Häufige Fehler beim AIDA Modell

Häufige Fehler beim AIDA Modell – Viele Unternehmen nutzen das AIDA Modell, um Marketing- und Vertriebskommunikation zu planen – von Landingpages über E-Mail-Sequenzen bis hin zu Social Ads. In der Praxis führt das aber oft nicht zu den gewünschten Leads oder Abschlüssen. Der Grund sind wiederkehrende Denkfehler und falsche Annahmen über das Modell.
In diesem Beitrag erfahren Sie, welche häufigen Fehler beim AIDA Modell Entscheider und Projektteams machen, wie sie sich konkret bemerkbar machen – und wie Sie AIDA praxisnah und wirksam im B2B-Kontext einsetzen.

Häufige Fehler beim AIDA Modell
Häufige Fehler beim AIDA Modell

Kurz erklärt: Was ist das AIDA Modell?

Das AIDA Modell beschreibt vier aufeinander folgende Schritte in der Kommunikation mit potenziellen Kunden:

Es ist damit ein einfaches, aber hilfreiches Denkmodell, um Botschaften zu strukturieren – allerdings nur, wenn es richtig verstanden und konsequent auf die Zielgruppe und den Kontext angewendet wird.


Warum das AIDA Modell in der Praxis so oft scheitert

Wenn Kampagnen „nach AIDA“ geplant wurden und trotzdem keine qualifizierten Leads oder Deals entstehen, liegt das selten am Modell selbst. Häufig sind es diese Ursachen:

Schauen wir uns die typischen Fehler Schritt für Schritt an.


Typische Fehler in den vier AIDA-Phasen

1. Fehler in der Attention-Phase: Laut statt relevant

Häufige Annahme: Aufmerksamkeit entsteht durch Lautstärke, Provokation oder Effekthascherei.

Typische Ausprägungen:

Warum das problematisch ist:

Besser:
Fragen Sie in der Attention-Phase: „Woran erkennt meine Zielperson in 2–3 Sekunden, dass es um ihr konkretes Problem geht?“

Beispiele für saubere Attention im B2B:

Damit schaffen Sie Aufmerksamkeit durch Klarheit und Relevanz, nicht durch Lärm.


2. Fehler in der Interest-Phase: Inhalte ohne Problemfokus

Häufige Annahme: Ein paar Produktvorteile reichen, um Interesse zu wecken.

Typische Fehler:

Interessensaufbau gelingt dann nicht, wenn Empfänger*innen nicht klar erkennen:

Guter Interest-Content im B2B:


3. Fehler in der Desire-Phase: Wunsch ohne Beweisführung

Häufige Annahme: Ein starkes Versprechen reicht, um Begehrlichkeit auszulösen.

Typische Fehler:

Desire entsteht nicht, weil Unternehmen behaupten, gut zu sein, sondern wenn Zielpersonen erkennen:

„Das könnte mein konkretes Problem wirklich lösen – und andere wie ich haben schon davon profitiert.“

Elemente, die in der Desire-Phase häufig fehlen:


4. Fehler in der Action-Phase: Hohe Hürden, unklare nächste Schritte

Häufige Annahme: Eine Call-to-Action-Schaltfläche reicht, um Handlungen auszulösen.

Typische Fehler:

Gute AIDA-Umsetzung erkennt man daran, dass die Action-Phase:

Beispiele:


Strategische Fehlannahmen rund um das AIDA Modell

Neben Fehlern in den einzelnen Phasen gibt es typische Missverständnisse auf strategischer Ebene.

5. AIDA als starre, lineare Abfolge verstehen

In vielen Präsentationen wird AIDA als Trichter dargestellt. Daraus entsteht die Vorstellung, jede Person durchläuft zwingend genau diese vier Schritte, in dieser Reihenfolge.

In der Realität:

Fehlerhafte Folgen:

Besser ist, AIDA als Denkrahmen zu sehen und sich zu fragen:


6. AIDA ohne Bezug zur Customer Journey und zum Funnel nutzen

Oft wird AIDA isoliert betrachtet, ohne Verknüpfung zu:

Dadurch entstehen Brüche:

Nutzen Sie AIDA als Baustein innerhalb Ihrer gesamten Journey:


7. AIDA 1:1 aus dem B2C in den B2B-Kontext übertragen

Ein weiterer häufiger Fehler: AIDA-Beispiele aus dem Konsumgütermarketing werden unreflektiert auf B2B übertragen.

Im B2B:

Fehlerhafte Folge:
Die Kommunikation spricht nur „den einen Entscheider“ an – häufig in einer stark vereinfachten Problemwelt – und ignoriert die Bedürfnisse von:

Besser:


8. Ein AIDA-Framework für alle Segmente

Viele Unternehmen entwickeln ein Kampagnenkonzept nach AIDA und spielen es an alle Zielsegmente aus – unabhängig von Branche, Reifegrad oder Use Case.

Das führt zu:

Vermeiden Sie diesen Fehler, indem Sie:


9. Kein klares Zusammenspiel von AIDA und Kanälen

Das AIDA Modell sagt nichts darüber aus, auf welchen Kanälen Sie die Phasen umsetzen. In der Praxis werden jedoch oft:

Beispiele für ein abgestimmtes Zusammenspiel:

Stellen Sie sich die Frage:

„Welcher Kanal eignet sich am besten für welche AIDA-Phase – und welche Rolle spielt er in unserer übergreifenden Journey?“


Operative Fehler bei der Umsetzung des AIDA Modells

Neben strategischen Missverständnissen gibt es klare operative Fehler, die Sie leicht vermeiden können.

10. Fehlende Hypothesen und KPIs pro AIDA-Phase

Viele Kampagnen starten ohne greifbare Hypothesen:

Beispiele für sinnvolle Metriken:

Ohne solche Messpunkte bleiben viele Optimierungspotenziale unsichtbar.


11. Keine Abstimmung zwischen Marketing, Vertrieb und Fachbereichen

Ein klassischer Fehler im B2B:

Konsequenz:

Besser:


12. Zu wenig konkrete Beispiele und Anwendungsfälle

Rein abstrakte Darstellungen von Attention, Interest, Desire und Action bleiben austauschbar.
Entscheider und Projektverantwortliche wollen erkennen:

Statt nur zu erklären, was AIDA ist, zeigen Sie immer:


Praxisleitfaden: Wie Sie Fehler beim AIDA Modell gezielt vermeiden

Damit Sie AIDA im Unternehmen wirksam nutzen, helfen diese Schritte.

Schritt 1: AIDA auf Ihre Zielkunden und Stakeholder übersetzen

Erarbeiten Sie dann für jede Persona je Phase:


Schritt 2: Content- und Kanalplanung entlang der AIDA-Phasen

Erstellen Sie eine einfache Matrix:

PhaseZielpersonaKernbotschaftContent-FormatKanal(e)KPI
AttentionIT-LeitungProblemfokusLinkedIn-PostLinkedIn, NewsletterCTR, Impressions
InterestIT-LeitungSzenarienFachartikel, WebinarWebsite, E-MailVerweildauer, Teilnahmen
DesireIT-LeitungNutzenbelegeCase Study, ROI-SheetSales-UnterlagenDownloads, Anfragen
ActionIT-LeitungNächster SchrittTermin-LandingpageWebsite, direkter LinkConversion-Rate

So sehen Sie auf einen Blick:


Schritt 3: Klarer Storyfaden statt Sammelsurium

Viele AIDA-Umsetzungen scheitern, weil jede Phase für sich optimiert wird, aber der rote Faden fehlt. Achten Sie auf:

Fragen Sie sich:


Schritt 4: Hypothesen formulieren und testen

Statt eine AIDA-Kampagne „fertig zu planen“, denken Sie in Hypothesen:

Leiten Sie daraus ab:


Schritt 5: AIDA-Framework regelmäßig überprüfen und aktualisieren

Märkte, Technologien und interne Prioritäten ändern sich – Ihr AIDA-Setup sollte das widerspiegeln. Prüfen Sie regelmäßig:

Nehmen Sie diese Reviews bewusst vor, z. B. quartalsweise, statt AIDA-Kampagnen mehrere Jahre unverändert laufen zu lassen.


Beispiel: AIDA korrekt im B2B-Projektkontext angewendet

Angenommen, ein Beratungsunternehmen unterstützt Kunden bei der Einführung eines standardisierten Projektmanagement-Frameworks.

Attention
„Ihre Projekte starten ambitioniert – und landen am Ende doch in Budget- und Zeitproblemen?“

Interest

Desire

Action

Dieses Beispiel zeigt: AIDA wird nicht als starre Formel, sondern als Guideline für eine nachvollziehbare Story genutzt.


Fazit Häufige Fehler beim AIDA Modell: AIDA bleibt wertvoll – wenn Sie typische Fehler vermeiden

Das AIDA Modell ist weder veraltet noch „zu simpel“ – es wird in der Praxis nur häufig falsch eingesetzt. Wenn Sie:

dann wird AIDA zu einem sehr wirkungsvollen Instrument für Ihre Marketing- und Vertriebskommunikation.

Wenn Sie Ihre bestehende Kommunikation oder eine geplante Kampagne kritisch auf häufige Fehler beim AIDA Modell prüfen möchten, lohnt sich ein externer Blick. PURE Consultant unterstützt Unternehmen dabei, Botschaften zu schärfen, AIDA strukturiert in die Customer Journey einzubetten und Kampagnen so aufzusetzen, dass sie nicht nur Aufmerksamkeit erzeugen, sondern messbar zu besseren Projekten, Leads und Abschlüssen führen.

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