Digitalisierung erklärt

Digitalisierung erklärt – Digitalisierung ist eines der meistgenutzten Schlagwörter in Management-Meetings – und zugleich eines der am häufigsten missverstandenen. Viele Unternehmen investieren in neue Software, ohne wirklich produktiver, kundenzentrierter oder schneller zu werden. Dieser Artikel erklärt Digitalisierung verständlich, praxisnah und ohne Buzzwords – mit Fokus auf Entscheider, Projektverantwortliche und Fachanwender.
Sie erfahren, was Digitalisierung konkret bedeutet, wo Sie ansetzen sollten, wie ein professionelles Digitalisierungsprojekt abläuft und welche typischen Fehler Sie vermeiden müssen. So können Sie fundierte Entscheidungen treffen und Ihre Vorhaben strukturiert planen.

Digitalisierung erklärt
Digitalisierung erklärt

Was bedeutet Digitalisierung?

Digitalisierung bezeichnet die Umwandlung von analogen Informationen, Prozessen und Geschäftsmodellen in digitale Formen, um damit Nutzen zu stiften – etwa durch Effizienz, Qualität oder neue Angebote.

Wichtig ist die Unterscheidung von drei Ebenen:

Im Alltag werden diese Ebenen oft unter dem Begriff „Digitalisierung“ zusammengefasst. Für die Steuerung in Unternehmen lohnt sich jedoch die klare Trennung:
Ein Dokumentenscanner ist noch keine digitale Transformation – er ist lediglich ein Baustein.


Warum ist Digitalisierung wichtig für Unternehmen?

Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Sie ist eine Antwort auf konkrete Herausforderungen:

Kurz gesagt: Digitalisierung schafft die Grundlage, um skalierbar, resilient und zukunftsfähig zu arbeiten.


Typische Missverständnisse rund um Digitalisierung

Viele Digitalisierungsinitiativen scheitern weniger an der Technologie als an falschen Erwartungen. Häufige Missverständnisse:

In der Praxis gilt:


Zentrale Handlungsfelder der Digitalisierung im Unternehmen

Um Digitalisierung systematisch zu erklären und zu steuern, ist folgende Gliederung sinnvoll.

1. Geschäftsmodell und Wertschöpfung

Fragen zur Orientierung:

2. Prozesse und Workflows

Typische Ansatzpunkte:

3. Daten und Analytics

Ziel: Aus „Datenhaufen“ werden entscheidungsrelevante Informationen, die Fachbereiche aktiv nutzen.

4. Technologie und IT-Landschaft

Wichtig: Technologie folgt der Business- und Prozesslogik – nicht umgekehrt.

5. Organisation, Kultur und Skills

Ohne kulturelle und organisatorische Anpassung bleiben Digitalisierungsprojekte Insellösungen.


Wie läuft ein Digitalisierungsprojekt ab?

Viele Unternehmen fragen: Wie starten wir konkret mit der Digitalisierung? Ein praxistaugliches Vorgehensmodell umfasst in der Regel folgende Schritte:

  1. Ist-Analyse und Problemverständnis
    • Welche Prozesse verursachen Kosten, Verzögerungen, Fehler, Unzufriedenheit?
    • Wo gibt es Medienbrüche (Papier, manuelle Excellisten)?
  2. Zielbild und Nutzendefinition
    • Was soll sich messbar verbessern (z. B. Durchlaufzeit, Fehlerquote, Kundenzufriedenheit)?
    • Wie sieht der gewünschte Soll-Prozess aus?
  3. Priorisierung und Business Case
    • Welche Vorhaben haben hohes Potenzial bei vertretbarem Aufwand?
    • Welche Quick Wins schaffen Akzeptanz und Sichtbarkeit?
  4. Roadmap und Architektur
    • Welche Projekte laufen in welcher Reihenfolge?
    • Welche Systeme sind Kern, welche ergänzend, wie erfolgt Integration?
  5. Umsetzung in iterativen Sprints
    • Inkrementelle Einführung statt Big-Bang
    • Frühe Einbindung von Fachbereichen und Key Usern
  6. Change Management und Qualifizierung
    • Schulungen, Kommunikationskonzept, klare Rollen
    • Feedback-Schleifen und kontinuierliche Verbesserung
  7. Messung und Skalierung
    • Tracking der vereinbarten Kennzahlen
    • Übertragen erfolgreicher Ansätze auf weitere Bereiche

So wird aus „Wir müssen digitalisieren“ ein strukturiertes Transformationsprogramm mit klarer Steuerung.


Praxisbeispiele für Digitalisierung im Unternehmen

Um Digitalisierung greifbar zu machen, helfen konkrete Szenarien.

Beispiel 1: Vertrieb und Kundenservice

Nutzen: Schnellere Angebotsprozesse, weniger Rückfragen, höhere Transparenz.

Beispiel 2: Produktion und Instandhaltung

Nutzen: Weniger ungeplante Stillstände, bessere Auslastung, weniger Papierdokumentation.

Beispiel 3: Backoffice und Administration

Nutzen: Kürzere Durchlaufzeiten, transparente Verantwortlichkeiten, höhere Compliance.


Erfolgsfaktoren für gelungene Digitalisierung

Erfolgreiche digitale Transformation folgt wiederkehrenden Mustern. Wichtige Erfolgsfaktoren:

Wer diese Prinzipien verankert, reduziert Reibungsverluste und erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit deutlich.


Häufige Fehler bei der Digitalisierung

Ebenso lehrreich ist der Blick auf typische Stolpersteine:

Diese Fehler zu vermeiden, ist oft wirkungsvoller, als noch ein weiteres Projekt aufzusetzen.


Kennzahlen: Wie messen wir den Erfolg von Digitalisierung?

Ohne Kennzahlen bleibt Digitalisierung ein Glaubensthema. Sinnvolle KPIs hängen vom Use Case ab, typische Kategorien sind:

Wichtig ist, diese Kennzahlen bereits vor Projektstart zu definieren und laufend zu überwachen.


Digitalisierung erklärt in 10 praxisnahen Fragen und Antworten

1. Was ist Digitalisierung im Unternehmen einfach erklärt?
Digitalisierung bedeutet, Informationen, Prozesse und Geschäftsmodelle so zu gestalten, dass sie digital unterstützt oder vollständig digital ablaufen – mit dem Ziel, effizienter, kundenorientierter und datenbasierter zu arbeiten.

2. Worin besteht der Unterschied zwischen Digitalisierung und digitaler Transformation?
Digitalisierung fokussiert auf Prozesse und Technologien. Digitale Transformation geht weiter und umfasst die Veränderung von Geschäftsmodell, Organisation und Kultur.

3. Wo sollten Unternehmen mit der Digitalisierung anfangen?
Starten Sie dort, wo klar erkennbare Probleme bestehen (z. B. lange Durchlaufzeiten, Medienbrüche, hohe Fehlerquoten) und sich Nutzen gut messen lässt.

4. Wie lange dauert ein Digitalisierungsprojekt?
Das hängt vom Umfang ab. Sinnvoll ist kein „Enddatum“ der Digitalisierung, sondern ein kontinuierliches Programm aus priorisierten Initiativen, die in überschaubaren Sprints umgesetzt werden.

5. Wer ist verantwortlich für Digitalisierung – IT oder Fachbereich?
Die Verantwortung liegt gemeinsam bei Business und IT. Fachbereiche definieren Ziele, Anforderungen und Prozesse, IT sorgt für Architektur, Integration und Betrieb.

6. Brauchen wir für Digitalisierung immer Cloud-Lösungen?
Nicht zwingend. Cloud-Plattformen bieten Vorteile (Skalierbarkeit, Innovationstempo), aber entscheidend sind Prozesse, Datenqualität und Architekturprinzipien – unabhängig vom Betriebsmodell.

7. Was kostet Digitalisierung?
Die relevantere Frage lautet: Welchen messbaren Nutzen erzeugt ein Digitalisierungsprojekt im Verhältnis zum Aufwand? Ein sauberer Business Case ist wichtiger als eine exakte Kostenschätzung im Frühstadium.

8. Wie nehmen wir Mitarbeitende bei der Digitalisierung mit?
Durch frühzeitige Einbindung, transparente Kommunikation, praxisnahe Schulungen, klare Rollen und die Möglichkeit, Feedback einzubringen. Digitalisierung sollte als Erleichterung des Arbeitsalltags erlebbar sein.

9. Welche Rolle spielen Daten bei der Digitalisierung?
Daten sind die Grundlage, um Prozesse zu steuern, Entscheidungen zu verbessern und neue Services zu entwickeln. Ohne saubere Stammdaten, klare Verantwortlichkeiten und geeignete Analysewerkzeuge verpufft Digitalisierungsnutzen.

10. Wann ist ein Unternehmen „fertig“ digitalisiert?
Vermutlich nie. Technologien, Kundenerwartungen und Rahmenbedingungen ändern sich laufend. Digitalisierung ist daher ein dauerhafter Verbesserungsprozess, kein einmaliges Projekt.


Fazit: Digitalisierung erklärt – worauf es jetzt wirklich ankommt

Digitalisierung ist mehr als die Einführung moderner Software. Sie bedeutet, Geschäftsmodell, Prozesse, Daten, Technologie und Organisation so auszurichten, dass Ihr Unternehmen robust, effizient und kundenzentriert agieren kann.
Wer vom Schlagwort zur Umsetzung kommen will, braucht ein klares Zielbild, priorisierte Use Cases, ein integriertes Vorgehen von Business und IT sowie konsequentes Change Management.

Wenn Sie Ihre aktuelle Situation strukturiert bewerten, eine realistische Roadmap entwickeln und erste messbare Erfolge erzielen möchten, kann die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen externen Partner wie der PURE Consultant helfen, Komplexität zu reduzieren, typische Fehler zu vermeiden und Ihre Digitalisierungsprojekte zielgerichtet zum Erfolg zu führen.

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