Inhalte einer Scrum Schulung – Scrum ist längst aus der Softwareentwicklung herausgewachsen und prägt heute Projekte in vielen Branchen. Gleichzeitig herrscht oft Unsicherheit: Was lernt man konkret in einer Scrum Schulung? Geht es nur um Theorie – oder wirklich um die praktische Anwendung im eigenen Umfeld? In diesem Beitrag erhalten Sie einen strukturierten Überblick über die typischen Inhalte einer Scrum Schulung, die Anforderungen unterschiedlicher Zielgruppen und praktische Hinweise zur Auswahl eines passenden Trainings. So können Sie fundiert entscheiden, welche Form von Scrum Training für Ihr Unternehmen sinnvoll ist.

Was ist eine Scrum Schulung?
Eine Scrum Schulung ist ein strukturiertes Training, in dem Teilnehmende die Grundlagen und die praktische Anwendung des Scrum-Frameworks erlernen. Im Fokus stehen:
- Verständnis von Prinzipien, Werten und Rollen in Scrum
- Einüben der Scrum-Events und Artefakte
- Übertragung auf reale Projekte und Organisationskontexte
Je nach Format kann eine Scrum Schulung auf eine Zertifizierung (z. B. als Scrum Master oder Product Owner) vorbereiten oder den Schwerpunkt auf praktische Umsetzung und Organisationsentwicklung legen.
Ziele einer Scrum Schulung
Damit sich der Aufwand für Unternehmen und Teilnehmende lohnt, verfolgen professionelle Scrum Schulungen klar definierte Lernziele. Typische Ziele sind:
- Verstehen, warum Scrum funktioniert
– Agilität, Empirie, iteratives Vorgehen, Umgang mit Unsicherheit - Scrum in der Praxis anwenden können
– Sprints planen, Backlogs pflegen, Meetings effektiv moderieren - Rollen klar abgrenzen
– Aufgaben, Verantwortung und Entscheidungsbefugnisse von Product Owner, Scrum Master und Entwicklungsteam - Team- und Stakeholder-Zusammenarbeit verbessern
– Transparenz, Feedback-Schleifen, Priorisierung, Stakeholder Management - Übertrag in den eigenen Arbeitskontext
– Wie Scrum in bestehende Strukturen, Governance und Reporting integriert werden kann
Gerade für Entscheider und Führungskräfte ist wichtig: Eine gute Scrum Schulung beantwortet nicht nur „Wie funktioniert Scrum?“, sondern auch „Was bedeutet Scrum konkret für meine Organisation?“.
Für wen eignet sich eine Scrum Schulung?
Die Inhalte einer Scrum Schulung richten sich meist an mehrere Rollen, werden aber je nach Zielgruppe unterschiedlich gewichtet:
- Projektmanager:innen und Product Owner
– Fokus auf Priorisierung, Stakeholder-Management, Produktverantwortung - Führungskräfte und Entscheider:innen
– Fokus auf Organisationsauswirkung, Governance, KPIs, Skalierung - Fachanwender:innen und Entwicklungsteams
– Fokus auf tägliche Arbeit im Sprint, technische Praktiken, Zusammenarbeit - Change- und Transformationsverantwortliche
– Fokus auf Einführung von Scrum, Umgang mit Widerständen, Kulturwandel
Viele Anbieter unterscheiden deshalb zwischen Grundlagenschulungen, rollenbasierten Trainings (z. B. Scrum Master Training, Product Owner Schulung) und Management-Workshops rund um agile Organisation.
Zentrale Inhalte einer Scrum Schulung im Überblick
Unabhängig vom Anbieter decken solide Scrum Schulungen im Kern ähnliche Themenblöcke ab. Typische Inhalte sind:
- Grundlagen von Agilität und Scrum
- Scrum-Werte, Prinzipien und das empirische Vorgehensmodell
- Rollen in Scrum: Product Owner, Scrum Master, Entwicklungsteam
- Scrum-Events (Meetings) und deren Zielsetzung
- Scrum-Artefakte und Transparenz (Backlogs, Increment, Definition of Done)
- Praktische Übungen und Simulationen von Sprints
- Einführung von Scrum im Unternehmen und typische Stolpersteine
- Vertiefung für spezielle Zielgruppen (z. B. Führungskräfte, PO, SM)
Im Folgenden gehen wir jeden dieser Bereiche detaillierter durch.
Modul 1: Grundlagen von Agilität und Scrum
Viele Teilnehmende kommen aus einer klassisch geprägten Projektwelt. Ein professionelles Scrum Seminar beginnt daher mit einem gemeinsamen begrifflichen Fundament:
Agilität und komplexe Umgebungen
- Unterschied kompliziert vs. komplex
- Warum klassische Planungsansätze in dynamischen Märkten an Grenzen stoßen
- Grundprinzipien agiler Arbeitsweisen (kurze Iterationen, Feedback, Selbstorganisation)
Das Scrum-Framework im Überblick
- Entstehungsgeschichte und Weiterentwicklung
- Abgrenzung zu anderen agilen Methoden (Kanban, XP, Design Thinking)
- Kernidee von Scrum: iteratives Vorgehen in Sprints mit klar definierten Rollen, Events und Artefakten
Ein guter Scrum Kurs stellt hier bereits Bezüge zum Alltag der Teilnehmenden her: Welche typischen Probleme in Projekten (Scope-Änderungen, Abhängigkeiten, Kommunikationsbrüche) adressiert Scrum konkret?
Modul 2: Scrum-Werte und Prinzipien
Scrum ist mehr als ein Set an Meetings. Schulungen, die nur den Ablaufplan der Events vermitteln, greifen zu kurz. Deshalb gehören Werte und Prinzipien zu den festen Inhalten einer Scrum Schulung:
- Fokus – Konzentration auf Sprint-Ziel und wichtigste Aufgaben
- Mut – Offenheit, Risiken und Probleme anzusprechen
- Offenheit – Transparente Kommunikation über Fortschritt und Hindernisse
- Respekt – Wertschätzender, konstruktiver Umgang im Team
- Commitment – Gemeinsame Verpflichtung auf Ziele und Ergebnisse
In hochwertigen Trainings werden diese Werte nicht nur vorgestellt, sondern mit Beispielen und Reflexionsfragen verknüpft:
- Wie zeigt sich „Fokus“ in unserem aktuellen Projektsetup?
- Was behindert „Offenheit“ in unserer Kultur?
- Welche konkreten Verhaltensweisen stärken oder schwächen diese Werte?
Modul 3: Rollen in Scrum im Detail
Eine der wichtigsten Fragen lautet: Wer macht was in Scrum? Entsprechend tief werden die Rollen behandelt.
Product Owner
Typische Inhalte einer Scrum Schulung zum Product Owner:
- Verantwortung für Produktvision und Wertmaximierung
- Priorisierung des Product Backlogs anhand von Business Value
- Stakeholder-Management und Erwartungsmanagement
- Formulieren von Product Goals und Sprint-Zielen
- Zusammenarbeit mit Entwicklungsteam und Scrum Master
Für Projektleiter:innen und Product Manager ist dieser Teil meist besonders relevant, weil hier deutlich wird, wie sich ihre Rolle in einem Scrum-Setup verändert.
Scrum Master
Im Fokus stehen u. a.:
- Verantwortung für das Verständnis und die Einhaltung von Scrum
- Moderation und Facilitation der Scrum-Events
- Beseitigung von Impediments (Hindernissen)
- Coaching von Team und Organisation hin zu mehr Agilität
- Umgang mit Konflikten und Widerständen
Ein guter Scrum Master Kurs geht über Meeting-Moderation hinaus und beleuchtet Servant Leadership, Systemdenken und Change-Management.
Entwicklungsteam (Developers)
Wesentliche Punkte:
- Selbstorganisation und gemeinsame Verantwortung für das Increment
- Schätzung und Planung (z. B. mittels Story Points)
- Qualitätssicherung und technische Exzellenz
- Zusammenarbeit im Team, Pairing, Swarming
In praxisorientierten Schulungen wird klar herausgearbeitet, dass alle drei Rollen gemeinsam für den Erfolg des Produkts verantwortlich sind, jedoch mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
Modul 4: Scrum-Events praxisnah verstehen
Eine der häufigsten W-Fragen lautet: „Wie laufen Scrum Meetings ab und wie viel Zeit kosten sie?“ Daher gehören die Events zu den zentralen Inhalten einer Scrum Schulung.
Sprint und Sprint Planning
- Definition des Sprints als feste Timebox
- Ziel des Sprint Plannings: Festlegen eines realistischen Sprint-Ziels
- Zusammenarbeit von Product Owner und Entwicklungsteam bei der Auswahl von Backlog Items
- Kapazitätsplanung, Schätzung, Umgang mit Unsicherheit
Daily Scrum
- Zweck: Transparenz über Fortschritt und Hindernisse
- Unterschied zwischen Status-Meeting und selbstorganisiertem Team-Check-in
- Typische Fehler (z. B. Reporting an den Scrum Master) und wie man sie vermeidet
Sprint Review
- Vorstellung des Increments für Stakeholder
- Einholen von Feedback und Ableitung neuer Anforderungen
- Abgrenzung zur Abnahme im klassischen Projektmanagement
Sprint Retrospective
- Ziel: kontinuierliche Verbesserung von Zusammenarbeit und Prozess
- Beispiele für Retrospektiven-Formate
- Umgang mit schwierigen Themen und Konflikten
Professionelle Scrum Trainings enthalten hier oft Simulationen: Teilnehmende spielen einen oder mehrere Sprints durch und erleben die Events in komprimierter Form.
Modul 5: Artefakte und Transparenz
Transparenz ist ein Kernprinzip von Scrum. Entsprechend detailliert werden Artefakte behandelt.
Product Backlog
- Struktur und Bestandteile (User Stories, Epics, Tasks)
- Priorisierungskriterien (Customer Value, Risiko, Abhängigkeiten)
- Kontinuierliche Pflege (Backlog Refinement)
- Beispiel: Aufbau eines initialen Backlogs im Training
Sprint Backlog
- Abbildung des Plans für den Sprint
- Herunterbrechen von Backlog Items in Aufgaben
- Visualisierung z. B. über Task Boards oder digitale Tools
Increment und Definition of Done
- Was genau ist ein „Increment“?
- Sinn und Nutzen einer klaren Definition of Done
- Unterschied zwischen Definition of Done und Akzeptanzkriterien
Hier fließen oft Tool-Demos ein (z. B. Jira, Azure DevOps, Trello), wobei eine gute Schulung die Methodik klar von den Werkzeugen trennt.
Modul 6: Praktische Übungen in einer Scrum Schulung
Theorie allein reicht nicht. Ein professionelles Scrum Training enthält immer praxisnahe Übungen. Typische Formate sind:
- Planspiele und Simulationen
– Teams durchlaufen mehrere kurze Sprints mit einem fiktiven Produkt - Erarbeitung eines Product Backlogs
– auf Basis eines Fallbeispiels oder echter Projekte der Teilnehmenden - Moderation von Scrum-Events
– Teilnehmende übernehmen wechselnde Rollen und reflektieren anschließend - Reflexionsrunden
– Verbindung der Übungen mit dem eigenen Arbeitsalltag: „Was bedeutet das für unser nächstes Projekt?“
Diese Elemente sind entscheidend, damit Teilnehmende nach der Scrum Schulung nicht nur wissen, was zu tun ist, sondern es tatsächlich anwenden können.
Modul 7: Einführung von Scrum im Unternehmen
Gerade für Entscheider und Führungskräfte sind die Inhalte rund um Einführung und Skalierung von Scrum besonders relevant. Dazu gehören u. a.:
- Startpunkte: Pilotprojekte, Teams, Produkte
- Umgang mit bestehenden Prozessen, Hierarchien und Gremien
- Typische Widerstände und wie man ihnen begegnet
- Schnittstellen zu Controlling, Portfolio-Management, Compliance
- Skalierung von Scrum (mehrere Teams, mehrere Produkte)
Viele Schulungen arbeiten hier mit Erfahrungsberichten, Checklisten und Do’s & Don’ts, z. B.:
- Klein starten, klar fokussieren, Lernschleifen einbauen
- Rollen wirklich leben lassen (kein „Schein-Scrum“)
- Messbare Ziele definieren (Time-to-Market, Qualität, Zufriedenheit)
Unterschiedliche Formate: Grundlagen-, Rollen- und Führungskräftetrainings
Je nach Zielgruppe unterscheiden sich die Schwerpunkte der Inhalte einer Scrum Schulung deutlich.
Grundlagen-Schulung (Scrum Basics)
- Zielgruppe: gemischte Teams, Einsteiger:innen
- Fokus: Verständnis des Frameworks, gemeinsames Vokabular, erste Anwendung
- Umfang: 1–2 Tage, oft ohne direkte Zertifizierung
Rollenbasierte Trainings (Scrum Master, Product Owner)
- Zielgruppe: angehende oder erfahrene Rolleninhaber:innen
- Fokus Scrum Master Schulung: Facilitation, Coaching, Veränderungsbegleitung
- Fokus Product Owner Schulung: Produktstrategie, Roadmapping, Priorisierung, Business Case
- Umfang: 2–3 Tage, häufig mit Zertifizierungsoption
Führungskräfte- und Management-Workshops
- Zielgruppe: Bereichsleitungen, C-Level, Transformationsverantwortliche
- Inhalte:
- Auswirkungen agiler Arbeitsweisen auf Governance, Reporting, Budgetierung
- Rolle der Führung im agilen Umfeld
- Portfolio-Steuerung und strategische Ausrichtung
- Format: Kurz-Workshops (½–1 Tag) oder modulare Programme
Für Unternehmen ist wichtig, diese Formate bewusst zu kombinieren, damit nicht nur einzelne Rollen, sondern das gesamte System lernt.
Wie läuft eine Scrum Schulung typischerweise ab?
Auch der Ablauf gehört zum Informationsbedarf rund um Scrum Trainings. Typisch sind:
- Dauer
– 1–3 Tage, je nach Tiefe und Zertifizierungsfokus - Methodik
– Wechsel von Input, Diskussion, Übung, Reflexion - Teilnehmerzahl
– idealerweise 8–14 Personen, um Interaktion zu ermöglichen - Unterlagen
– Folien, Handouts, Canvas, ggf. Zugang zu E-Learning-Material - Optional: Prüfung oder Zertifikat
– z. B. durch einen akkreditierten Anbieter
Für internationale oder verteilte Teams werden vermehrt Online-Scrum-Workshops angeboten, häufig in mehreren kürzeren Sessions, um Aufmerksamkeit und Interaktion hoch zu halten.
Worauf sollten Unternehmen bei der Auswahl einer Scrum Schulung achten?
Wer in Scrum Schulungen investiert, sollte genauer hinsehen, welche Inhalte wie vermittelt werden. Wichtige Kriterien sind:
- Erfahrung der Trainer:innen
– Praxis in realen Scrum-Einführungen, nicht nur Schulungsroutine - Branchenbezug
– Verständnis für regulatorische Rahmenbedingungen, Kundenanforderungen, typische Projektmuster - Praxisanteil
– ausreichend Übungen, Simulationen, Arbeit an echten Fällen - Anpassung an den Kontext
– Inhalte einer Scrum Schulung werden auf Ihre Organisation zugeschnitten (Beispiele, Diskussionen, Fallstudien) - Begleitung nach der Schulung
– Coaching, Mentoring, Follow-up-Workshops, Communities of Practice
Fragen, die Sie Anbietern stellen können:
- Wie viel Prozent des Trainings bestehen aus praktischen Übungen?
- Welche typischen Herausforderungen haben Sie in früheren Scrum-Einführungen erlebt – und wie adressieren Sie diese im Training?
- Gibt es Unterstützung beim Transfer in unsere konkreten Projekte?
Typische Fragen zu den Inhalten einer Scrum Schulung
Was lernt man in einer Scrum Schulung konkret?
Sie lernen, wie Scrum aufgebaut ist, welche Rollen es gibt, wie Sprints geplant und durchgeführt werden und wie Backlogs, Meetings und Artefakte in der Praxis funktionieren. Zusätzlich geht es um Werte, Mindset und die Einführung von Scrum im eigenen Unternehmen.
Für welche Rollen ist eine Scrum Schulung sinnvoll?
Für Product Owner, Scrum Master, Projektleiter:innen, Teammitglieder, Führungskräfte und alle, die an der Produktentwicklung beteiligt sind – also sowohl für operative als auch für strategische Rollen.
Braucht man eine Zertifizierung?
Eine Zertifizierung kann in manchen Branchen und Rollen ein Plus sein, ist aber kein Selbstzweck. Entscheidend ist, dass die Inhalte einer Scrum Schulung das tatsächliche Arbeiten im agilen Umfeld unterstützen und nicht nur auf eine Prüfung vorbereiten.
Wie viel Vorkenntnis ist erforderlich?
Viele Grundlagenkurse setzen keine speziellen Vorkenntnisse voraus. Für weiterführende Scrum Trainings (z. B. Advanced Scrum Master, Product Owner Vertiefung) sind erste Praxiserfahrungen in agilen Projekten sehr hilfreich.
Fazit Inhalte einer Scrum Schulung: Wann lohnt sich eine Scrum Schulung besonders?
Eine Scrum Schulung lohnt sich vor allem dann, wenn Ihr Unternehmen vor mindestens einem der folgenden Punkte steht:
- Projekte werden komplexer und ändern sich unterwegs häufig
- Klassisches Projektmanagement stößt an Grenzen bezüglich Geschwindigkeit und Flexibilität
- Teams arbeiten bereits „irgendwie agil“, aber ohne gemeinsames Verständnis
- Sie möchten systematisch auf agile Arbeitsweisen umstellen und suchen einen klaren Einstieg
- Bestehende Scrum-Ansätze laufen nicht rund und sollen professionalisiert werden
Entscheidend ist dabei, dass die Inhalte einer Scrum Schulung zu Ihrer Situation passen: Ein reines Grundlagen-Training hilft wenig, wenn Sie eigentlich Unterstützung bei Skalierung und Organisationsdesign brauchen – und umgekehrt.
Wenn Sie klären möchten, welche Art von Scrum Schulung für Ihre Organisation sinnvoll ist, wie Rollen und Inhalte zugeschnitten werden sollten und wie sich Trainings mit Coaching kombinieren lassen, kann ein kurzer Austausch mit erfahrenen Berater:innen wertvoll sein. Die Expert:innen von PURE Consultant unterstützen Unternehmen dabei, Scrum nicht nur zu verstehen, sondern so einzuführen, dass es nachweislich Wirkung zeigt – in Projekten, Produkten und der gesamten Organisation.