Häufige Fehler bei der Hackman Autoritätsmatrix

Häufige Fehler bei der Hackman Autoritätsmatrix – Eine Hackman Autoritätsmatrix kann in Projekten und Organisationen viel Klarheit schaffen: Wer entscheidet was, in welchem Rahmen, mit welcher Beteiligung? Richtig eingesetzt, fördert sie Selbstorganisation, beschleunigt Entscheidungen und reduziert Reibungsverluste. In der Praxis scheitert die Anwendung jedoch häufig – mit genau den Problemen, die man eigentlich lösen wollte. Dieser Beitrag zeigt die häufigsten Fehler bei der Hackman Autoritätsmatrix, ihre Folgen und konkrete Ansätze, wie Führungskräfte, Projektleiter und Teams sie vermeiden.

Häufige Fehler bei der Hackman Autoritätsmatrix
Häufige Fehler bei der Hackman Autoritätsmatrix

Kurzüberblick: Was ist die Hackman Autoritätsmatrix?

Die Hackman Autoritätsmatrix ist ein Modell, um Verantwortungs- und Entscheidungsbefugnisse zwischen Führung/Management und Team transparent zu machen. Typischerweise werden für wichtige Themen oder Aufgabenbereiche Entscheidungsarten festgelegt, zum Beispiel:

Ziel ist es, für zentrale Fragen wie „Wer entscheidet?“, „Wie weit reicht die Entscheidungskompetenz?“ und „Wann muss wer eingebunden werden?“ klare und für alle verständliche Regeln zu definieren – gerade in Kontexten von Agilität und Selbstorganisation.


Warum gerade hier so viele Fehler passieren

Die Hackman Autoritätsmatrix klingt auf den ersten Blick einfach: Kästchen ausfüllen, Zuständigkeiten eintragen, fertig. Tatsächlich greift sie jedoch tief in Machtverhältnisse, Rollenverständnis und Kultur ein. Viele Organisationen unterschätzen:

Das führt dazu, dass die Autoritätsmatrix zwar erstellt, aber nicht gelebt wird – oder dass sie zusätzliche Konflikte erzeugt, anstatt Klarheit zu schaffen.


1. Die Matrix als statisches Organigramm missverstehen

Typischer Fehler:
Die Hackman Autoritätsmatrix wird wie ein Organigramm behandelt: einmal entworfen, abgelegt und in Stein gemeißelt. Veränderungen im Umfeld, in der Teamreife oder in der Strategie werden nicht nachgezogen.

Folgen:

So vermeiden Sie den Fehler:


2. Nur formale Zuordnung – keine gelebte Entscheidungsrealität

Typischer Fehler:
Im Workshop sind sich alle einig, wer was entscheiden „soll“. Im Alltag wird dann doch anders gehandelt – etwa weil eine starke Führungskraft eingreift, das Team unsicher ist oder Stakeholder Druck ausüben.

Folgen:

So vermeiden Sie den Fehler:


3. Zu grobe oder unpassende Entscheidungsfelder definieren

Typischer Fehler:
Die Hackman Autoritätsmatrix arbeitet mit Entscheidungsfeldern wie „Budget“, „Ressourcen“, „Produktstrategie“. Diese Felder werden oft zu groß, zu abstrakt oder zu vage definiert.

Beispiel:

Folgen:

So vermeiden Sie den Fehler:


4. Unklare Begriffe und Entscheidungsarten

Typischer Fehler:
Die Matrix arbeitet mit Begriffen wie „entscheiden“, „freigeben“, „mitreden“, „konsultieren“. Diese werden selten operational definiert.

Beispiele typischer Missverständnisse:

Folgen:

So vermeiden Sie den Fehler:


5. Keine echte Beteiligung des Teams bei der Erstellung

Typischer Fehler:
Die Autoritätsmatrix wird „oben“ entworfen (z. B. von Geschäftsleitung oder PMO) und anschließend den Teams präsentiert – oft mit der Botschaft: „So arbeiten wir künftig selbstorganisiert.“

Folgen:

So vermeiden Sie den Fehler:


6. Verstecktes Mikromanagement unter dem Deckmantel der Matrix

Typischer Fehler:
Die Hackman Autoritätsmatrix wird genutzt, um Kontrolle zu sichern, nicht um Selbstorganisation zu stärken. Jedes Detail wird mit Genehmigungsvorbehalten versehen, viele Entscheidungen bleiben beim Management, obwohl die Teams kompetent wären.

Anzeichen:

Folgen:

So vermeiden Sie den Fehler:


7. Widerspruch zu bestehenden Prozessen und Governance-Strukturen

Typischer Fehler:
Es existieren bereits Gremien, Freigabeprozesse, RACI-Matrizen oder Qualitätsmanagement-Regeln. Die Hackman Autoritätsmatrix wird zusätzlich eingeführt, aber nicht sauber verzahnt.

Folgen:

So vermeiden Sie den Fehler:


8. Kein klarer Umgang mit Ausnahmen und Eskalationen

Typischer Fehler:
Die Matrix beschreibt den Normalfall, sagt aber nichts darüber, was passiert, wenn:

Folgen:

So vermeiden Sie den Fehler:


9. Einmaliger Workshop ohne Iteration und Lernen

Typischer Fehler:
Die Einführung der Hackman Autoritätsmatrix wird als Projekt betrachtet, das mit einem Workshop „abgeschlossen“ ist.

Folgen:

So vermeiden Sie den Fehler:


10. Fehlende Befähigung von Führungskräften und Teams

Typischer Fehler:
Es wird angenommen, dass eine saubere Matrix allein genügt. Doch Selbstorganisation erfordert Kompetenzen:

Folgen:

So vermeiden Sie den Fehler:


Praxisleitfaden: Wie Sie die Hackman Autoritätsmatrix sauber einführen

1: Ziel klären

2: Bestehende Entscheidungsrealität erfassen

3: Entscheidungsfelder definieren

4: Entscheidungsarten definieren

5: Matrix gemeinsam erarbeiten

6: Testphase und Feedback

7: Review und Anpassung


Beispiele aus der Praxis

Beispiel 1: IT-Projekt mit überlasteter Projektleitung

Ausgangslage:
Eine Projektleiterin entscheidet über nahezu alles – von Technologie-Stack über Urlaubsplanung bis zur Freigabe von Fachkonzepten. Sie ist überlastet, das Projekt stockt.

Ansatz mit der Hackman Autoritätsmatrix:

Beispiel 2: Produktentwicklung mit starkem Top-Management

Ausgangslage:
Top-Management entscheidet regelmäßig in Produktdetails hinein. Teams fühlen sich bevormundet, Time-to-Market leidet.

Ansatz mit der Hackman Autoritätsmatrix:


Checkliste: Stellen Sie sich diese Fragen zur Selbstdiagnose

Nutzen Sie diese Fragen, um häufige Fehler bei der Hackman Autoritätsmatrix in Ihrem Umfeld zu erkennen:

Wenn Sie mehrere dieser Fragen eher mit „Nein“ beantworten, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass typische Fehler in der Nutzung der Hackman Autoritätsmatrix auftreten – oder bereits vorhanden sind.


Fazit Häufige Fehler bei der Hackman Autoritätsmatrix: Hackman Autoritätsmatrix als Hebel für bessere Entscheidungen nutzen

Die Hackman Autoritätsmatrix ist kein reines Methoden-Tool, das man einmal ausfüllt und dann abhakt. Sie greift tief in Rollen, Machtstrukturen und Kultur ein. Die häufigsten Fehler entstehen dort, wo:

Wer diese Stolpersteine kennt und bewusst adressiert, kann mit der Hackman Autoritätsmatrix Entscheidungsprozesse deutlich klarer, schneller und fairer gestalten – gerade in komplexen Projektlandschaften und selbstorganisierten Teams.

Wenn Sie die Einführung oder Überarbeitung Ihrer Hackman Autoritätsmatrix nicht nur methodisch sauber, sondern auch politisch und kulturell klug gestalten möchten, lohnt sich der Blick von außen. Erfahrene Berater wie die Expertinnen und Experten der PURE Consultant unterstützen dabei, Entscheidungsfelder zu schärfen, Beteiligungsprozesse professionell zu moderieren und die Matrix nachhaltig in Ihrer Organisation zu verankern.

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