Vorgehensmodell der Prozessmanagement Beratung

Vorgehensmodell der Prozessmanagement Beratung – In vielen Unternehmen werden Prozesse „nebenbei“ optimiert – mit viel Aufwand, aber wenig nachhaltigem Effekt. Projekte laufen an, Begeisterung ist kurz da, verpufft aber wieder im Tagesgeschäft. Ein klares Vorgehensmodell der Prozessmanagement Beratung schafft hier den Unterschied: Es strukturiert den Weg von der ersten Idee bis zur nachhaltigen Verankerung. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie ein professionelles Vorgehensmodell aussieht, welche Phasen typischerweise durchlaufen werden und worauf Entscheider, Projektmanager und Fachbereiche achten sollten, damit Prozessmanagement messbar wirkt.

Vorgehensmodell der Prozessmanagement Beratung
Vorgehensmodell der Prozessmanagement Beratung

Warum ein klares Vorgehensmodell im Prozessmanagement unverzichtbar ist

Geschäftsprozesse sind das Rückgrat jedes Unternehmens – gleichzeitig sind sie häufig historisch gewachsen, intransparent und stark von Einzelpersonen abhängig. Typische Symptome:

Ohne strukturiertes Vorgehen führt Prozessmanagement schnell zu:

Ein konsequent angewendetes Vorgehensmodell sorgt dafür, dass:


Was versteht man unter einem Vorgehensmodell in der Prozessmanagement Beratung?

Ein Vorgehensmodell der Prozessmanagement Beratung beschreibt die strukturierte Abfolge von Phasen, Aktivitäten und Ergebnissen, mit denen Prozesse analysiert, gestaltet und nachhaltig verbessert werden.

Kurz gesagt:
Es ist der „roter Faden“, der ein Prozessmanagement-Projekt von der Auftragsklärung bis zur Umsetzung und laufenden Optimierung führt.

Typische Elemente eines Vorgehensmodells:

Ein gutes Vorgehensmodell ist kein starres Schema, sondern ein anpassbarer Rahmen, der an Unternehmensgröße, Branche, Komplexität und Reifegrad des Prozessmanagements angepasst wird.


Ziele und Nutzen eines strukturierten Vorgehens

Ein professionelles Vorgehensmodell in der Prozessberatung verfolgt mehrere Ziele gleichzeitig:

Gerade für Entscheider ist wichtig: Ein klares Vorgehensmodell macht Projekte planbar, steuerbar und vergleichbar – über Bereiche, Standorte und Zeiträume hinweg.


Die 6 zentralen Phasen im Vorgehensmodell der Prozessmanagement Beratung

Im Folgenden ein praxiserprobtes Phasenmodell, wie es in vielen Beratungsprojekten eingesetzt wird. Die Bezeichnungen können variieren, der Kern bleibt ähnlich.

1. Auftragsklärung & Scoping

In der ersten Phase wird der Rahmen des Prozessmanagement-Projekts gemeinsam mit dem Auftraggeber geschärft.

Ziele:

Zentrale Fragen:

Typische Ergebnisse:

Ohne saubere Auftragsklärung droht das Projekt, im weiteren Verlauf an Zielkonflikten und Erwartungsbrüchen zu scheitern.


2. Prozessaufnahme & Ist-Analyse

In der zweiten Phase werden die bestehenden Abläufe erhoben und verständlich dokumentiert.

Ziele:

Typische Methoden:

Fragen, die hier beantwortet werden:

Ergebnisse:

Wichtig: Es geht in dieser Phase noch nicht darum, Lösungen zu diskutieren, sondern ein gemeinsames Prozessverständnis zu schaffen.


3. Prozessbewertung & Schwachstellenanalyse

Auf Basis der Ist-Aufnahme werden Prozesse analytisch bewertet.

Ziele:

Methoden und Werkzeuge:

Leitfragen:

Ergebnisse:

Hier wird oftmals die Grundlage für das Management-Commitment gelegt: Worin genau investieren wir Zeit, Budget und Veränderungsenergie?


4. Prozessdesign & Soll-Konzept

Jetzt wird der Zielzustand entwickelt – häufig der kreativste, aber auch konfliktträchtigste Teil.

Ziele:

Bausteine des Soll-Designs:

Methoden:

Ergebnisse:

Ein guter Soll-Prozess ist realistisch, aber ambitioniert: Er adressiert die wesentlichen Schwachstellen, ohne das Unternehmen zu überfordern.


5. Umsetzung, Pilotierung & Change

Im nächsten Schritt wird der Soll-Zustand schrittweise in die Praxis überführt.

Ziele:

Typische Bestandteile:

Erfolgsfaktoren:

Prozessmanagement ist immer auch Change Management. Ohne aktive Begleitung entstehen neue Prozesse „auf dem Papier“, aber nicht im Verhalten.


6. Verankerung, Kennzahlen & kontinuierliche Verbesserung

Nach der Umsetzung beginnt die eigentliche Bewährungsprobe im Tagesgeschäft.

Ziele:

Elemente der Verankerung:

Typische Kennzahlen im Prozessmanagement:

So wird aus einem einmaligen Projekt eine dauerhafte Leistungssteuerung von Prozessen.


Methoden und Tools im Vorgehensmodell der Prozessberatung

Je Phase kommen unterschiedliche Werkzeuge zum Einsatz. Eine typische Zuordnung:

Wichtig ist weniger das „Etikett“ der Methode, sondern ihr passender Einsatz: Welche Methode liefert in Ihrem Kontext mit vertretbarem Aufwand den größten Erkenntnisgewinn?


Typische Stolpersteine – und wie das Vorgehensmodell hilft

Prozessmanagement-Projekte scheitern selten an der Modellierungstechnik, sondern an Rahmenbedingungen. Häufige Stolpersteine:

Ein durchdachtes Vorgehensmodell adressiert diese Risiken explizit:


Praxisbeispiel: Wie ein strukturiertes Vorge hen in der Prozessberatung aussehen kann

Ein mittelständisches Unternehmen (ca. 800 Mitarbeitende) stand vor der Herausforderung, den Order-to-Cash-Prozess zu verbessern: unklare Verantwortlichkeiten, hohe Fehlerquote in Angeboten und verspätete Rechnungsstellung.

Vorgehen entlang des Modells:

  1. Auftragsklärung & Scoping
    • Fokus auf End-to-End „Kundenanfrage bis Zahlungseingang“
    • Zielgrößen: -20 % Durchlaufzeit, -30 % Fehler in der Rechnungsstellung
  2. Prozessaufnahme & Ist-Analyse
    • Workshops mit Vertrieb, Auftragsabwicklung, Logistik, Buchhaltung
    • Erfassung von Varianten (Standardaufträge, Rahmenverträge, Sonderprojekte)
  3. Prozessbewertung
    • Kennzahlen aus ERP ausgewertet
    • Hauptursachen für Verzögerungen: unvollständige Auftragsdaten, manuelle Klärungsschleifen zwischen Vertrieb und Backoffice
  4. Prozessdesign & Soll-Konzept
    • Einführung eines klaren Datenmodells für Aufträge
    • Definierte Prüf- und Freigabepunkte
    • Standardisierte Angebots- und Auftragsvorlagen
    • Rollenklärung: wer darf was entscheiden, wer trägt Verantwortung?
  5. Umsetzung & Pilotierung
    • Pilot in einer Vertriebsregion
    • Anpassung der ERP-Masken, Schulung der Mitarbeitenden
    • Feinjustierung der Freigaberegeln nach Pilotphase
  6. Verankerung & KVP
    • Einführung eines monatlichen Prozess-Review-Meetings
    • Dashboard mit Durchlaufzeit, Fehlerquote, offenen Klärfällen

Ergebnis nach 9 Monaten:

Der entscheidende Erfolgsfaktor: Ein konsequent angewandtes Vorgehensmodell, das fachliche, organisatorische und technische Aspekte gemeinsam betrachtet hat – statt „nur“ am ERP-System zu drehen.


Auswahl eines geeigneten Vorgehensmodells für Ihr Unternehmen

Es gibt kein universelles Standardmodell, das für jedes Unternehmen optimal passt. Die Kunst besteht darin, ein Vorgehensmodell so zu gestalten, dass es zu Größe, Kultur und Reife Ihrer Organisation passt.

Wichtige Kriterien bei der Auswahl bzw. Gestaltung:

Praxisbewährt ist es, bewährte Frameworks (z. B. PDCA-Zyklus, BPM-Lifecycle, Lean- und Six-Sigma-Ansätze) nicht Dogma-artig zu übernehmen, sondern gezielt zu adaptieren:


Checkliste: Woran Sie ein gutes Vorgehensmodell für die Prozessmanagement Beratung erkennen

Eine kompakte Orientierung für Entscheider und Projektleiter:

Wenn Sie diese Punkte mit Ihrem aktuellen Vorgehen abgleichen, erkennen Sie schnell, wo nachgeschärft werden sollte.


Nächste Schritte für Ihr eigenes Prozessmanagement-Projekt

Wenn Sie ein Prozessmanagement-Projekt planen oder bestehende Initiativen neu ausrichten möchten, helfen Ihnen folgende Schritte:

  1. Ist-Stand reflektieren
    • Welche Prozessprojekte laufen aktuell?
    • Welche Erfahrungen (positiv wie negativ) wurden bisher gemacht?
  2. Ziele konkretisieren
    • Welche geschäftlichen Effekte erwarten Sie von besserem Prozessmanagement (Kosten, Qualität, Geschwindigkeit, Compliance, Kundenzufriedenheit)?
  3. Vorgehensmodell definieren oder schärfen
    • Ein übersichtliches Phasenmodell festlegen, das zu Ihrem Unternehmen passt.
    • Verantwortliche benennen, die dieses Vorgehen tragen und weiterentwickeln.
  4. Pilotbereich auswählen
    • Mit einem klar abgegrenzten End-to-End-Prozess starten, in dem Nutzen zügig sichtbar wird.
  5. Lernen und skalieren
    • Erfahrungen aus dem Pilot nutzen, um das Vorgehensmodell anzupassen und auf weitere Prozesse auszurollen.

Wenn Sie dafür einen erfahrenen externen Partner an Ihrer Seite haben möchten, kann PURE Consultant Sie von der ersten Auftragsklärung über die Modellierung bis zur nachhaltigen Verankerung begleiten – als Sparringspartner für Management, Projektleitung und Fachbereiche. So stellen Sie sicher, dass Ihr Vorgehensmodell nicht nur auf Folien überzeugt, sondern in Ihrem Unternehmen tatsächlich wirkt.

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