Nutzen des SYLLK Modells für Kommunikation & Führung

Nutzen des SYLLK Modells für Kommunikation & Führung – Viele Organisationen investieren Zeit in „Lessons Learned“-Workshops – und stellen trotzdem fest: Die gleichen Fehler kehren zurück, die Kommunikation bleibt fragmentiert, Führungskräfte werden zum Flaschenhals für Wissen. Das SYLLK Modell setzt genau hier an. Es macht sichtbar, wie Lernprozesse, Kommunikation und Führung systemisch zusammenhängen und wo Blockaden sitzen. Richtig eingesetzt, hilft es, Wissenssilos aufzubrechen, Führungsarbeit zu entlasten und Projektorganisationen nachhaltig lernfähig zu machen. Dieser Beitrag zeigt, was hinter dem SYLLK Modell steckt, welchen konkreten Nutzen es für Kommunikation und Führung hat und wie Sie es pragmatisch in Ihrer Organisation verankern können.

Nutzen des SYLLK Modells für Kommunikation & Führung
Nutzen des SYLLK Modells für Kommunikation & Führung

Was ist das SYLLK Modell?

Das SYLLK Modell („Systemic Lessons Learned Knowledge“) ist ein systemisches Rahmenwerk für organisationales Lernen. Es wurde entwickelt, um zu verstehen, wie Wissen aus Projekten im gesamten Unternehmen „verdrahtet“ wird – also über Menschen, Prozesse und Technologien hinweg.

Kurz gesagt:
Das SYLLK Modell beschreibt, über welche Elemente einer Organisation Erfahrungen und Lessons Learned verteilt, verankert und nutzbar gemacht werden.

Statt sich nur auf Dokumentation oder Workshops zu fokussieren, betrachtet das Modell das Zusammenspiel mehrerer Elemente, die gemeinsam bestimmen, ob Lernen tatsächlich in Verhalten und Entscheidungen ankommt.

Die sechs Elemente des SYLLK Modells

Kern des Modells ist die Ausrichtung von sechs organisationalen Elementen:

Das Besondere: SYLLK betrachtet diese Elemente nicht isoliert, sondern als miteinander verbundene „Leitungen“. Erst wenn sie im Sinne von Lern- und Kommunikationszielen aufeinander ausgerichtet sind, entfaltet das Modell seinen vollen Nutzen.


Warum klassische Lessons Learned für Führung & Kommunikation oft versagen

Bevor wir auf den konkreten Nutzen des SYLLK Modells für Kommunikation und Führung eingehen, lohnt der Blick auf typische Probleme klassischer Ansätze:

Genau hier setzt das SYLLK Modell an: Es verschiebt den Fokus von „Welche Erkenntnisse haben wir?“ zu „Wie ist unser System gebaut, damit Kommunikation und Führung aus diesen Erkenntnissen lernen können?“


Wie das SYLLK Modell Kommunikation in Organisationen verbessert

1. Klare Lernbotschaften statt diffusem Feedback

Eine häufige Frage lautet:
Wie verbessert das SYLLK Modell die Qualität von Kommunikation in Projekten und Linienorganisationen?

Durch SYLLK wird sichtbar, wo Lernbotschaften verloren gehen. Ein Beispiel:

Mit dem Modell lassen sich solche Bruchstellen gezielt adressieren. Kommunikationsverantwortliche und Führungskräfte können z. B.:

2. Bessere horizontale Zusammenarbeit über Bereiche hinweg

Viele Organisationen fragen:
Wie kann das SYLLK Modell helfen, Silos zu überwinden?

Gerade in projektbasierten Umfeldern (IT, Bau, F&E, Beratung) laufen ähnliche Fehler in verschiedenen Teams parallel – ohne dass jemand davon erfährt. Über das SYLLK Modell werden Querverbindungen sichtbarer:

Konkrete Kommunikationsverbesserungen, die sich aus SYLLK ergeben können:

3. Storytelling systematisch nutzen

Das SYLLK Modell wird häufig mit Storytelling in Organisationen verbunden. Die Leitfrage:
Über welche Kanäle und Strukturen verbreiten sich Geschichten, aus denen andere lernen können?

Führung und Kommunikation können mit SYLLK gezielt:

Damit wird Wissen erinnerbar und anschlussfähig, statt in abstrakten Präsentationen zu verschwinden.


Nutzen des SYLLK Modells für Führungskräfte

1. Systemischer Blick statt Schuldzuweisungen

Führungskräfte stehen oft unter Druck, bei Projektproblemen schnell „Verantwortliche“ zu benennen. Das SYLLK Modell verschiebt den Fokus von Einzelpersonen auf das System:

Das erleichtert es Führung, konstruktiv zu reagieren:

Für Führungskräfte ist das SYLLK Modell damit eine Art Diagnoseraster, um Probleme in Kommunikation und Learning jenseits von Einzelpersonen zu verstehen.

2. Entscheidungsqualität steigern

Gute Entscheidungen basieren auf zugänglichen, relevanten Erfahrungen aus Vergangenheit und Gegenwart. Typische Fragen von Führungskräften:

Ein gelebtes SYLLK Modell sorgt dafür, dass:

Führung kann dadurch:

Das reduziert „Blindflüge“ und erhöht die Konsistenz von Entscheidungen über Projekte und Bereiche hinweg.

3. Führungsrollen in Lernschleifen klären

Viele Organisationen wollen „lernende Organisationen“ sein, ohne klar zu definieren, welche Führungsrolle Lernen eigentlich hat. Mit SYLLK lassen sich Rollen konkretisieren:

Für Führungskräfte ergibt sich daraus ein klares Rollenbild:


Wie funktioniert das SYLLK Modell in der Praxis?

1. Ausgangslage erfassen

Am Anfang steht eine nüchterne Bestandsaufnahme:

Typischerweise wird hierzu eine Kombination aus Interviews, Workshops und Dokumentenanalysen genutzt. Ziel ist eine Landkarte der bestehenden „Leitungen“ entlang der sechs SYLLK-Elemente.

2. Relevante Muster identifizieren

Im zweiten Schritt geht es darum, wiederkehrende Bruchstellen zu identifizieren, z. B.:

Führung und Kommunikation können hier gezielt ansetzen und priorisieren:

3. Zielbild für Kommunikation & Führung definieren

Auf dieser Basis wird ein Zielbild entwickelt:

Dieses Zielbild wird entlang der SYLLK-Elemente beschrieben, z. B.:

4. Maßnahmenpaket entwickeln

Auf Grundlage des Zielbildes werden konkrete Maßnahmen geschnürt, z. B.:

Wichtig ist hier die Kohärenz über alle sechs Elemente: Eine neue Retrospektiven-Methode (Learning) ohne kulturelle Unterstützung (Culture) und ohne klaren Prozessanker (Process) bleibt oft wirkungslos.

5. Pilotieren und iterativ verankern

SYLLK eignet sich gut für Pilotansätze:

Führungskräfte sollten hier als sichtbare Sponsoren auftreten, z. B. indem sie:


Praxisbeispiel: Kommunikationskultur mit SYLLK neu ausrichten

Angenommen, ein Unternehmen mit stark projektorientierter IT stellt fest:

Mit SYLLK könnte der Weg so aussehen:

  1. Analyse entlang der sechs Elemente
    • Learning: Retros gibt es, aber ohne verbindliche Umsetzung von Maßnahmen.
    • Culture: Fehler gelten als Schwäche, „Heldentaten“ werden belohnt.
    • Social: Austausch findet projektintern statt, kaum bereichsübergreifend.
    • Technology: Mehrere Tools, keine einheitliche Dokumentationslogik.
    • Process: Kein verpflichtender Lessons-Learned-Schritt vor Projektfreigaben.
    • Infrastructure: Keine Rolle mit expliziter Verantwortung für Lernen.
  2. Zielbild definieren
    • Offenheit gegenüber Risiken soll gestärkt werden.
    • Wiederholfehler in Schnittstellen sollen deutlich reduziert werden.
    • Fachbereich und IT sollen gemeinsame Lernformate etablieren.
  3. Maßnahmen umsetzen
    • Einführung gemeinsamer IT/Fachbereich-Retros mit Moderation.
    • Anpassung der Projektreviews: Risiken müssen zwingend mit Lessons aus früheren, ähnlichen Projekten abgeglichen werden.
    • Vereinheitlichung der Dokumentation in einem Tool mit klarer Struktur und Tags.
    • Benennung eines „Learning Lead“ in jedem größeren Projekt.
  4. Rolle der Führung
    • Top-Management macht öffentlich klar: Frühe Risiko-Meldungen werden honoriert, nicht sanktioniert.
    • Bereichsleiter nutzen Lessons Learned aktiv in Lenkungsausschüssen.
    • Führungskräfte reflektieren ihre eigene Kommunikationspraxis (z. B. Umgang mit „Bad News“).

Über 6–12 Monate lassen sich so messbare Veränderungen in Kommunikationsmustern und Projektergebnissen erreichen – nicht, weil es „noch ein Tool“ gibt, sondern weil die systemische Lern- und Kommunikationsarchitektur neu ausgerichtet wurde.


Typische Stolpersteine bei der Einführung des SYLLK Modells

Wer das SYLLK Modell für Kommunikation und Führung nutzen will, sollte typische Fallstricke kennen:

Führungskräfte können diese Stolpersteine vermeiden, indem sie von Beginn an klar machen: SYLLK ist kein IT-Projekt, sondern eine Führungsaufgabe.


Fazit: Warum sich das SYLLK Modell für Kommunikation & Führung lohnt

Das SYLLK Modell bietet Führungskräften, Projektverantwortlichen und Kommunikationsprofis einen klaren, praxisnahen Rahmen, um Lern- und Kommunikationsstrukturen ganzheitlich zu betrachten:

Wenn Sie vor der Aufgabe stehen, Ihre Projektorganisation lernfähiger zu machen, die interne Kommunikation zu professionalisieren und Führung von operativer Überlastung zu entlasten, ist das SYLLK Modell ein wirkungsvoller Ansatzpunkt.

Gerade bei der Übersetzung des Modells in konkrete Strukturen, Rollen und Prozesse hilft ein externer Blick. Wenn Sie prüfen möchten, wie sich SYLLK auf Ihre Organisation anwenden lässt – von der ersten Diagnose bis zur pragmatischen Umsetzung in Projekten und Führungsstrukturen –, lohnt sich ein fachlicher Austausch mit erfahrenen Beratern wie der PURE Consultant.

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