Ist- vs. Soll-Analyse – Viele Projekte scheitern nicht an der Technik, sondern an falschen Annahmen: Prozesse sind komplizierter als gedacht, Daten stimmen nicht, Ziele sind unklar. Genau hier setzen Ist- und Soll-Analyse an. Wer den Ausgangspunkt sauber versteht und ein klares Zielbild definiert, reduziert Risiken, vermeidet teure Schleifen und trifft bessere Entscheidungen. In diesem Beitrag erfahren Sie, was hinter Ist- vs. Soll-Analyse steckt, worin die wichtigsten Unterschiede liegen, wie Sie strukturiert vorgehen und welche Praxisbeispiele, Methoden und Checklisten Ihnen helfen, aus Analysen konkrete Ergebnisse zu machen.

Ist- vs. Soll-Analyse – kurze Definition
Ist-Analyse und Soll-Analyse sind zwei aufeinander aufbauende Schritte in Projekten, Prozessoptimierungen und Organisationsentwicklungen:
- Ist-Analyse: systematische Erhebung und Bewertung des aktuellen Zustands (Prozesse, Systeme, Organisation, Kennzahlen).
- Soll-Analyse (oder Soll-Konzeption): Beschreibung des gewünschten zukünftigen Zustands, inklusive Ziele, Anforderungen und Kennzahlen.
Kurz gesagt:
Ist-Analyse zeigt, wo Sie heute stehen.
Soll-Analyse definiert, wo Sie hinwollen.
Der Vergleich von Ist und Soll macht sichtbar, was sich konkret ändern muss.
Warum Ist- und Soll-Analyse für Entscheider so wichtig sind
Für Führungskräfte, Projektleiter und Fachverantwortliche sind Ist- und Soll-Analysen zentrale Werkzeuge, um Entscheidungen nachvollziehbar zu treffen:
- Transparenz schaffen: Wie laufen Prozesse wirklich ab? Wo gehen Zeit und Geld verloren?
- Prioritäten setzen: Welche Probleme sind kritisch, welche können warten?
- Ressourcen zielgerichtet einsetzen: Budgets und Kapazitäten dort fokussieren, wo Hebelwirkungen am größten sind.
- Risiken reduzieren: Früh erkennen, wo Abhängigkeiten, Engpässe oder Compliance-Risiken liegen.
- Stakeholder ausrichten: Gemeinsames Verständnis von Ausgangslage und Zielbild etablieren.
- Erfolg messbar machen: Mit klaren Soll-Kennzahlen können Sie später nachweisen, was sich verbessert hat.
Ohne saubere Ist-Analyse laufen viele Organisationen Gefahr, auf vermeintliche Probleme zu reagieren – und übersehen die eigentlichen Ursachen. Ohne solide Soll-Analyse fehlt dem Veränderungsprozess die Richtung.
Was ist eine Ist-Analyse?
Eine Ist-Analyse ist die strukturierte Untersuchung des aktuellen Zustands eines Systems, Prozesses, Bereichs oder Unternehmens. Ziel ist ein möglichst objektives Bild davon, wie es heute tatsächlich ist, nicht wie es sein sollte oder laut Prozesshandbuch angeblich funktioniert.
Typische Fragen einer Ist-Analyse sind zum Beispiel:
- Wie laufen Prozesse in der Praxis Schritt für Schritt ab?
- Welche Rollen, Abteilungen oder externen Partner sind beteiligt?
- Welche IT-Systeme, Tools und Datenquellen werden genutzt?
- Wie lange dauern einzelne Schritte, wo entstehen Wartezeiten?
- Wo treten Fehler, Nacharbeiten oder Medienbrüche auf?
- Welche Kennzahlen beschreiben den aktuellen Zustand (z. B. Durchlaufzeiten, Kosten, Fehlerquote)?
Datenquellen einer Ist-Analyse können sein:
- Interviews mit Fachanwendern, Team- und Projektleitern
- Dokumentenanalyse (Prozessbeschreibungen, Richtlinien, Berichte)
- System- und Logdaten, Reports, KPIs
- Workshops und Prozessmodellierung (z. B. BPMN-Diagramme)
- Beobachtungen vor Ort („Gemba Walk“)
Das Ergebnis einer guten Ist-Analyse ist eine klar dokumentierte und abgestimmte Beschreibung des Status quo – inklusive identifizierter Probleme, Ursachen und Abhängigkeiten.
Was ist eine Soll-Analyse bzw. Soll-Konzeption?
Die Soll-Analyse (oft auch Soll-Konzept oder Zielbild genannt) beschreibt den angestrebten zukünftigen Zustand: Wie sollen Prozesse, Organisation, IT-Landschaft oder Kennzahlen in Zukunft aussehen, damit strategische Ziele erreicht werden?
Typische Fragen einer Soll-Analyse sind:
- Welche Ziele wollen wir mit der Veränderung erreichen (z. B. Kosten senken, Qualität erhöhen, Time-to-Market verkürzen)?
- Wie sollen Prozesse idealerweise ablaufen?
- Welche Rollen, Verantwortlichkeiten und Schnittstellen braucht es?
- Welche Anforderungen ergeben sich an Systeme, Daten und Tools?
- Welche Kennzahlen zeigen später, ob der Soll-Zustand erreicht wurde?
Elemente einer Soll-Analyse können sein:
- Zielbild für Prozesse (z. B. optimierte Prozessmodelle)
- Fachliches Zielbild für IT-Systeme (z. B. Soll-Architektur, Integrationsszenarien)
- Rollen- und Organisationskonzepte
- Anforderungen (fachlich, technisch, regulatorisch)
- Ziel-KPIs und Zielwerte (z. B. „Durchlaufzeit -30 %“, „Fehlerquote < 1 %“)
Damit die Soll-Analyse wirksam wird, muss sie realistisch, messbar und mit der Unternehmensstrategie kompatibel sein. Ein reines „Wunschkonzert“ ohne Bezug zum Ist-Zustand führt schnell in Frustration.
Ist- vs. Soll-Analyse: Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick
Die Begriffe werden im Alltag oft vermischt. Die folgende Übersicht zeigt die zentralen Unterschiede:
| Aspekt | Ist-Analyse | Soll-Analyse |
|---|---|---|
| Fokus | Gegenwart / aktueller Zustand | Zukunft / Zielzustand |
| Ziel | Verstehen, wie es heute wirklich ist | Beschreiben, wie es künftig sein soll |
| Perspektive | Beschreibend, beobachtend | Gestaltend, konzeptionell |
| Datengrundlage | Fakten, Messwerte, Beobachtungen | Ziele, Strategien, Anforderungen |
| Ergebnis | Dokumentierter Status quo, Problemfelder | Zielbild, Anforderungen, Maßnahmenrahmen |
| Typische Fragen | „Was passiert aktuell?“ | „Wie soll es künftig laufen?“ |
Erst im Vergleich von Ist- und Soll-Zustand erkennen Sie den eigentlichen Handlungsbedarf: Welche Lücken sind kritisch? Wo lohnt sich der höchste Aufwand? Welche Quick Wins sind möglich?
Schritt-für-Schritt: So führen Sie eine Ist-Analyse durch
Wie geht man konkret vor, wenn man eine Ist-Analyse im Projekt, in der IT oder im Fachbereich durchführen will? Die folgenden Schritte haben sich in der Praxis bewährt.
1. Ziel und Scope klären
Bevor Sie starten, legen Sie fest:
- Welcher Bereich / Prozess / welches System wird betrachtet?
- Welche Fragestellung soll die Ist-Analyse beantworten?
- Welche Kennzahlen sind relevant?
- Welche Grenzen hat die Analyse (z. B. Länder, Organisationseinheiten, Zeiträume)?
Ein klarer Scope verhindert, dass sich die Analyse „verliert“ und zu viel Zeit frisst.
2. Stakeholder und Experten identifizieren
Für eine belastbare Ist-Analyse brauchen Sie die richtigen Gesprächspartner:
- Fachanwender, die den Prozess täglich leben
- Prozess- oder Systemverantwortliche
- IT-Ansprechpartner
- ggf. Compliance, Datenschutz, Qualitätssicherung
Legen Sie fest, wer Input liefert und wer am Ende die Ergebnisse abnimmt.
3. Datenquellen und Methoden festlegen
Wie kommen Sie an die relevanten Informationen?
- Interviews (strukturierte Leitfäden)
- Workshops (z. B. Prozessaufnahme mit Brown-Paper)
- Beobachtung (Mitarbeitende „im echten Leben“ begleiten)
- Dokumentenanalyse (Richtlinien, SOPs, Prozesshandbücher)
- System- und Reportdaten (z. B. Tickets, Durchlaufzeiten, Volumina)
Kombinieren Sie qualitative und quantitative Daten, um ein möglichst objektives Bild zu erhalten.
4. Prozesse und Strukturen aufnehmen
Nehmen Sie den tatsächlichen Ablauf Schritt für Schritt auf:
- Start- und Endpunkte des Prozesses
- Einzelne Aktivitäten / Tasks
- Rollen und Verantwortlichkeiten
- Eingangs- und Ausgangsinformationen
- genutzte Systeme und Schnittstellen
- Zeiten (Bearbeitungs- und Liegezeiten)
Visualisieren Sie den Ablauf, z. B. in BPMN, Swimlane-Diagrammen oder einfachen Flowcharts. So erkennen Sie schnell Schleifen, Umwege und Medienbrüche.
5. Probleme, Ursachen und Risiken identifizieren
Aus der Beschreibung des Ist-Zustands leiten Sie ab:
- Wo entstehen Wartezeiten, Doppelarbeit, Fehler?
- Wo fehlen klare Verantwortlichkeiten?
- Wo sind Systeme nicht integriert oder Daten inkonsistent?
- Welche regulatorischen oder Sicherheitsrisiken bestehen?
Nutzen Sie Methoden wie:
- 5-Why-Analyse (mehrfaches „Warum?“ zur Ursachenfindung)
- Ishikawa-Diagramm (Fishbone)
- Pareto-Analyse (80/20-Regel: Welche Ursachen erzeugen die meisten Probleme?)
Wichtig ist, Problemursachen von Symptomen zu trennen.
6. Ergebnisse strukturieren und validieren
Fassen Sie die Erkenntnisse der Ist-Analyse strukturiert zusammen:
- Übersicht des betrachteten Umfangs
- Visualisierte Prozesse/Strukturen
- Kennzahlen zum aktuellen Zustand
- Liste der Hauptprobleme und Ursachen
- erste Hinweise auf Potenziale
Validieren Sie die Ergebnisse mit den Stakeholdern: Stimmen alle Beteiligten zu, dass dies der reale Ist-Zustand ist? Erst dann sollte die Soll-Analyse starten.
Schritt-für-Schritt: So entwickeln Sie ein tragfähiges Soll-Konzept
Auf Basis der bestätigten Ist-Analyse definieren Sie das Zielbild. Dabei reicht es nicht, „bessere Prozesse“ zu fordern – das Soll muss so konkret sein, dass man es später umsetzen und messen kann.
1. Leitplanken und Strategie ableiten
Starten Sie mit den übergeordneten Zielen:
- Welche Unternehmens- oder Bereichsstrategie ist relevant?
- Welche regulatorischen Vorgaben müssen erfüllt werden?
- Welche Budget- und Zeitgrenzen gibt es?
- Welche technologischen Rahmenbedingungen sind gesetzt?
Diese Leitplanken verhindern spätere Zielkonflikte.
2. Ziele und Kennzahlen definieren
Formulieren Sie konkrete Verbesserungsziele:
- Effizienz: z. B. „Durchlaufzeit im Prozess X um 30 % reduzieren“
- Qualität: z. B. „Fehlerquote im Schritt Y unter 1 % senken“
- Kosten: z. B. „Prozesskosten pro Vorgang um 20 % senken“
- Kundenzufriedenheit: z. B. „NPS im Serviceprozess auf > +40 steigern“
Verknüpfen Sie jedes Ziel mit messbaren KPIs. Nur so ist später klar, ob der Soll-Zustand erreicht wurde.
3. Soll-Varianten entwickeln
Oft gibt es nicht nur einen Weg zum Ziel. Daher lohnt es sich, mehrere Soll-Varianten zu skizzieren:
- Minimalvariante (Quick Wins, begrenzter Aufwand)
- Zielbild mit mittlerem Umfang
- ambitionierte Variante (starkes Redesign, ggf. neue Technologien oder Organisationsformen)
Für jede Variante beschreiben Sie:
- Prozessablauf im Zielzustand
- Rollen und Verantwortlichkeiten
- Systemlandschaft und Integrationen
- organisatorische Auswirkungen (z. B. neue Teams, Zentralisierung/Dezentralisierung)
4. Varianten bewerten und entscheiden
Bewerten Sie die Varianten anhand einheitlicher Kriterien, z. B.:
- Beitrag zu den definierten Zielen (Effizienz, Qualität, Kosten, Kundennutzen)
- Investitions- und Betriebskosten
- Umsetzbarkeit (Komplexität, Dauer, Change-Aufwand)
- Risiken und Abhängigkeiten
Nutzen Sie einfache Bewertungsmatrizen, um eine transparente Entscheidung für eine Soll-Variante zu treffen.
5. Soll-Konzept konkretisieren und dokumentieren
Das gewählte Zielbild wird nun detaillierter beschrieben:
- detaillierte Soll-Prozessmodelle
- Rollenprofile und Verantwortlichkeitsmatrizen (z. B. RACI)
- fachliche und technische Anforderungen an Systeme
- erforderliche organisatorische Anpassungen
- Roadmap mit Maßnahmenpaketen
Diese Dokumentation ist später die Grundlage für Umsetzung, Ausschreibungen und technische Spezifikationen.
Praxisbeispiel: Ist- und Soll-Analyse in einem IT- und Prozessprojekt
Stellen Sie sich folgendes Szenario vor:
Ein mittelständisches Unternehmen klagt über lange Durchlaufzeiten in der Auftragsabwicklung. Beschwerden von Kunden häufen sich, gleichzeitig steigen interne Kosten. Die Geschäftsführung startet ein Projekt zur Prozess- und IT-Optimierung.
Ist-Analyse:
- Betrachteter Scope: „von Bestellungseingang bis Rechnungsstellung“
- Erhebung durch Interviews, Workshops und Auswertung von ERP-Daten
- Ergebnisse:
- Mehrfache manuelle Dateneingaben in verschiedenen Systemen
- Medienbrüche (E-Mails, Excel-Listen, lokale Dateien)
- Unklare Verantwortlichkeiten bei Sonderfällen
- Durchlaufzeit stark schwankend zwischen 3 und 15 Tagen
- Hohe Fehlerquote bei der Rechnungsstellung
Soll-Analyse:
- Ziele:
- Standardaufträge in maximal 5 Tagen abwickeln
- Fehlerquote in der Rechnungserstellung auf < 1 % senken
- Transparenter Status für Kunden und Vertrieb
- Soll-Konzept:
- Einführung eines zentralen Workflow-Systems
- Durchgängige Datenhaltung ohne doppelte Eingaben
- klar definierte Rollen (Sales, Auftragsmanagement, Buchhaltung)
- Standardisierung von Sonderfallbehandlungen
- Maßnahmen:
- IT-Auswahl und Implementierung
- Prozessredesign und Schulung der Mitarbeitenden
- Anpassung von KPIs und Reporting
Der Vergleich zwischen Ist- und Soll-Zustand machte deutlich, dass nicht primär „zu wenig Personal“, sondern ineffiziente Abläufe und fehlende Systemintegration das Problem waren. Die Ist- vs. Soll-Analyse führte so zu einer fundierten Entscheidung für Prozess- und IT-Maßnahmen – statt nur zusätzliche Stellen zu schaffen.
Typische Fehler bei Ist- und Soll-Analysen – und wie Sie sie vermeiden
In der Praxis scheitern viele Analysen an immer gleichen Stolpersteinen. Achten Sie insbesondere auf folgende Punkte:
- Zu unscharfer Scope
Alles wird „ein bisschen“ betrachtet, aber nichts wirklich tief. → Besser: klaren Analyseumfang definieren, Abgrenzungen dokumentieren. - Nur Dokumente, keine Realität
Analysiert werden nur Prozesshandbücher – nicht der gelebte Alltag. → Besser: Dokumente mit Interviews und Beobachtungen abgleichen. - Stakeholder nicht eingebunden
Fachbereiche werden zu spät oder gar nicht beteiligt. → Besser: relevante Rollen von Anfang an einplanen und aktiv einbinden. - Symptome statt Ursachen
Man verbessert einzelne Schritte, ohne Kernursachen zu adressieren. → Besser: Ursachenanalysen nutzen (5-Why, Ishikawa). - Soll zu vage formuliert
„Prozess verbessern“ ist kein Ziel. → Besser: klare, messbare Soll-Ziele mit KPIs definieren. - Keine Priorisierung der Maßnahmen
Alles soll gleichzeitig umgesetzt werden. → Besser: Roadmap mit Quick Wins, mittelfristigen und langfristigen Maßnahmen. - Ergebnisse werden nicht kommuniziert
Analyseergebnisse verschwinden in einer Schublade. → Besser: verständliche Aufbereitung und Kommunikation an Entscheider und Teams.
Hilfreiche Methoden, Tools und Vorlagen für Ist- und Soll-Analysen
Je nach Kontext (Management, IT, Organisation, Projektmanagement) bieten sich unterschiedliche Methoden an, um Ist- vs. Soll-Analysen strukturiert durchzuführen.
Prozesse und Organisation:
- BPMN / Prozessmodellierung: Standardisierte Darstellung von Abläufen und Entscheidungen.
- Swimlane-Diagramme: Visualisierung von Verantwortlichkeiten entlang eines Prozesses.
- Value Stream Mapping: Betrachtung von Wertschöpfung, Durchlaufzeiten und Verschwendung.
- RACI-Matrix: Klarstellung von Verantwortlichkeiten (Responsible, Accountable, Consulted, Informed).
Anforderungen und Systeme:
- Use Cases / User Stories: Beschreibung, was Anwender im Zielzustand tun wollen.
- Systemkontext-Diagramme: Überblick über beteiligte Systeme und Schnittstellen.
- Anforderungskataloge: strukturierte Liste fachlicher und technischer Anforderungen.
Analyse und Priorisierung:
- SWOT-Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken)
- Nutzen-Kosten-Bewertung
- Risikoanalysen (z. B. FMEA in regulierten Umgebungen)
Ergänzend helfen Vorlagen (Templates) wie:
- Checklisten für Interviews
- Standardstruktur für Ist-Analyse-Berichte
- PowerPoint-/Miro-Templates für Ist-/Soll-Prozessdarstellungen
- Bewertungsmatrizen für Soll-Varianten
Solche Vorlagen sparen Zeit und erhöhen die Vergleichbarkeit zwischen Projekten.
Checkliste: Wann lohnt sich eine Ist- vs. Soll-Analyse besonders?
Nicht jedes kleine Optimierungs-Thema erfordert eine große Analyse. In folgenden Situationen ist eine strukturierte Ist- und Soll-Analyse jedoch sehr empfehlenswert:
- Größere IT-Einführungen oder -Migrationen
z. B. ERP-, CRM-, DMS-, PPM-Systeme - Umfangreiche Prozess- oder Organisationsprojekte
z. B. Shared Services, Zentralisierung, Reorganisation - Kosten- und Effizienzprogramme
z. B. Lean-Initiativen, Operational Excellence, Restrukturierungen - Regulatorische oder Compliance-getriebene Vorhaben
z. B. Datenschutz, Informationssicherheit, Qualitätsmanagement - Mergers & Acquisitions, Integration von Unternehmensteilen
Harmonisierung von Prozessen, Systemen und Strukturen - Einführung neuer Geschäftsmodelle oder Services
Anpassung der bestehenden Abläufe an neue Anforderungen
Faustregel: Je größer die Tragweite einer Veränderung und je stärker die Abhängigkeiten (zwischen Bereichen, Systemen, Ländern), desto wichtiger ist eine saubere Ist- und Soll-Analyse.
Häufige Fragen zu Ist- vs. Soll-Analyse
Was ist der Unterschied zwischen Ist- und Soll-Analyse in einem Satz?
Die Ist-Analyse beschreibt den aktuellen Zustand, die Soll-Analyse definiert den angestrebten Zielzustand.
Was ist ein Beispiel für eine Ist-Analyse?
Die detaillierte Aufnahme eines Serviceprozesses inklusive aller Schritte, Rollen, Systeme, Durchlaufzeiten und Fehlerquellen – basierend auf Interviews, Systemdaten und Beobachtungen.
Wie startet man am besten mit einer Ist-Analyse?
Mit einer klaren Fragestellung, einem definierten Scope und einem Stakeholder-Set, das sowohl Fach- als auch IT-Perspektiven abdeckt.
Warum ist der direkte Sprung in die Soll-Konzeption riskant?
Ohne Verständnis des Ist-Zustands werden oft falsche Annahmen getroffen. Lösungen adressieren dann Symptome statt Ursachen – mit entsprechend geringer Wirkung.
Braucht man immer externe Unterstützung?
Nicht zwingend. Externe Beratung ist vor allem dann sinnvoll, wenn interne Ressourcen fehlen, eine neutrale Sicht nötig ist oder Methodenkompetenz für komplexe Analysen aufgebaut werden soll.
Fazit: Bessere Entscheidungen durch saubere Ist- und Soll-Analyse
Ob in der digitalen Transformation, in IT-Projekten oder in der Reorganisation von Fachbereichen: Wer Investitionen und Veränderungen begründen will, kommt an einer fundierten Ist- und Soll-Analyse nicht vorbei.
Die Kernpunkte:
- Die Ist-Analyse liefert ein realistisches Bild des Status quo – faktenbasiert statt gefühlt.
- Die Soll-Analyse übersetzt Strategie in ein konkretes Zielbild mit klaren Zielen und Anforderungen.
- Der Vergleich von Ist und Soll macht Gaps transparent, priorisiert Handlungsfelder und bildet die Grundlage für eine realistische Roadmap.
- Strukturierte Methoden, passende Tools und erprobte Vorlagen erhöhen Qualität und Geschwindigkeit der Analyse.
Wenn Sie vor einem größeren Veränderungsvorhaben stehen – etwa der Einführung eines neuen IT-Systems, einer Prozessharmonisierung oder einer Organisationsanpassung – kann es sinnvoll sein, sich punktuell begleiten zu lassen. Erfahrene Beratungspartner wie die PURE Consultant unterstützen dabei, Ist- und Soll-Analyse schlank, methodisch sauber und gleichzeitig praxisnah aufzusetzen, sodass Ihre Entscheidungen belastbar sind und Projekte auf einem stabilen Fundament stehen.