Spielregeln beim Delegation Poker

Spielregeln beim Delegation Poker – Unklare Zuständigkeiten, Mikromanagement oder überforderte Führungskräfte sind typische Symptome schlecht geregelter Delegation. Genau hier setzt Delegation Poker an: eine strukturierte Methode, um Verantwortlichkeiten transparent zu klären und Entscheidungsspielräume bewusst zu gestalten. Die Spielregeln beim Delegation Poker bilden dabei das Fundament für einen wirksamen Einsatz in Führung, Projektarbeit und agilen Organisationen. Wer sie versteht und korrekt anwendet, schafft Klarheit, fördert Eigenverantwortung und verbessert die Qualität von Entscheidungen nachhaltig. Dieser Artikel erläutert die Regeln im Detail, ordnet sie praxisnah ein und zeigt, wie Delegation Poker professionell und wirksam eingesetzt wird.

Spielregeln beim Delegation Poker
Spielregeln beim Delegation Poker

Was ist Delegation Poker?

Delegation Poker ist ein moderiertes Entscheidungs- und Reflexionsformat zur Klärung von Delegationsgraden zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden oder innerhalb von Teams. Die Methode wurde von Jurgen Appelo im Kontext moderner Management- und Leadership-Ansätze entwickelt und ist eng mit Management 3.0 verbunden.

Im Kern geht es darum, wer welche Entscheidungen mit welchem Handlungsspielraum treffen darf. Delegation Poker macht diese Frage explizit, diskutierbar und konsensfähig.

Kurzdefinition:
Delegation Poker ist ein spielerisches, aber strukturiertes Verfahren, mit dem Teams und Führungskräfte gemeinsam festlegen, auf welchem Delegationsniveau Entscheidungen getroffen werden.


Warum klare Spielregeln beim Delegation Poker entscheidend sind

Delegation Poker entfaltet seinen Nutzen nur dann, wenn alle Beteiligten die Spielregeln kennen und einhalten. Ohne klare Regeln entstehen schnell Missverständnisse oder falsche Erwartungen.

Typische Risiken ohne saubere Spielregeln:

Klare Spielregeln beim Delegation Poker sorgen dagegen für:


Die sieben Delegationsstufen als Grundlage

Zentrales Element von Delegation Poker sind die sieben Delegationsstufen. Sie bilden die Skala, auf der jede Entscheidung eingeordnet wird. Die Spielregeln beziehen sich immer auf diese gemeinsame Referenz.

Die klassischen sieben Stufen lauten:

  1. Anweisen (Tell)
    Die Führungskraft entscheidet und informiert das Team.
  2. Verkaufen (Sell)
    Die Führungskraft entscheidet, erläutert aber die Gründe.
  3. Konsultieren (Consult)
    Die Führungskraft holt Meinungen ein, entscheidet aber selbst.
  4. Gemeinsam entscheiden (Agree)
    Entscheidung wird gemeinsam getroffen.
  5. Beraten lassen (Advise)
    Das Team entscheidet, die Führungskraft gibt Empfehlungen.
  6. Delegieren (Inquire)
    Das Team entscheidet eigenständig, informiert aber über das Ergebnis.
  7. Vollständig delegieren (Delegate)
    Das Team entscheidet komplett selbstständig ohne Rückkopplung.

Diese Stufen sind keine Wertungsskala, sondern beschreiben unterschiedliche, situationsabhängige Führungsmodelle.


Die zentralen Spielregeln beim Delegation Poker

Damit Delegation Poker wirksam funktioniert, müssen bestimmte Regeln eingehalten werden. Sie strukturieren Ablauf, Diskussion und Entscheidungsfindung.

Regel 1: Eine konkrete Entscheidung pro Runde

Delegation Poker wird immer für eine klar definierte Entscheidung gespielt. Abstrakte Themen wie „Projektverantwortung“ oder „Strategie“ sind ungeeignet.

Gute Beispiele:

Je konkreter die Entscheidung, desto belastbarer das Ergebnis.


Regel 2: Alle Teilnehmenden stimmen gleichzeitig ab

Jede Person erhält einen Satz Karten mit den sieben Delegationsstufen. Die Auswahl erfolgt verdeckt und gleichzeitig.

Ziel dieser Regel:

Erst nach dem Aufdecken beginnt die Diskussion.


Regel 3: Unterschiede sind erwünscht, nicht problematisch

Abweichende Karten sind kein Konflikt, sondern der eigentliche Mehrwert der Methode. Große Spannweiten zeigen:

Die Spielregeln beim Delegation Poker sehen ausdrücklich vor, Unterschiede sichtbar zu machen und konstruktiv zu diskutieren.


Regel 4: Extrempositionen erklären ihre Sicht

Nach dem Aufdecken erläutern zunächst die Personen mit:

Diese Regel verhindert Dominanz einzelner Stimmen und sorgt für strukturierte Diskussionen. Argumente stehen im Vordergrund, nicht Hierarchie.


Regel 5: Diskussion vor Einigung

Delegation Poker ist kein Abstimmungsverfahren, sondern ein Aushandlungsprozess. Ziel ist ein gemeinsam verstandenes und akzeptiertes Delegationsniveau.

Die Diskussion sollte sich konzentrieren auf:


Regel 6: Konsens vor Mehrheitsentscheidung

Idealerweise wird ein Konsens erzielt. Wenn das nicht möglich ist, kann eine bewusste Entscheidung der Führungskraft erfolgen – transparent begründet und dokumentiert.

Wichtig: Auch eine Entscheidung auf niedriger Delegationsstufe ist legitim, solange sie nachvollziehbar ist.


Regel 7: Ergebnisse sind verbindlich – bis zur nächsten Überprüfung

Ein zentrales Prinzip der Spielregeln beim Delegation Poker lautet: Das Ergebnis gilt, bis es aktiv geändert wird.

Empfohlen ist:

Delegation ist dynamisch, aber nicht beliebig.


Ablauf einer Delegation-Poker-Session

Die Spielregeln spiegeln sich im klaren Ablauf wider. Eine typische Session folgt diesen Schritten:

  1. Auswahl einer konkreten Entscheidung
  2. Erklärung der sieben Delegationsstufen
  3. Verdeckte Kartenauswahl
  4. Gleichzeitiges Aufdecken
  5. Diskussion der Extrempositionen
  6. Gemeinsame Einigung
  7. Dokumentation des Ergebnisses

Eine Session dauert je nach Komplexität zwischen 10 und 30 Minuten pro Entscheidung.


Typische Fehler bei der Anwendung

Auch bei Einhaltung der Spielregeln treten in der Praxis häufig Fehler auf.

Unklare Entscheidungsgegenstände

Zu breite oder unscharfe Themen führen zu unverbindlichen Ergebnissen.

Vermischung mehrerer Entscheidungen

Jede Entscheidung braucht ihre eigene Runde.

Hierarchischer Druck

Führungskräfte sollten ihre Karte nicht kommentieren, bevor alle aufgedeckt haben.

Fehlende Nachverfolgung

Ohne Dokumentation verpufft der Effekt.


Delegation Poker im Führungsalltag

Richtig angewendet ist Delegation Poker kein einmaliges Workshop-Tool, sondern ein dauerhaftes Führungsinstrument.

Typische Einsatzfelder:

Gerade in hybriden oder agilen Arbeitsumgebungen schafft die Methode Struktur ohne Bürokratie.


Spielregeln beim Delegation Poker in agilen Organisationen

In agilen Kontexten wird Delegation Poker häufig genutzt, um:

Wichtig ist hier, die Spielregeln strikt einzuhalten und nicht als „Agilitäts-Spielerei“ abzutun. Delegation Poker ersetzt keine Verantwortung, sondern macht sie explizit.


Wann Delegation Poker nicht geeignet ist

Trotz aller Vorteile gibt es Grenzen.

Delegation Poker ist weniger geeignet bei:

Auch das ist Teil professioneller Anwendung: zu wissen, wann man die Methode bewusst nicht einsetzt.


Best Practices für nachhaltige Wirkung

Erfahrene Anwender beachten zusätzliche Erfolgsfaktoren:

So werden die Spielregeln beim Delegation Poker nicht nur eingehalten, sondern langfristig verankert.


Fazit Spielregeln beim Delegation Poker

Die Spielregeln beim Delegation Poker sind kein formaler Selbstzweck, sondern der Schlüssel zu klarer, wirksamer Delegation. Wer sie konsequent anwendet, schafft Transparenz, reduziert Reibungsverluste und fördert echte Verantwortung im Team. Gerade für Führungskräfte, Projektleiter und Entscheider bietet Delegation Poker eine strukturierte Möglichkeit, Delegation bewusst zu gestalten statt implizit zu leben.

Wenn Sie Delegation Poker gezielt in Ihrer Organisation einsetzen oder bestehende Führungsmodelle weiterentwickeln möchten, kann eine strukturierte Begleitung sinnvoll sein. Die PURE Consultant unterstützt Unternehmen dabei, Delegationsmodelle praxisnah, anschlussfähig und wirksam zu etablieren.

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