisieren.
Zentrale Begriffe der Wertstromanalyse
Um eine Wertstromanalyse professionell anzuwenden, sollten einige Kernbegriffe klar sein:
- Kundentakt (Taktzeit)
Die Rate, mit der ein Produkt oder eine Dienstleistung bereitgestellt werden muss, um die Kundennachfrage zu erfüllen (z. B. 1 Einheit alle 3 Minuten). - Durchlaufzeit (Lead Time)
Gesamtzeit vom Start bis zum Ende des Prozesses – inklusive Warte- und Liegezeiten. - Bearbeitungszeit (Processing Time)
Reine Wertschöpfungszeit, in der aktiv an Produkt oder Service gearbeitet wird. - Bestand / Work-in-Progress (WIP)
Menge an halbfertigen Produkten, Vorgängen oder Tickets, die sich im Prozess befinden. - Rüstzeit / Setup-Zeit
Zeit, die für Umrüstungen, Konfigurationswechsel oder Kontextwechsel benötigt wird. - Push- vs. Pull-Steuerung
- Push: Vorstufen produzieren „auf Vorrat“.
- Pull: Nachgelagerte Stufen ziehen nur, was wirklich benötigt wird (Kanban, Supermarkt).
- Wertstromdesign (Soll-Wertstrom)
Gestaltung eines Zielbilds, in dem Verschwendung minimiert, Flüsse stabilisiert und Steuerung vereinfacht werden.
Diese Begriffe tauchen in jeder professionellen Wertstromanalyse auf und dienen als Grundlage für Kennzahlen und Verbesserungsentscheidungen.
Schritt-für-Schritt: Wie führen Sie eine Wertstromanalyse durch?
Im Folgenden ein praxisnaher Leitfaden, wie Sie eine Wertstromanalyse strukturieren können – ob in der Fertigung, in administrativen Prozessen oder in IT-/Serviceabläufen.
1. Ziel und Scope definieren
Bevor Sie mit der Wertstromanalyse starten, sollten Sie Klarheit schaffen über:
- Zielsetzung
Beispielsweise: „Reduktion der Durchlaufzeit von Kundenaufträgen um 30 %“ oder „Verbesserung der Liefertreue von 85 % auf 95 %“. - Produktfamilie oder Prozessfamilie
Wählen Sie eine klar abgegrenzte Produkt- oder Dienstleistungsfamilie mit ähnlichen Prozessschritten, z. B.:- Maschinenbauteile einer bestimmten Baureihe
- Standardservice im After-Sales
- Onboarding-Prozess für Neukunden
- Ticket-Bearbeitung im IT-Support
- Prozessgrenzen
Wo beginnt der Prozess (z. B. Kundenbestellung, Serviceanfrage, Eingang eines Tickets)?
Wo endet er (z. B. Auslieferung, Problemlösung, Rechnungsstellung)?
Je klarer Ziel und Scope, desto fokussierter und wirksamer wird Ihre Wertstromanalyse.
2. Team zusammenstellen
Eine Wertstromanalyse ist ein Team-Workshop, kein Schreibtischprojekt. Typische Rollen:
- Vertreter aus allen relevanten Prozessschritten (Produktion, Logistik, Vertrieb, Einkauf, IT, Fachabteilungen)
- Verantwortlicher Prozess- oder Linienmanager
- Moderation / Lean-Experte
- Optional: Controlling/BI für Kennzahlen
Wichtig ist die Beteiligung derjenigen, die den Prozess tatsächlich ausführen („Gemba“ – am Ort des Geschehens).
3. Datenbasis und Vorbereitung
Bereiten Sie folgende Informationen vor bzw. planen Sie deren Erhebung ein:
- Mengen und Volumen (Stückzahlen, Tickets, Dokumente pro Zeitraum)
- Typische Varianten (Produkttypen, Servicekategorien)
- Durchlauf- und Bearbeitungszeiten
- Bestände und WIP
- Fehlerquoten, Nacharbeiten, Reklamationen
- Schichtmodelle, Kapazitäten, Teamgrößen
Selbst wenn Sie anfangs nur grobe Schätzwerte haben: Eine Wertstromanalyse kann mit Näherungswerten starten und später verfeinert werden.
4. Ist-Wertstrom am Gemba aufnehmen
Die Wertstromanalyse beginnt immer mit dem Ist-Zustand. Vorgehen:
- Start am Kundenende
Beginnen Sie (gedanklich oder physisch) beim Kunden bzw. bei der letzten Prozessstufe und arbeiten Sie sich rückwärts. - Prozessschritte identifizieren
Notieren Sie alle wesentlichen Schritte:- z. B. „Auftrag prüfen“, „Disposition“, „Fertigung Schritt 1“, „Montage“, „Prüfung“, „Verpackung“, „Versand“
- oder in der Verwaltung: „Antrag erfassen“, „Freigabe Teamleiter“, „Sachbearbeitung“, „Qualitätskontrolle“, „Archivierung“
- Material- und Informationsfluss visualisieren
- Materialfluss (oder Vorgangsfluss) mit Pfeilen und Kästchen darstellen
- Informationsfluss (z. B. IT-Systeme, E-Mails, Papierformulare) gesondert kennzeichnen
- Prozessdaten erfassen
Für jeden Schritt:- Bearbeitungszeit (oder Zeitspanne)
- Durchsatz / Kapazität
- Bestand vor dem Schritt
- Fehler-/Nacharbeitsquote (falls relevant)
- Steuerungsmodus (Push/Pull)
- Kennzahlen für den Gesamtprozess
- Summierte Durchlaufzeit
- Summe der reinen Bearbeitungszeiten
- Wertschöpfungsanteil (Bearbeitungszeit / Durchlaufzeit)
Das Ergebnis ist eine grafische Landkarte des Ist-Wertstroms, in der alle wesentlichen Schritte und Kennzahlen sichtbar werden.
5. Verschwendung identifizieren
Mit dem aufgenommenen Ist-Wertstrom prüfen Sie systematisch, wo Verschwendung (Muda) auftritt. Typische Kategorien:
- Überproduktion (mehr oder früher als benötigt)
- Wartezeiten (auf Material, Informationen, Entscheidungen)
- Transport und unnötige Wege
- Überbearbeitung (zu hoher Qualitätsstandard, Doppelarbeit)
- Bestände (Lager, WIP)
- unnötige Bewegungen (Suchen, Laufen)
- Fehler und Nacharbeit
In administrativen Prozessen kommen hinzu:
- Medienbrüche (Papier – Excel – ERP – E-Mail)
- Unklare Verantwortlichkeiten
- Übermäßige Abstimmungs- und Freigabeschleifen
Markieren Sie diese Verschwendungen direkt im Wertstromdiagramm, z. B. mit Symbolen oder Kommentaren. Das macht Engpässe für alle Beteiligten auf einen Blick sichtbar.
6. Soll-Wertstrom entwickeln (Wertstromdesign)
Auf Basis der Erkenntnisse aus der Wertstromanalyse entwerfen Sie nun ein Zielbild des Prozesses. Leitfragen:
- Welche Schritte sind aus Kundensicht wirklich wertschöpfend?
- Wo können Wartezeiten reduziert oder eliminiert werden?
- Welche Bestände können sinnvoll abgebaut werden, ohne die Stabilität zu gefährden?
- Wo ist ein Pull-System (z. B. Kanban, Supermarkt) möglich?
- Wie lassen sich Informationen so steuern, dass weniger Rückfragen und Schleifen nötig sind?
Elemente eines guten Soll-Wertstroms:
- Klare, möglichst einfache Prozesslogik
- Stabile, wiederholbare Prozessschritte
- Passende Steuerung (Takt, Pull, priorisierte Arbeitspakete)
- Geringe Schnittstellenkomplexität
- Klare Verantwortlichkeiten und Eskalationswege
Der Soll-Wertstrom wird ebenfalls in einem Diagramm dargestellt, mit voraussichtlichen Kennzahlen (z. B. erwartete Durchlaufzeit, Bestände).
7. Maßnahmen ableiten und priorisieren
Aus dem Vergleich von Ist- und Soll-Wertstrom entsteht eine erste Liste von Verbesserungsmaßnahmen. Beispielhafte Maßnahmen nach einer Wertstromanalyse:
- Zusammenlegen von Prozessschritten
- Einrichtung eines „One-Piece-Flow“ in bestimmten Bereichen
- Einführung eines Kanban-Systems zur Bestandssteuerung
- Standardisierung von Formaten und Checklisten
- Reduktion von Freigabestufen
- Klare Service-Level-Agreements (SLAs) zwischen Abteilungen
- Schulungen und Qualifizierung des Teams
Priorisieren Sie Maßnahmen u. a. nach:
- Beitrag zu den Zielen (z. B. Durchlaufzeitreduktion)
- Umsetzbarkeit (Aufwand, Komplexität, Abhängigkeiten)
- Quick Wins vs. strukturelle Hebel
Ein einfaches Bewertungsraster (Impact vs. Aufwand) hat sich hier bewährt.
8. Umsetzung und kontinuierliche Verbesserung (PDCA)
Eine Wertstromanalyse entfaltet ihren Wert erst, wenn die abgeleiteten Maßnahmen konsequent umgesetzt und die Ergebnisse überprüft werden:
- Definieren Sie klare Verantwortlichkeiten und Meilensteine
- Messen Sie die relevanten Kennzahlen (z. B. Durchlaufzeit, Bestände, Liefertreue)
- Führen Sie nach einigen Monaten eine erneute, verkürzte Wertstrombetrachtung durch
- Nutzen Sie PDCA-Zyklen (Plan–Do–Check–Act), um den Prozess schrittweise weiter zu verbessern
Praxisbeispiel: Wertstromanalyse in einem Produktionsunternehmen
Ein mittelständischer Hersteller von Komponenten führt eine Wertstromanalyse für eine zentrale Produktfamilie durch. Ausgangslage:
- Durchlaufzeit: 20 Tage
- Wertschöpfungsanteil: < 10 %
- Hohe Zwischenbestände vor mehreren Maschinen
- Häufige Umplanungen in der Produktion
Ist-Wertstromanalyse:
Das Team erkennt u. a.:
- lange Wartezeiten zwischen Bearbeitungsschritten (bis zu mehreren Tagen)
- große Losgrößen zur Kompensation langer Rüstzeiten
- unklare Priorisierung von Aufträgen
- hohe interne Transportaufwände
Soll-Wertstromdesign:
- Reduktion der Losgrößen, kombiniert mit Rüstzeitoptimierung
- Einführung eines Kanban-Systems für die interne Versorgung
- physische Zusammenlegung von Fertigungsinseln zu einer Fließlinie
- klare Priorisierungsregeln für Aufträge
Ergebnisse nach Umsetzung der ersten Maßnahmen:
- Durchlaufzeitreduktion von 20 auf 8 Tage
- Deutlicher Abbau von Zwischenbeständen
- Stabilere Planung und verbesserte Liefertreue
Wesentlich war dabei nicht nur die technische Umgestaltung, sondern die gemeinsame Sicht aller Beteiligten auf denselben Wertstrom – ein typisches Ergebnis einer gut moderierten Wertstromanalyse.
Einsatz im administrativen und IT-Umfeld
Häufig wird die Wertstromanalyse mit Produktion und Lager assoziiert. Tatsächlich eignet sie sich aber auch hervorragend für:
- Angebots- und Vertriebsprozesse
z. B. von der Anfrage bis zum unterschriebenen Vertrag - Kundenservice und Support
z. B. vom Eingang eines Tickets bis zur Lösung - HR- und Onboarding-Prozesse
z. B. vom unterschriebenen Arbeitsvertrag bis zum produktiven Mitarbeitenden - IT- und Entwicklungsprozesse
z. B. von der Anforderung bis zum Go-live
Im administrativen Umfeld verschiebt sich der Fokus stärker auf:
- Informationsflüsse (E-Mails, Tools, Schnittstellen)
- Medienbrüche und redundante Dateneingaben
- Wartezeiten durch fehlende Entscheidungen oder enge Ressourcen
- unnötige Schleifen und Nachfragen
Die Grundlogik bleibt identisch: Der Wertstrom beschreibt den Weg eines Vorgangs durch alle relevanten Schritte – mit dem Ziel, den Kundennutzen möglichst direkt und ohne Verschwendung zu liefern.
Digitale Wertstromanalyse und Schnittstellen zu anderen Methoden
In vielen Organisationen wird die Wertstromanalyse heute mit weiteren Ansätzen kombiniert:
- Prozessmanagement (BPMN, Prozessmodelle)
Wertstromanalyse gibt den End-to-End-Blick; BPMN-Modelle können detaillierte Abläufe und Sonderfälle abbilden. - Prozessmining
Aus IT-Systemen gewonnene Logdaten liefern belastbare Zahlen zu Durchlaufzeiten, Varianten und Engpässen. Diese Daten können die Wertstromanalyse ergänzen und objektivieren. - Agile Methoden und Kanban
In Entwicklungs- und Wissensarbeit ist Kanban eine natürliche Ergänzung: Der Wertstrom wird sichtbar gemacht, WIP wird begrenzt und Fluss wird aktiv gesteuert. - Operational Excellence und Lean Six Sigma
Die Wertstromanalyse dient häufig als Einstiegspunkt, um Verbesserungsinitiativen zu strukturieren und geeignete Folgeprojekte zu identifizieren.
Digitale Tools unterstützen die Visualisierung, Simulation und Fortschrittsmessung. Dennoch bleibt die zentrale Stärke der Wertstromanalyse die gemeinsame, analoge Verständigung über den Prozess – häufig am Whiteboard oder mit Papier und Haftnotizen, bevor ein digitales Modell entsteht.
Häufige Fehler bei der Wertstromanalyse
Auch wenn die Methode einfach wirkt, gibt es typische Stolpersteine:
- Zu große Scopes
Ein kompletter Unternehmenswertstrom auf einmal überfordert Teams. Besser: klar abgegrenzte Produkt- oder Prozessfamilien. - Zu viel Detail
Wenn jede kleine Variante und jede Sonderausprägung im Diagramm landet, verliert man den Überblick. Fokus auf den „Hauptstrom“. - Fehlende Einbindung der Ausführenden
Eine Wertstromanalyse nur mit Management ohne Mitarbeitende aus der Praxis führt oft zu theoretischen Bildern, die die Realität nicht widerspiegeln. - Keine Kennzahlen
Ein schönes Diagramm ohne Zeit- und Mengendaten hat wenig Aussagekraft. Auch grobe Schätzungen sind besser als keine Zahlen. - Nur einmalige Aktion ohne Umsetzung
Die Wertstromanalyse bleibt ein Workshop-Ergebnis. Maßnahmen werden nicht umgesetzt, Ergebnisse nicht gemessen. - IT-first statt Prozess-first
Digitalisierung wird als Lösung gesehen, ohne vorher den Prozess zu hinterfragen. Die Folge sind digitalisierte, aber weiterhin ineffiziente Abläufe.
Diese Fehler lassen sich vermeiden, wenn Sie die Wertstromanalyse als wiederkehrendes Führungsinstrument und nicht als einmaliges Projekt verstehen.
Wann lohnt sich eine Wertstromanalyse besonders?
Typische Auslöser, bei denen eine Wertstromanalyse besonders wirksam ist:
- Wiederkehrende Probleme mit Lieferterminen oder Bearbeitungszeiten
- Hohe Bestände bzw. viele „offene Vorgänge“ im System
- Häufige Eilaufträge und Umplanungen
- Unklare Verantwortlichkeiten und „Fingerpointing“ zwischen Abteilungen
- Geplante Investitionen in neue Anlagen oder IT-Systeme
- Skalierung von Geschäftsmodellen (z. B. starkes Wachstum, neue Märkte)
Ein pragmatischer Ansatz:
- Start mit einem Pilot-Wertstrom in einem geschäftskritischen Bereich
- Erste spürbare Verbesserungen erzielen
- Methode und Denkweise anschließend auf andere Bereiche übertragen
Checkliste: Vorbereitung Ihrer nächsten Wertstromanalyse
Zur Orientierung eine kompakte Checkliste:
- Ziel und Scope (Produkt-/Prozessfamilie) definiert
- Relevante Stakeholder und Prozessbeteiligte eingeladen
- Moderator oder Lean-Experte benannt
- Verfügbare Daten (Mengen, Zeiten, Bestände) zusammengestellt
- Raum, Whiteboard, Papier, Marker und Haftnotizen organisiert
- Zeitfenster für Gemba-Begehung eingeplant
- Klare Erwartungshaltung an Ergebnisse (z. B. Maßnahmenliste, Soll-Bild) vereinbart
- Follow-up-Termine für Umsetzung und Review festgelegt
Mit dieser Vorbereitung steigt die Wahrscheinlichkeit, dass aus Ihrer Wertstromanalyse nicht nur ein schönes Bild, sondern eine konkrete Verbesserung der Wertschöpfung entsteht.
Zusammenfassung Wertstromanalyse erklärt
Die Wertstromanalyse ist ein zentrales Werkzeug des Lean Managements, um komplexe Prozesse ganzheitlich sichtbar zu machen, Verschwendung aufzudecken und den Kundennutzen in den Mittelpunkt zu stellen. Richtig angewendet, liefert sie:
- einen klaren Blick auf End-to-End-Prozesse
- belastbare Kennzahlen zu Durchlaufzeiten, Beständen und Wertschöpfungsanteil
- ein realistisches Soll-Bild für stabilere, effizientere Abläufe
- eine priorisierte Maßnahmenroadmap mit schnellen und nachhaltigen Verbesserungen
Ob in der Fertigung, in der Administration oder in IT-nahen Services – eine fundierte Wertstromanalyse erklärt nicht nur, wo Probleme liegen, sondern zeigt wie Sie Schritt für Schritt zu einem verbesserten Wertstrom gelangen.
Wenn Sie Wertstromanalysen in Ihrem Unternehmen einführen oder bestehende Ansätze professionalisieren möchten, kann eine erfahrene externe Moderation den Prozess erheblich beschleunigen. Die PURE Consultant unterstützt Sie dabei, geeignete Wertströme auszuwählen, Workshops zu konzipieren und die Umsetzung der identifizierten Potenziale methodisch sauber zu begleiten.