AIDA vs. moderne Funnels

AIDA vs. moderne Funnels – Wer Marketing oder Vertrieb verantwortet, stolpert früher oder später über die Frage: „AIDA vs. moderne Funnels – was passt eigentlich zu unserem Geschäft?“
Das klassische AIDA-Modell ist seit Jahrzehnten in Lehrbüchern präsent, aber digitale Customer Journeys sind komplexer, fragmentierter und datengetrieben. Viele Unternehmen spüren: Mit linearem Kampagnendenken lassen sich heute nur noch Teile des Potenzials heben.
Dieser Beitrag zeigt praxisnah, wie AIDA funktioniert, wo seine Grenzen liegen und wie moderne Funnel-Modelle helfen, B2B-Kaufentscheidungen besser zu verstehen, zu steuern und messbar zu machen – ohne Buzzword-Gewitter, dafür mit konkreten Leitplanken für die Umsetzung.

AIDA vs. moderne Funnels
AIDA vs. moderne Funnels

Warum Funnel-Modelle heute wieder auf dem Prüfstand stehen

Kaufentscheidungen – besonders im B2B – haben sich massiv verändert:

Unternehmen, die weiterhin nur in Kampagnen und Awareness-Aktionen denken, verlieren den Blick auf:

Genau hier setzt die Frage an: Reicht AIDA noch – oder brauchen wir moderne Funnel-Modelle, die den gesamten Kundenlebenszyklus abbilden?


Was ist das AIDA-Modell?

Das AIDA-Modell ist ein klassisches Kommunikationsmodell, das beschreibt, wie Aufmerksamkeit in eine Kaufhandlung überführt wird. Die vier Stufen:

  1. Attention – Aufmerksamkeit wecken
  2. Interest – Interesse vertiefen
  3. Desire – Wunsch nach dem Angebot erzeugen
  4. Action – Handlung auslösen (z. B. Kauf, Anfrage)

Kurzdefinition:
AIDA beschreibt, wie aus einem unbeteiligten Zuschauer ein aktiver Käufer wird – in vier linearen Schritten von Aufmerksamkeit bis Handlung.

Stärken von AIDA:

Typische Einsatzfelder:

Doch gerade im B2B-Umfeld stößt AIDA schnell an Grenzen.


Grenzen von AIDA im digitalen B2B-Umfeld

Warum wird AIDA in vielen Unternehmen als „zu einfach“ wahrgenommen?

1. Lineares Denken vs. reale Customer Journey
AIDA unterstellt einen linearen Ablauf. In der Realität springen Nutzer:

Der Prozess ist zyklisch, nicht geradlinig.

2. Kein Blick auf Bestandskunden und Loyalität
AIDA endet bei der Aktion. Wichtige Phasen fehlen:

Gerade in wiederkehrenden Geschäftsmodellen (Subscription, Wartungsverträge, Services) liegt hier der größte Ergebnishebel.

3. Multi-Stakeholder-Prozesse
In B2B-Kaufentscheidungen sind oft beteiligt:

Diese Gruppen durchlaufen nicht alle gleichzeitig und einheitlich dieselben AIDA-Stufen. Es gibt parallele Mikro-Journeys.

4. Datenorientierung und Automatisierung
AIDA gibt keine Antwort auf Fragen wie:

Kurz: AIDA ist ein gutes Denkschema für Kommunikation, aber kein Steuerungsmodell für moderne, digitale Funnels.


Was versteht man unter modernen Funnels?

Ein moderner Funnel beschreibt den gesamten Weg eines Kunden – vom ersten Kontakt bis weit über den Kauf hinaus – als Abfolge von Phasen, die:

Typische Phasen eines modernen B2B-Funnels:

  1. Awareness – Problem- und Lösungsbewusstsein entsteht
  2. Consideration – aktive Recherche, Vergleich von Optionen
  3. Decision – konkrete Anbieterbewertung und Verhandlung
  4. Onboarding – Einführung und Erstnutzung Ihrer Lösung
  5. Adoption – regelmäßige, produktive Nutzung, erste Ergebnisse
  6. Expansion – Up- und Cross-Selling, Roll-outs, zusätzliche Lizenzen
  7. Advocacy – Empfehlungen, Referenzen, Co-Marketing

Kurzdefinition:
Ein moderner Funnel ist ein datengetriebenes Modell zur Steuerung der gesamten Customer Journey – von Erstkontakt bis Empfehlung.

Wichtige Merkmale:


AIDA vs. moderne Funnels im direkten Vergleich

Kurzvergleich:
AIDA fokussiert auf die Kommunikationswirkung bis zur ersten Aktion, moderne Funnels betrachten den kompletten Kundenlebenszyklus und bilden komplexe Entscheidungsprozesse ab.

Perspektive

Zeitliche Reichweite

Komplexität

Messbarkeit

Verantwortlichkeiten

Die zentrale Frage lautet daher weniger „Was ist besser: AIDA oder moderne Funnels?“, sondern: Wie nutzen wir AIDA als einfaches Wirkmodell innerhalb eines umfassenden Funnel-Managements?


Typische Fragen aus Management und Praxis

Wann reicht AIDA noch aus?

AIDA reicht in der Regel, wenn:

Hier können Sie mit AIDA sehr effektiv Inhalte strukturieren.

Für welche Unternehmen sind moderne Funnels unverzichtbar?

Moderne Funnel-Modelle sind praktisch Pflicht, wenn:

Wie funktioniert AIDA im Vergleich zu modernen Funnels in der Praxis?

AIDA:

Moderner Funnel:


Praxisbeispiele: Vom AIDA-Denken zum Funnel-Management

Beispiel 1: B2B-SaaS-Unternehmen

Ausgangslage mit AIDA:

Umstellung auf modernen Funnel:

Ergebnis: Der Fokus verschiebt sich von „mehr Leads“ zu „mehr erfolgreichen Kunden mit hoher Nutzung“.

Beispiel 2: Maschinenbau / Investitionsgüter

Ausgangslage mit AIDA:

Umstellung auf modernen Funnel:

Ergebnis: Höhere Auslastung im Servicegeschäft, stabilere Kundenbeziehungen.


So entwickeln Sie einen modernen Funnel auf Basis von AIDA

Statt AIDA wegzuwerfen, können Sie es als Startpunkt nutzen.

1. Ist-Analyse: Wo nutzen Sie heute AIDA?

2. Customer Journey verstehen

3. Funnel-Phasen definieren

Leiten Sie aus der Journey konkrete Funnelphasen ab, z. B.:

Wichtig: Pro Phase klar definieren, was Ein- und Austrittskriterien sind.

4. Content- und Touchpoint-Mapping

Auf Basis von AIDA und Ihren neuen Funnelphasen:

5. KPIs und Messlogik definieren

Für jede Phase konkrete Kennzahlen:

AIDA können Sie hier als „Mikro-Modell“ pro Phase nutzen (z. B. AIDA-Struktur für ein spezifisches Webinar oder ein Angebot).

6. Prozesse und Automatisierung aufsetzen


Wichtige Funnel-Modelle im Überblick

Um „AIDA vs. moderne Funnels“ sauber einzuordnen, hilft ein Blick auf verbreitete Modelle:

Klassischer Marketing-Funnel

Sales Funnel

Pirate Metrics / AAARRR-Funnel

Flywheel-Modell

Moderne Funnel-Konzepte kombinieren häufig Elemente dieser Modelle – ergänzt um individuelle Phasen und KPIs je Unternehmen.


Kennzahlen: Wie Sie AIDA und moderne Funnels messbar machen

Damit AIDA und Funnel-Modelle nicht auf Folien stehen bleiben, brauchen sie Zahlen.

Typische AIDA-KPIs

Diese Metriken bleiben wichtig – aber sie decken nur die „Frontline“ des Funnels ab.

Funnel-KPIs entlang der Journey

Durch die Kombination aus AIDA-Metriken (Kommunikationswirkung) und Funnel-Metriken (Geschäftswirkung) entsteht ein ganzheitliches Bild.


Häufige Fehler bei der Umstellung von AIDA auf moderne Funnels

Bei der praktischen Umsetzung tauchen immer wieder ähnliche Stolpersteine auf:

Erfolgreiche Unternehmen starten bewusst pragmatisch:


Fazit AIDA vs. moderne Funnels: Kein „Entweder-oder“ zwischen AIDA und modernen Funnels

Die Frage „AIDA vs. moderne Funnels“ ist zugespitzt formuliert. In der Praxis geht es weniger um einen Ersatz, sondern um ein Zusammenspiel:

Für Entscheider, Projektmanager und Führungskräfte lautet die eigentliche Aufgabe:

  1. AIDA dort nutzen, wo Einfachheit zählt – etwa in Kampagnen und Content-Struktur.
  2. Einen schlanken, aber vollständigen Funnel entwerfen, der Marketing, Vertrieb und Service verbindet.
  3. Daten, Prozesse und Verantwortlichkeiten so ausrichten, dass entlang dieses Funnels messbar Wert geschaffen wird.

Wenn Sie Ihre aktuelle Funnel-Architektur auf den Prüfstand stellen, AIDA sinnvoll integrieren und Ihre Customer Journey konsequent datenbasiert ausrichten möchten, lohnt sich ein externer Blick von außen. Die Beraterinnen und Berater der PURE Consultant unterstützen Unternehmen genau dabei – von der Analyse über das Funnel-Design bis zur praxisnahen Umsetzung mit Ihren bestehenden Teams und Tools.

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