Feature Driven Development Domain Modelling – Feature Driven Development (FDD) genießt sowohl im traditionellen als auch im agilen Softwareumfeld einen ausgezeichneten Ruf. Insbesondere komplexe Projekte profitieren davon, dass FDD Fachlichkeit und technische Ausgestaltung miteinander verzahnt. Im Zentrum dieser Methode steht das sogenannte Domain Modelling, das mehr ist als eine reine Visualisierung von Entitäten: Es bildet das Fundament für eine projektspezifische, fachlich getriebene Softwarearchitektur und stellt sicher, dass jedes Feature echten Mehrwert für Nutzer und Organisation bietet. In diesem umfassenden Fachartikel erklären wir, wie Domain Modelling im Kontext von FDD angewendet wird, weshalb es ein entscheidender Erfolgsfaktor ist, und welche Best Practices und Stolpersteine es zu beachten gilt.
Was ist Feature Driven Development?
Feature Driven Development ist eine agile Entwicklungsmethodik, die große und komplexe Projekte in übersichtliche, wertorientierte Teilschritte unterteilt. Während Methoden wie Scrum auf Iterationen und Sprints setzen, arbeitet FDD mit sogenannten Features – konkreten Funktionalitäten, die aus Sicht des Nutzers oder Business echten Mehrwert schaffen.
Damit Projekte strukturiert, effizient und planbar umgesetzt werden können, wird jedes Feature auf Basis eines übergreifenden Domänenmodells abgeleitet. Diese Herangehensweise fördert Transparenz und Qualität, weil Teams und Stakeholder immer auf der gleichen fachlichen Grundlage arbeiten.
Prinzipien & Ablauf von FDD
FDD beruht auf fünf definierten Prozessen:
- Entwicklung eines Domain Models
- Erstellung einer Feature-Liste
- Planung anhand der Feature-Liste
- Entwicklung nach Feature
- Integration und Review
Vor allem der erste Schritt ist entscheidend, da ein exakt strukturiertes Domain Model die Basis für den gesamten weiteren Entwicklungsprozess bildet und nachhaltigen Projekterfolg sicherstellt.
Die Bedeutung von Domain Modelling im FDD
Domain Modelling ist mehr als ein unterstützendes Werkzeug – es ist der Dreh- und Angelpunkt von FDD. Ein Domain Model beschreibt die wichtigsten fachlichen Entitäten, deren Eigenschaften und Beziehungen zueinander. Wird dieser Schritt vernachlässigt, fehlen dem Team die Leitplanken für spätere technische und fachliche Entscheidungen.
Vorteile eines fundierten Domain Modells
- Gemeinsames Vokabular: Entwickler, Business-Analysten und Fachexperten sprechen dieselbe Sprache, wodurch Missverständnisse minimiert werden.
- Klarheit über Abhängigkeiten: Beziehungen und Wechselwirkungen zwischen Entitäten werden früh sichtbar, wodurch spätere Änderungen leichter umsetzbar sind.
- Basis für Feature-Identifikation: Features lassen sich zielgerichtet und konsistent aus dem Modell ableiten, sodass sie optimal auf die Geschäftslogik abgestimmt werden können.
- Verbesserte Wartbarkeit und Skalierbarkeit: Ein gutes Domain Model erleichtert die spätere Erweiterung und Anpassung des Systems.
Wann immer Teams gezielt an Features arbeiten möchten, beginnt die Arbeit mit einem funktionalen und klar dokumentierten Domain Model.
Wie läuft Domain Modelling im Feature Driven Development ab?
Der Prozess des Domain Modellings folgt in der Regel diesen Schritten:
- Zusammenstellung interdisziplinärer Teams: Entwickler, Product Owner, Fachexperten und Stakeholder werden frühzeitig eingebunden. Dadurch fließen unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen ein.
- Workshops zur Identifikation fachlicher Konzepte: In gemeinsamen Sessions werden Kernobjekte, Prozesse und Abläufe der Domäne gesammelt und diskutiert.
- Visualisierung und Dokumentation: Die relevanten Entitäten, deren Attribute und Beziehungen werden meist mithilfe von UML-Klassendiagrammen oder anderen Modellen dokumentiert.
- Iterative Überprüfung: Das Model wird gemeinsam mit den Fachexperten immer wieder validiert und gegebenenfalls angepasst, damit es die Realität möglichst exakt widerspiegelt.
- Ableitung von Features: Aus dem Modell lassen sich Features extrahieren und in eine priorisierte Feature-Liste überführen.
Ein konkretes Praxisbeispiel
Nehmen wir ein Kreditportal als Beispiel. Das Domain Model beinhaltet Entitäten wie „Kunde“, „Kredit“, „Zahlung“ und „Darlehensvertrag“. Sobald die Beziehungen, Regeln und Datenstrukturen geklärt wurden, lassen sich daraus Features wie „Kredit online beantragen“, „Raten anpassen“ oder „Zinsberechnung durchführen“ ableiten.
Dadurch ist sichergestellt, dass jedes technische Detail direkt auf einen echten Bedarf der Zielgruppe zurückgeht.
Best Practices für erfolgreiches Domain Modelling in FDD
Damit das Domain Modell im Alltag den gewünschten Nutzen bringt, sollten Unternehmen und Teams auf folgende Erfolgsfaktoren achten:
- Frühzeitige und regelmäßige Einbindung der Fachexperten: Je intensiver die Zusammenarbeit von Anfang an ist, desto fundierter wird das Modell.
- Iterative Modellpflege: Geschäftsprozesse verändern sich, und auch das Modell muss diese Veränderungen abbilden. Deshalb ist ein kontinuierlicher Pflegeprozess essentiell.
- Klares, fachliches Vokabular: Einfache und praxisnahe Bezeichnungen erleichtern das Verständnis für alle Beteiligten.
- Transparente Dokumentation: Jedes Teammitglied sollte jederzeit Einblick in das aktuelle Modell nehmen können.
- Automatisierte Tests auf Modellebene: Durch Unit Tests können kritische Geschäftsregeln direkt überprüft und Veränderungen schnell auf Risiken hin evaluiert werden.
Typische Fehler beim Domain Modelling und wie man sie vermeidet
Trotz aller Vorteile gibt es typische Stolpersteine, die gerade am Anfang auftreten können:
- Zu hohe Abstraktion: Ein Modell, das zu abstrakt bleibt, ist für die Entwicklung wenig hilfreich. Details der fachlichen Logik dürfen nicht fehlen.
- Technikzentrierung: Wenn sich das Modell an technischen Gegebenheiten statt an der Fachlichkeit orientiert, fehlt die fachliche Konsistenz.
- Unzureichende Einbindung der Domänenexperten: Ohne das Wissen der Experten aus dem Tagesgeschäft entstehen Modelle, die an den Anforderungen vorbeigehen.
- Mangelnde Pflege und Anpassung: Ein veraltetes Modell verliert seinen Wert. Regelmäßige Review-Phasen sind essenziell.
Wann ein Redesign sinnvoll ist
Verändert sich das Geschäftsfeld oder zeigt sich, dass das bestehende Modell nicht mehr zur Realität passt, sollte rechtzeitig eine Überarbeitung des Domain Models in Betracht gezogen werden. Dieser Schritt kann größere Reibungsverluste im Projektverlauf verhindern.
Fazit Feature Driven Development Domain Modelling: FDD und Domain Modelling als Schlüssel für nachhaltigen Projekterfolg
Feature Driven Development und Domain Modelling ergänzen sich ideal. Während FDD einen strukturierten und planbaren Entwicklungsprozess vorgibt, sorgt das Domain Model für Verlässlichkeit, Nachvollziehbarkeit und hohe fachliche Qualität. Durch die klare Trennung von Fachlichkeit und Technik profitieren Teams von einer verbesserten Kommunikation, einfacherer Wartbarkeit und nachhaltig hoher Produktqualität.
Wer langfristig wettbewerbsfähige Software entwickeln möchte, sollte gezielt in Domain Modelling investieren. Denn davon profitieren nicht nur Entwickler, sondern sämtliche Stakeholder und letztlich auch die Endanwender. Je sauberer das Domain Model, desto intuitiver, konsistenter und nachhaltiger werden die umgesetzten Features.