Taylorwanne vs. Durchlaufzeit

Taylorwanne vs. Durchlaufzeit – Viele Organisationen kämpfen mit demselben Muster: Teams sind voll ausgelastet, trotzdem bleiben Projekte liegen, Tickets stauen sich, Kunden warten deutlich länger als geplant. Wer das wirklich verstehen und verbessern will, kommt an der Frage Taylorwanne vs. Durchlaufzeit“ nicht vorbei. In diesem Artikel erfahren Sie, was hinter der Taylor-Wanne steckt, was genau Durchlaufzeit bedeutet, wie beides zusammenhängt – und wie Sie diese Erkenntnisse gezielt nutzen, um Projekte, IT- und Fachprozesse messbar zu beschleunigen.

Taylorwanne vs. Durchlaufzeit
Taylorwanne vs. Durchlaufzeit

Grundlagen: Was ist die Taylorwanne?

Kurzdefinition:
Die Taylorwanne beschreibt, wie sich die Auslastung eines Systems (z. B. eines Teams, einer Abteilung oder Maschine) auf Wartezeiten, Durchlaufzeit und Produktivität auswirkt. Sie zeigt, dass mit steigender Auslastung ab einem bestimmten Punkt die Warte- und Durchlaufzeiten überproportional ansteigen.

Typische Charakteristika der Taylor-Wanne:

Die Kurve ähnelt einer Wanne:

Wichtige Konsequenz:
Ein System dauerhaft nahe 100 % auszulasten, ist betriebswirtschaftlich oft kontraproduktiv, weil die Durchlaufzeit massiv leidet.


Was bedeutet Durchlaufzeit genau?

Kurzdefinition:
Durchlaufzeit (Lead Time) ist die Zeitspanne vom Start eines Vorgangs (z. B. Auftrag, Ticket, Change Request, Projektfreigabe) bis zu dessen Fertigstellung bzw. Auslieferung an den Kunden.

Wichtige Abgrenzungen:

Eine einfache Beziehung lautet:

Durchlaufzeit = Bearbeitungszeit + Wartezeiten

In der Praxis besteht in vielen Organisationen 80–90 % der Durchlaufzeit aus Wartezeiten – und genau an dieser Stelle wird der Zusammenhang „Taylorwanne vs. Durchlaufzeit“ entscheidend.


Taylorwanne vs. Durchlaufzeit: Wo ist der Unterschied?

Obwohl beide Begriffe eng miteinander verknüpft sind, beschreiben sie unterschiedliche Aspekte:

1. Art der Größe

2. Blickwinkel

3. Nutzen für Entscheider

Kurz:
Die Taylorwanne erklärt warum Durchlaufzeiten sich verhalten, wie sie es tun.
Die Durchlaufzeit zeigt was tatsächlich bei Ihren Kunden und Stakeholdern ankommt.


Wie hängen Taylorwanne und Durchlaufzeit zusammen?

Der Zusammenhang lässt sich mit drei Begriffen gut greifen: Auslastung, WIP (Work in Progress) und Durchsatz.

Auslastung → WIP → Durchlaufzeit

  1. Steigende Auslastung
    • Mehr Aufgaben werden parallel begonnen.
    • Teams verbringen mehr Zeit im Kontextwechsel zwischen Vorgängen.
  2. Wachsende WIP-Menge
    • Immer mehr Vorgänge befinden sich gleichzeitig „im System“.
    • Die Warteschlangen vor Engpässen (z. B. Freigaben, Reviews, Spezialisten) werden länger.
  3. Zunehmende Wartezeiten
    • Vorgänge liegen in Queues, statt aktiv bearbeitet zu werden.
    • Die Durchlaufzeit steigt – oft deutlich stärker als erwartet.

Mathematisch beschreibt Little’s Law den Zusammenhang:

WIP = Durchsatz × Durchlaufzeit

Daraus folgt:

Die Taylorwanne zeigt, dass jenseits einer bestimmten Auslastung jeder zusätzliche Auftrag im System überproportional zu mehr WIP und längeren Durchlaufzeiten führt.


Praxisbeispiele: Taylorwanne vs. Durchlaufzeit im Unternehmensalltag

1. Projektportfolio in der IT

Ausgangslage:

Effekte:

Beobachtbare Symptome:

Mit der Taylorwanne lässt sich zeigen:

2. Service-Prozess in einer Fachabteilung

Beispiel: Vertragsprüfung in der Rechtsabteilung

Typische Folge:

Mögliche Verbesserungen auf Basis von „Taylorwanne vs. Durchlaufzeit“:

Ergebnis:


Durchlaufzeit messen: Vorgehen in 5 Schritten

Um aus dem Modell der Taylorwanne konkrete Verbesserungen abzuleiten, brauchen Sie robuste Daten zur Durchlaufzeit. Ein pragmatisches Vorgehen:

  1. Start- und Endpunkte definieren
    • Für jedes zentrale Arbeitssystem (Tickets, Projekte, Anfragen) festlegen:
      • Ab wann „zählt“ ein Vorgang? (z. B. Eingang im System, Freigabe, Aufnahme ins Backlog)
      • Wann ist er „fertig“? (z. B. Abnahme, Go-live, Ticket geschlossen)
  2. Messbarkeit sicherstellen
    • Ticket- oder Projektmanagement-Tools so konfigurieren, dass:
      • Statuswechsel sauber erfasst werden.
      • Erstell- und Abschlusszeitpunkte zuverlässig vorliegen.
    • Manuelle Exporte nur als Übergangslösung.
  3. Verteilungen statt nur Durchschnittswerte betrachten
    • Median und 85. Perzentil sind oft aussagekräftiger als der reine Durchschnitt.
    • Fragen Sie:
      • „Wie lange dauert es in 50 % der Fälle?“
      • „Wie lange dauert es in 85 % der Fälle?“
  4. Segmentierung nach Typen
    • Trennen Sie z. B.:
      • Standard- vs. Sonderfälle
      • kleine vs. große Projekte
      • Störungen vs. Änderungen
    • So lassen sich gezielte Maßnahmen ableiten.
  5. Zusammenhänge mit WIP und Auslastung analysieren
    • Wie verändert sich die Durchlaufzeit in Phasen besonders hoher WIP-Werte?
    • Gibt es „Schwellenwerte“, ab denen Durchlaufzeiten spürbar anschwellen?

Damit können Sie das theoretische Modell der Taylorwanne mit Ihren realen Daten verknüpfen.


Typische W‑Fragen zu Taylorwanne und Durchlaufzeit

1. Ab welcher Auslastung werden Durchlaufzeiten kritisch?
Es gibt keinen universellen Grenzwert, aber viele Systeme geraten ab ca. 70–85 % Auslastung in einen Bereich, in dem Wartezeiten überproportional steigen. Entscheidend ist, wie stark Ankünfte schwanken und ob Pufferkapazitäten vorhanden sind.

2. Ist es falsch, Teams „voll“ auszulasten?
Vollständige Auslastung ohne Puffer ist in dynamischen Umfeldern hochriskant. Kurzfristig kann sie den Output steigern, mittelfristig führen Warteschlangen und Staus jedoch zu längeren Durchlaufzeiten und sinkender Liefertreue.

3. Wie hängt Durchlaufzeit mit Service Levels und SLAs zusammen?
Service Levels (z. B. „Antwort innerhalb von 2 Tagen“) sind letztlich Zusagen über Durchlaufzeiten. Ohne Verständnis der Beziehung zwischen Auslastung, WIP und Durchlaufzeit sind diese Zusagen schwer einzuhalten.

4. Was ist der Unterschied zwischen Durchlaufzeit und Zykluszeit?
Die Begriffe werden uneinheitlich verwendet. Häufig gilt:

Wichtiger als die Terminologie ist, die verwendeten Definitionen im Unternehmen zu klären.

5. Welche Rolle spielt die Taylorwanne in agilen Methoden wie Kanban oder Scrum?
Kanban arbeitet explizit mit WIP-Limits und der Steuerung von Durchlaufzeiten. Genau hier fließt das Denken in Taylor-Wannen ein: Statt maximale Auslastung anzustreben, wird ein stabiler Fluss mit berechenbaren Durchlaufzeiten priorisiert.


Hebel zur Optimierung: Von der Taylorwanne zur besseren Durchlaufzeit

Wer den Zusammenhang „Taylorwanne vs. Durchlaufzeit“ verstanden hat, kann sehr gezielt an den richtigen Stellschrauben drehen. Zentrale Hebel:

1. WIP begrenzen

2. Kritische Engpässe identifizieren und entlasten

3. Priorisierung nach Wert und Dringlichkeit

4. Auslastungsziele anpassen

5. Transparenz über Durchlaufzeiten schaffen


Anwendung in agilen Umfeldern (Scrum, Kanban, skaliertes Agiles Arbeiten)

In agilen Organisationen ist die Fragestellung „Taylorwanne vs. Durchlaufzeit“ besonders relevant:


Häufige Fehler und Missverständnisse

Beim Umgang mit Taylorwanne und Durchlaufzeit tauchen regelmäßig ähnliche Fallstricke auf:

  1. Fokus nur auf Bearbeitungszeit
    • Optimierung der „individuellen Effizienz“, während Vorgänge trotzdem hauptsächlich warten.
    • Effekte auf die Gesamtdurchlaufzeit bleiben gering.
  2. Maximale Auslastung als Primärziel
    • Kennzahlen wie „Billable Hours“ oder „Auslastung“ werden absolut gesetzt.
    • Durchlaufzeit, Liefertreue und Kundenzufriedenheit geraten ins Hintertreffen.
  3. Fehlende klare Start- und Enddefinitionen
    • Unterschiedliche Bereiche messen unterschiedliche Dinge.
    • Diskussionen über Zahlen statt über Ursachen und Verbesserungen.
  4. Ignorieren von Variabilität
    • „Im Schnitt geht es doch“ – ohne zu sehen, dass Einzelfälle massiv aus dem Ruder laufen.
    • Kritische Projekte oder Kunden erleben dann genau diese Ausreißer.
  5. Technische Lösungen ohne Systemverständnis
    • Einführung neuer Tools, Automatisierung oder „Digitalisierung“,
    • ohne WIP, Auslastung und Engpässe systemisch zu betrachten.

Schritt-für-Schritt-Vorgehen für Ihr Unternehmen

Wenn Sie „Taylorwanne vs. Durchlaufzeit“ konkret für Ihre Organisation nutzen wollen, hat sich ein schrittweises Vorgehen bewährt:

  1. Kritische Wertströme identifizieren
    • Wo entsteht Wert aus Sicht von Kunden/Stakeholdern? (z. B. Angebotserstellung, Projektumsetzung, Produktentwicklung, Incident-Management)
  2. Durchlaufzeit und WIP sichtbar machen
    • Bestehende Systeme nutzen (Tickets, PM-Tools, ERP).
    • Erste einfache Auswertungen erstellen (z. B. auf Basis der letzten 6–12 Monate).
  3. Engpässe und Überlastbereiche erkennen
    • Wo warten Vorgänge regelmäßig?
    • Welche Rollen oder Schritte sind dauerhaft überlastet?
  4. Pilotbereich auswählen
    • Start in einem abgegrenzten Bereich, z. B. einem Team oder einem Wertstrom.
    • Einführung von WIP-Limits, klaren Priorisierungsregeln und transparenter Durchlaufzeitmessung.
  5. Lernschleifen etablieren
    • Regelmäßige Reviews („Flow-Review“ statt nur „Sprint-Review“).
    • Anpassung von WIP, Priorisierungen und Arbeitsweisen auf Basis realer Daten.
  6. Skalierung auf weitere Bereiche
    • Übertrag der Prinzipien auf andere Teams, Services und Projekte.
    • Management-Entscheidungen zu Auslastungszielen und Portfolio-WIP.

Fazit: Wann Sie sich intensiv mit Taylorwanne vs. Durchlaufzeit befassen sollten

Sobald Sie eines oder mehrere der folgenden Zeichen erkennen, lohnt sich ein genauer Blick auf Taylorwanne vs. Durchlaufzeit:

Das Verstehen der Taylor-Wanne und das aktive Management von Durchlaufzeit, WIP und Auslastung gehören zu den wirkungsvollsten Hebeln, um Organisationen schneller, verlässlicher und planbarer zu machen – ohne Teams in noch mehr Überstunden zu treiben.

Wenn Sie diese Zusammenhänge nicht nur theoretisch, sondern in Ihren konkreten Projekten, IT- und Fachprozessen umsetzen möchten, lohnt sich der Blick von außen: Erfahrene Begleitung kann helfen, die richtigen Daten zu heben, Engpässe klar zu benennen und praxistaugliche WIP- und Portfolioregeln zu etablieren. Die Beraterinnen und Berater der PURE Consultant unterstützen Sie dabei, Ihre Wertströme sichtbar zu machen, Taylorwanne und Durchlaufzeit in Einklang zu bringen und so die Grundlage für echte Flow-Exzellenz in Ihrem Unternehmen zu schaffen.

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