Nutzen von Flight Levels für Organisationen

Nutzen von Flight Levels für Organisationen – In vielen Organisationen wird intensiv „agil gearbeitet“, ohne dass sich Durchlaufzeiten, Verlässlichkeit oder strategische Wirksamkeit wirklich verbessern. Teams optimieren lokal, doch auf Portfolio- und Strategieebene herrscht weiterhin Überlastung, Prioritätenchaos und Mikromanagement. Flight Levels adressieren genau dieses Problem: Sie schaffen Verbindung zwischen Strategie, Wertströmen und Teams – ohne eine weitere „Framework-Bürokratie“ einzuführen. Dieser Beitrag zeigt, was Flight Levels sind, welchen konkreten Nutzen sie für Organisationen bringen und wie Sie das Modell praxisnah einführen können.

Nutzen von Flight Levels für Organisationen
Nutzen von Flight Levels für Organisationen

Was sind Flight Levels?

Flight Levels sind ein einfaches Organisationsmodell, das die Zusammenarbeit über alle Ebenen hinweg visualisiert und steuert. Statt einzelne Teams zu „skalieren“, fokussieren Flight Levels den Fluss der Arbeit (Flow) über Teams, Produkte und Hierarchien hinweg.

Kurzdefinition:
Flight Levels sind ein mehrstufiges Modell zur Steuerung von Wissensarbeit, das durch klare Visualisierung, limitierte parallele Arbeit und abgestimmte Entscheidungsprozesse die Strategieumsetzung, Koordination und Teamarbeit einer Organisation synchronisiert.

Typische Kernelemente:


Warum klassische Skalierungsansätze oft scheitern

Viele Organisationen versuchen, Agilität vor allem über Frameworks wie Scrum, SAFe oder LeSS zu skalieren. Häufige Symptome:

Flight Levels setzen an einer anderen Stelle an: Nicht das Team oder ein bestimmtes Framework stehen im Mittelpunkt, sondern die Frage: Wie fließt Arbeit durch unsere Organisation – von der Strategie bis zur Lieferung – und wo gehen Zeit und Wert verloren?


Konkreter Nutzen von Flight Levels für Organisationen

1. Mehr Transparenz über das, was wirklich läuft

Flight Levels machen sichtbar, welche Vorhaben, Produkte und Projekte aktuell Kapazität belegen:

Ergebnis: Entscheidungen werden auf Basis von Fakten getroffen, nicht aus dem Bauchgefühl einzelner Stakeholder.

2. Bessere Strategieumsetzung statt „PowerPoint-Strategie“

Strategien scheitern oft nicht an ihrer Qualität, sondern an der Umsetzung:

Ergebnis: Weniger „Zombie-Projekte“, stärkere Ausrichtung auf strategisch relevante Vorhaben.

3. Reduzierte Überlastung und kürzere Durchlaufzeiten

Ein Kernprinzip von Flight Levels ist die Begrenzung paralleler Arbeit (WIP-Limits):

Ergebnis: Spürbar kürzere Time-to-Market und höherer Nutzen pro investiertem Euro.

4. Verbesserte funktionsübergreifende Zusammenarbeit

Flight Levels fokussieren auf End-to-End-Wertströme, nicht auf Silos:

Ergebnis: Weniger Handovers, weniger Reibungsverluste, mehr gemeinsame Verantwortung für Ergebnisse.

5. Entscheidungsfähigkeit auf der richtigen Ebene

Statt alles zentral eskalieren zu müssen, definieren Flight Levels klare Entscheidungsräume:

Ergebnis: Schnellere, konsistentere Entscheidungen und weniger Mikromanagement.


Die drei Flight Levels im Überblick

Das Flight-Levels-Modell unterscheidet drei Ebenen („Flughöhen“), die jeweils eigene Fragestellungen adressieren – aber bewusst framework-neutral bleiben.

Flight Level 1: Team-Ebene – Wo Arbeit erledigt wird

Fokus: Wie organisiert ein Team seine Arbeit effizient und verlässlich?

Typische Inhalte:

Nutzen:

Flight Level 1 ist oft bereits vorhanden – aber selten sauber mit den höheren Ebenen verknüpft. Genau diese Verbindung ist der Kern von Flight Levels.

Flight Level 2: Koordination von Wertströmen und Produkten

Fokus: Wie arbeiten mehrere Teams und Funktionen koordiniert an einem Produkt, Service oder Wertstrom?

Typische Inhalte:

Nutzen:

Flight Level 3: Strategie- und Portfolioebene

Fokus: Welche Vorhaben verfolgen wir als Organisation – und mit welcher Priorität?

Typische Inhalte:

Nutzen:


Für welche Organisationen eignen sich Flight Levels?

Flight Levels sind besonders hilfreich für Organisationen, in denen:

Typische Einsatzkontexte:

Flight Levels sind dabei nicht auf „Software-Organisationen“ beschränkt. Auch in HR, Marketing, Vertrieb, Operations oder im Public Sector lassen sich Flight Levels sinnvoll einsetzen.


Flight Levels vs. klassische Skalierungsframeworks

Eine häufige Frage lautet: „Brauchen wir Flight Levels, wenn wir schon SAFe, Scrum@Scale oder LeSS einsetzen?“

Wichtige Unterschiede und Ergänzungen:

Damit eignen sich Flight Levels sowohl als Einstiegspunkt in systemische Business-Agilität als auch als Ergänzung, wenn bestehende Frameworks zwar eingeführt, aber in der Wirkung begrenzt sind.


Flight Levels in der Praxis einführen – ein möglicher Fahrplan

Eine pragmatische Einführung folgt typischerweise diesen Schritten:

1. Systemgrenzen und Wertströme klären

Ergebnis ist eine erste Landkarte der Wertströme, auf deren Basis Flight-Level-Systeme gestaltet werden.

2. Flight-Level-3-System aufsetzen (Strategie & Portfolio)

Wichtig: Lieber mit wenigen, wirklich relevanten Initiativen starten als alle laufenden Projekte „auf das Board zu kippen“.

3. Flight-Level-2-Systeme für zentrale Produkte/Wertströme einrichten

Auf dieser Ebene wird sichtbar, wie strategische Initiativen konkret in Features, Releases oder Services übersetzt werden.

4. Verbindung zu Flight Level 1 herstellen

Ziel ist keine „Kontrolle“ der Teams, sondern Synchronisation entlang des Wertstroms.

5. Feedback-Schleifen und kontinuierliche Verbesserung etablieren

So entsteht schrittweise ein System, in dem Strategie, Portfolio und operative Arbeit miteinander sprechen, statt nebeneinander herzulaufen.


Typische Stolpersteine – und wie Sie sie vermeiden

Bei der Einführung von Flight Levels tauchen immer wieder ähnliche Herausforderungen auf:

  1. Zu viel auf einmal wollen
    • Besser klein starten: ausgewählte Wertströme, Produkte oder Bereiche als Pilot.
  2. Flight Levels als „neues Framework“ missverstehen
    • Flight Levels ersetzen keine Teams, Rollen oder Methoden; sie verbinden und fokussieren.
  3. Fehlende Entscheidungskompetenz in Flight-Level-Meetings
    • Stellen Sie sicher, dass die Teilnehmenden wirklich entscheiden dürfen (z. B. Priorität, Start/Stopp).
  4. Kein klarer Umgang mit WIP-Limits
    • WIP-Limits sind nur wirksam, wenn sie ernst genommen und verteidigt werden – auch gegen Ad-hoc-Initiativen.
  5. Nur Visualisierung, keine Steuerung
    • Ein Board allein ändert nichts. Der Mehrwert entsteht durch regelmäßige Nutzung in Entscheidungs- und Abstimmungsformaten.

Indem Sie diese Stolpersteine bewusst adressieren, erhöhen Sie die Chance, dass Flight Levels tatsächlich zu messbarem Nutzen führen – und nicht nur ein weiteres „Poster an der Wand“ werden.


Welche Effekte sind realistisch? Praxisnahe Beispiele

Je nach Ausgangssituation lassen sich mit Flight Levels typischerweise folgende Effekte beobachten:

Konkretes Beispiel (anonymisiert):

Wichtig: Flight Levels sind kein „Wundermittel“, sondern ein klarer Rahmen, der den oft unsichtbaren Fluss der Arbeit sichtbar macht – und damit gezielte Verbesserung ermöglicht.


Häufige Fragen zu Flight Levels

Wie unterscheiden sich Flight Levels von Kanban?
Kanban ist eine Methode, um Arbeit auf einem Board zu visualisieren und zu steuern. Flight Levels nutzt häufig Kanban-Prinzipien, fokussiert aber auf die Verknüpfung mehrerer Ebenen und Systeme – also eher auf das „System der Systeme“.

Brauchen wir spezielle Software?
Nicht zwingend. Viele Organisationen starten mit vorhandenen Tools (z. B. Jira, Azure DevOps, Miro, physischen Boards) und strukturieren diese entlang der Flight Levels. Wichtig ist Klarheit über Ebenen, Work Item Typen und Entscheidungsprozesse.

Wie lange dauert die Einführung?
Das hängt vom Umfang ab. Erste sichtbare Effekte in ausgewählten Wertströmen sind oft innerhalb weniger Wochen erreichbar. Eine breitere organisatorische Verankerung ist eher ein Thema von Monaten.

Ist das nur für „agile Organisationen“ geeignet?
Nein. Flight Levels lassen sich auch in klassisch geprägten Organisationen einsetzen – oft als Brücke hin zu mehr Business-Agilität, ohne die gesamte Aufbauorganisation umzustellen.


Fazit Nutzen von Flight Levels für Organisationen: Warum sich Flight Levels für Ihre Organisation lohnen

Flight Levels helfen Organisationen dabei, Strategie, Portfolio und operative Arbeit in Einklang zu bringen. Statt noch mehr Meetings, Rollen oder Artefakte einzuführen, schaffen sie einen klaren Rahmen, um:

Wenn Sie aktuell das Gefühl haben, dass Ihre Teams zwar viel leisten, aber der organisationsweite Mehrwert hinter den Erwartungen zurückbleibt, lohnt sich ein genauer Blick auf Flight Levels.

Wenn Sie bewerten möchten, ob und wie Flight Levels in Ihrer Organisation eingeführt werden können – etwa in Kombination mit bestehendem Projektportfolio-Management oder agilen Frameworks –, kann eine externe Perspektive hilfreich sein. Die Berater von PURE Consultant begleiten seit Jahren Unternehmen bei der Einführung von Flight Levels, Business-Agilität und modernen Steuerungsmodellen und unterstützen Sie dabei, einen Ansatz zu finden, der zu Ihrer spezifischen Situation passt.

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