Fishbowl moderieren: Eine Anleitung – Fishbowl-Diskussionen sind ein kraftvolles Format, wenn Gruppen strukturiert, lebendig und zugleich fokussiert miteinander ins Gespräch kommen sollen. Damit dieses Format seine volle Wirkung entfaltet, braucht es jedoch eine gute Vorbereitung und eine souveräne Moderation. In diesem Artikel erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie eine Fishbowl professionell moderieren, welche Stolperfallen es gibt und wie Sie sie vermeiden.
1. Was ist eine Fishbowl-Diskussion?
Eine Fishbowl ist ein Diskussionsformat, bei dem ein innerer Kreis von Personen („im Goldfischglas“) aktiv diskutiert, während ein äußerer Kreis zunächst zuhört. Zwischen beiden Kreisen gibt es eine klare Trennung, aber es besteht die Möglichkeit, vom äußeren in den inneren Kreis zu wechseln.
Typische Merkmale:
- Zwei Kreise:
- Innerer Kreis: 3–6 Stühle, auf denen aktiv diskutiert wird
- Äußerer Kreis: restliche Teilnehmende als Zuhörer
- Leerer Stuhl: Meist bleibt ein Stuhl im inneren Kreis frei, sodass Zuhörende einsteigen können.
- Dynamischer Wechsel: Wer in den inneren Kreis kommt, beteiligt sich an der Diskussion und macht später wieder Platz für andere.
Die Fishbowl eignet sich besonders, wenn viele Menschen beteiligt sind und trotzdem ein echtes Gespräch auf Augenhöhe möglich sein soll.
2. Wann eignet sich eine Fishbowl?
Damit Sie das Format gezielt einsetzen, lohnt sich ein Blick auf typische Einsatzszenarien. Eine Fishbowl ist sinnvoll, wenn Sie:
- Viele Perspektiven einsammeln möchten, ohne in Chaos zu enden
- Kontroverse Themen strukturiert diskutieren wollen
- Hierarchiegrenzen aufweichen und Beteiligung fördern möchten
- Expert:innen-Inputs mit Praxisstimmen kombinieren wollen
- Große Gruppen (ab ca. 15–20 Personen) ins Gespräch bringen möchten
Weniger geeignet ist die Fishbowl, wenn:
- Inhalte primär vermittelt statt diskutiert werden sollen
- Die Gruppe sehr konflikthaft ist und noch keine Basis für einen respektvollen Dialog besteht
- Es vor allem um Detailentscheidungen geht, die nur wenige Fachleute kompetent treffen können
3. Die Rolle der Moderation in der Fishbowl
Als Moderator:in halten Sie den Rahmen, führen durch den Prozess und sorgen dafür, dass alle Beteiligten sicher und gehört durch die Diskussion gehen. Ihre Aufgaben lassen sich grob in drei Phasen gliedern:
- Vorbereitung – Ziel, Rahmen, Setting und Leitfragen klären
- Durchführung – Struktur erklären, Dynamik steuern, Zeit im Blick behalten
- Nachbereitung – Ergebnisse sichern und Rückblick gestalten
Sie sind dabei nicht inhaltliche Hauptperson, sondern Prozessverantwortliche:r. Sie halten sich inhaltlich eher zurück, aber greifen steuernd ein, wenn der Rahmen bröckelt oder einzelne dominieren.
4. Vorbereitung einer Fishbowl
Eine gute Vorbereitung entscheidet darüber, ob die Fishbowl lebendig und zugleich fokussiert verläuft. Gehen Sie systematisch vor.
4.1 Ziel und Leitfrage klären
Formulieren Sie zunächst klar, wozu Sie die Fishbowl einsetzen. Fragen Sie sich:
- Welches übergeordnete Ziel verfolge ich? (z. B. Verständnis fördern, Optionen sammeln, Konflikte bearbeiten, Entscheidungen vorbereiten)
- Welche zentrale Leitfrage passt dazu?
- Welche Art von Beiträgen wünsche ich mir? (Erfahrungen, Meinungen, Ideen, Kritik)
Beispiele für Leitfragen:
- „Wie können wir unsere interne Zusammenarbeit in hybriden Teams nachhaltig verbessern?“
- „Welche Chancen und Risiken sehen wir in der Einführung von KI-Tools im Unternehmen?“
- „Wie gestalten wir unsere Organisation so, dass sie zukunftsfähig bleibt?“
Eine prägnante, offene Leitfrage fokussiert die Diskussion und macht die Einladung attraktiv.
4.2 Teilnehmende und Rollen festlegen
Überlegen Sie, wie der innere Kreis zunächst besetzt werden soll:
- Laden Sie 2–4 Impulsgeber:innen ein (z. B. Fachleute, Betroffene, Führungskräfte).
- Achten Sie auf Vielfalt: unterschiedliche Perspektiven, Funktionen, Erfahrungen.
- Klären Sie vorab kurz die Erwartungen:
- Welche Rolle sollen sie einnehmen?
- Wie lange sollen erste Statements dauern?
- Wie offen sollen sie sich zeigen?
Definieren Sie außerdem:
- Ihre eigene Rolle (zurückhaltend, eher strukturgebend, eher fragend)
- Ggf. eine Co-Moderation, die Zeit, Redeliste oder Technik im Blick behält
4.3 Raum, Setting und Material
Damit das Setting die Gesprächskultur unterstützt, beachten Sie:
- Raumanordnung
- Innerer Kreis: 3–6 Stühle in der Mitte, gut sichtbar
- Äußerer Kreis: Stuhlreihen oder Halbkreis um den inneren Kreis
- Leerer Stuhl:
- Deutlich sichtbar
- Leicht zugänglich, ohne dass Personen sich durchdrängeln müssen
- Technik
- Mikrofon bei großen Gruppen oder Online-Setting
- Uhr oder Timer für Zeitmanagement
- Visualisierung
- Flipchart/Whiteboard für Leitfrage, Regeln und zentrale Punkte
- Karten oder Metaplanwand für Stichworte
Ein bewusst gestalteter Raum signalisiert: Diese Diskussion ist wichtig und ernst gemeint.
4.4 Regeln und Ablauf definieren
Legen Sie vorab klare, einfache Regeln fest, etwa:
- Es spricht immer nur eine Person zur gleichen Zeit.
- Zuhörende dürfen jederzeit auf den freien Stuhl wechseln, solange jemand anderes zurück in den äußeren Kreis geht.
- Beiträge sind knapp, respektvoll und zum Thema.
- Direkte Angriffe auf Personen sind nicht akzeptabel.
- Die Moderation darf bei Bedarf klärend eingreifen.
Definieren Sie außerdem einen groben Zeitplan, z. B.:
- Einstieg und Erklärung: 10–15 Minuten
- Hauptdiskussion: 45–60 Minuten
- Ausstieg und Auswertung: 15–20 Minuten
5. Durchführung: Fishbowl moderieren Schritt für Schritt
5.1 Ankommen und Einstieg
Zu Beginn schaffen Sie Orientierung und Sicherheit. Gehen Sie in etwa so vor:
- Begrüßung
- Stellen Sie sich kurz vor.
- Benennen Sie das Thema und den Anlass.
- Ziel und Leitfrage erklären
- Formulieren Sie kompakt, worum es geht und was die Gruppe am Ende erreicht haben soll.
- Format vorstellen
- Erklären Sie das Fishbowl-Setting anschaulich: innerer Kreis, äußerer Kreis, freier Stuhl, Wechselregeln.
- Regeln visualisieren
- Hängen Sie Regeln und Leitfrage sichtbar auf, damit sich alle orientieren können.
Nutzen Sie zu Beginn einfache Fragen ans Plenum, um die Gruppe emotional abzuholen, zum Beispiel:
- „Wer von Ihnen hat schon einmal an einer Fishbowl teilgenommen?“
- „Welche Erwartungen bringen Sie heute mit?“
So steigt die Aufmerksamkeit, und die Hemmschwelle sinkt.
5.2 Erste Runde im inneren Kreis
Besetzen Sie den inneren Kreis bewusst:
- Bitten Sie die eingeladenen Impulsgeber:innen, im inneren Kreis Platz zu nehmen.
- Geben Sie einen klaren Startimpuls, z. B.:
- „Ich lade Sie ein, in maximal zwei Minuten zu schildern, was Sie mit dem Thema verbinden.“
- Achten Sie darauf, dass die erste Runde abwechslungsreich, aber nicht zu lang wird.
Nach den ersten Statements können Sie als Moderator:in eine verbindende Brücke schlagen, etwa:
„Wir haben jetzt drei spannende Blickwinkel gehört: die Sicht aus der Geschäftsführung, die Perspektive der Mitarbeitenden und den technologischen Aspekt. Lassen Sie uns das nun gemeinsam weiterdenken.“
5.3 Wechsel zwischen innerem und äußerem Kreis steuern
Damit die Dynamik lebendig bleibt, erklären Sie sehr klar, wie der Wechsel funktioniert:
- Wer vom äußeren Kreis in den inneren möchte, setzt sich auf den freien Stuhl.
- Eine Person aus der aktuellen Runde verlässt dann den inneren Kreis, um wieder Platz zu schaffen.
- Es ist sinnvoll, dass eine Person nicht „klebt“, sondern nach einem oder zwei Beiträgen wieder Platz macht.
Als Moderator:in beobachten Sie:
- Bleibt der freie Stuhl wirklich einladend?
- Trauen sich nur wenige, hineinzugehen, oder ist der Andrang groß?
- Verbleiben bestimmte Personen dauerhaft im inneren Kreis?
Gegebenenfalls regeln Sie nach:
- „Ich lade jetzt besonders diejenigen ein, die bisher noch nicht gesprochen haben, den freien Stuhl zu nutzen.“
- „Wer bereits zwei Beiträge eingebracht hat, darf gern anderen den Vortritt lassen.“
So fördern Sie Vielfalt in der Diskussion und geben stilleren Personen Raum.
5.4 Gesprächsfluss moderieren
Auch wenn der innere Kreis weitgehend selbstorganisiert diskutiert, behalten Sie als Moderator:in die Regie über den Prozess. Sie:
- Strukturieren den Gesprächsverlauf („Wir haben jetzt vor allem über Risiken gesprochen, lassen Sie uns nun die Chancen anschauen.“).
- Fassen Kernpunkte kurz zusammen, damit der rote Faden sichtbar bleibt.
- Stellen klärende Fragen, wenn etwas unklar bleibt oder die Diskussion zu vage wird.
- Lenken zurück zum Thema, wenn Nebenschauplätze zu dominant werden.
Hilfreiche Moderationssätze:
- „Wenn ich Sie richtig verstanden habe, sagen Sie … – stimmt das so?“
- „Ich höre zwei unterschiedliche Perspektiven. Können wir die noch einmal bewusst nebeneinanderstellen?“
- „Bevor wir weitergehen: Welche konkreten Beispiele gibt es aus Ihrem Alltag?“
5.5 Zeitmanagement und Zwischenauswertungen
Damit die Gruppe nicht das Gefühl verliert, dass es „irgendwie weitergeht“, setzen Sie klare Zeitmarker:
- Kündigen Sie Zwischenstände an („In etwa 15 Minuten steigen wir in die Auswertung ein.“).
- Fassen Sie nach ungefähr der Hälfte des Zeitfensters kurz zusammen:
- „Was haben wir bisher gelernt?“
- „Welche offenen Fragen stehen im Raum?“
Kurze Zwischenreflexionen helfen, die Diskussion zu fokussieren und die Aufmerksamkeit hochzuhalten.
5.6 Ausstieg und Transfer sichern
Zum Ende der Fishbowl führen Sie die Teilnehmenden wieder aus der Diskussionsdynamik heraus und in einen gemeinsamen Blick nach vorn.
Möglicher Ablauf:
- Letzte Runde im inneren Kreis
- Fragen Sie die Personen im inneren Kreis nach einem kurzen Abschlussstatement:
- „Was nehmen Sie aus der Diskussion mit?“
- Fragen Sie die Personen im inneren Kreis nach einem kurzen Abschlussstatement:
- Resonanz aus dem äußeren Kreis
- Bitten Sie 2–3 Personen aus dem äußeren Kreis um kurze Eindrücke.
- Gemeinsame Ergebnissicherung
- Sammeln Sie auf einem Flipchart zentrale Erkenntnisse, offene Fragen und mögliche nächste Schritte.
- Abschluss durch die Moderation
- Ziehen Sie ein kurzes Fazit, bedanken Sie sich und verweisen Sie auf das weitere Vorgehen.
So endet die Fishbowl nicht im „Nichts“, sondern mündet in konkrete Erkenntnisse und ggf. Folgeprozesse.
6. Moderationstechniken für eine starke Fishbowl
6.1 Gute Fragen stellen
Die Qualität der Fragen prägt die Qualität der Diskussion. Achten Sie darauf, dass Ihre Fragen:
- Offen sind („Wie…?“, „Was…?“, „Wodurch…?“), statt nur Ja/Nein zu erfragen
- Konkret werden („Können Sie ein Beispiel nennen?“)
- Reflexion fördern („Was hat Sie daran überrascht?“)
- Perspektiven wechseln lassen („Wie wirkt das aus Sicht der Kund:innen?“)
Beispielhafte Fragen:
- „Welche Erfahrungen haben Sie persönlich mit diesem Thema gemacht?“
- „Welche Widerstände begegnen Ihnen konkret, und wie gehen Sie damit um?“
- „Was müsste passieren, damit Sie sich mit diesem Weg wohlfühlen?“
6.2 Umgang mit dominanten Personen
In fast jeder Gruppe gibt es Teilnehmende, die viel Raum einnehmen. Statt sie bloßzustellen, können Sie höflich und klar steuern:
- „Vielen Dank für Ihre Perspektive. Ich würde jetzt gern Stimmen hören, die bislang noch nicht zu Wort gekommen sind.“
- „Darf ich Sie bitten, Ihren Gedanken in einem Satz zuzuspitzen, damit wir auch anderen noch Raum geben?“
Wenn nötig, sprechen Sie die Person in einer Pause direkt an – wertschätzend, aber eindeutig.
6.3 Umgang mit Schweigen
Manchmal bleibt der freie Stuhl leer, und der innere Kreis spricht kaum. Dann helfen:
- Ermutigende Einladungen:
- „Wer von Ihnen hat einen anderen Blick darauf und möchte ihn mit uns teilen?“
- Mini-Reflexion im Plenum:
- „Nehmen Sie sich eine Minute, um sich zu überlegen: Welcher Aspekt ist für mich besonders wichtig? Wer möchte dies anschließend im inneren Kreis einbringen?“
Schweigen ist nicht automatisch ein Problem, denn es kann auch ein Moment des Nachdenkens sein. Wichtig ist, dass Sie es bewusst wahrnehmen und gegebenenfalls behutsam intervenieren.
6.4 Umgang mit Emotionen und Konflikten
Gerade bei kontroversen Themen werden Emotionen sichtbar. Sie sind nicht „störend“, sondern Ausdruck von Betroffenheit. Ihre Aufgabe besteht darin, den Rahmen zu halten:
- Benennen Sie Emotionen vorsichtig:
- „Ich nehme wahr, dass hier viel Frust im Raum ist. Lassen Sie uns kurz innehalten und schauen, was genau dahintersteckt.“
- Erinnern Sie an die Regeln:
- „Wir greifen Positionen an, aber keine Personen.“
- Geben Sie bei eskalierenden Konflikten ggf. eine kurze Struktur vor:
- „Jede Person nennt in einem Satz, was ihr wichtig ist, ohne die anderen zu bewerten.“
So bleibt der Raum offen und zugleich sicher.
7. Varianten der Fishbowl
Je nach Ziel und Rahmen können Sie mit Varianten arbeiten.
7.1 Geschlossene Fishbowl
Beim geschlossenen Format:
- Sitzt eine feste Gruppe im inneren Kreis.
- Gibt es keinen freien Stuhl.
- Bleiben die Rollen klar getrennt: Diskutierende drinnen, Zuhörende draußen.
Das eignet sich, wenn Sie beispielsweise eine Expertenrunde haben und die übrigen nur zuhören sollen. Für Partizipation ist es jedoch weniger geeignet.
7.2 Offene Fishbowl (mit leerem Stuhl)
Dies ist die häufigste Variante:
- Es gibt einen freien Stuhl im inneren Kreis.
- Jede Person darf diesen Stuhl nutzen, um sich zu beteiligen.
- Wer hineinkommt, löst i. d. R. eine Person aus dem inneren Kreis ab.
Die offene Fishbowl fördert Beteiligung und ermöglicht eine hohe Dynamik.
7.3 „Double Fishbowl“
Hier stehen zwei innere Kreise zur Verfügung, z. B.:
- Ein Kreis für „Pro“, einer für „Contra“ oder
- Ein Kreis für „Management“, einer für „Mitarbeitende“.
Die Gruppe im äußeren Kreis beobachtet, wie die beiden inneren Kreise nacheinander diskutieren, oder sie rotiert zwischen den Kreisen. Diese Variante eignet sich bei kontroversen Themen, allerdings steigt die Komplexität der Moderation.
8. Typische Fehler – und wie Sie sie vermeiden
Damit Ihre Fishbowl fachkundig wirkt und bei den Teilnehmenden in guter Erinnerung bleibt, achten Sie auf diese Stolperfallen:
- Unklare Zielsetzung
- Problem: Die Diskussion verläuft diffus, Ergebnisse bleiben unkonkret.
- Lösung: Ziel und Leitfrage im Vorfeld präzise klären und kommunizieren.
- Zu wenig Erklärung des Formats
- Problem: Teilnehmende trauen sich nicht, den freien Stuhl zu nutzen.
- Lösung: Format anschaulich erklären, Beispiel bringen, ggf. erste Person aktiv einladen.
- Dominanz einzelner Stimmen
- Problem: Einige bestimmen das Gespräch, andere ziehen sich zurück.
- Lösung: Redeanteile bewusst beobachten, aktiv Raum für leise Stimmen öffnen.
- Zu wenig Zeit für Auswertung
- Problem: Erkenntnisse versanden, weil es keinen Transfer gibt.
- Lösung: Zeit für Abschlussrunde und Ergebnissicherung fest einplanen.
- Überfrachtete Leitfrage
- Problem: Die Diskussion springt zwischen zu vielen Themen hin und her.
- Lösung: Frage fokussieren oder ggf. in zwei Runden mit unterschiedlichen Schwerpunkten arbeiten.
9. Praktische Checkliste für Ihre nächste Fishbowl
Zum Schluss eine kompakte Checkliste, die Sie vor Ihrer Moderation durchgehen können:
Vor der Fishbowl
- Ziel und Leitfrage formuliert
- Teilnehmende und ggf. Impulsgeber:innen angesprochen
- Raum organisiert, Stuhlkreise geplant, freier Stuhl vorgesehen
- Technik (Mikrofon, Uhr/Timer, ggf. Online-Plattform) getestet
- Regeln festgelegt und visualisiert
- Groben Ablauf- und Zeitplan erstellt
Während der Fishbowl
- Format und Regeln klar erklärt
- Eröffnungsrunde im inneren Kreis angeleitet
- Wechsel zwischen innerem und äußerem Kreis aktiv beobachtet
- Gesprächsfluss strukturiert (Fragen, Zusammenfassungen, Fokussierung)
- Zeit im Blick behalten, Zwischenstände setzen
- Auf Dynamiken (Dominanz, Schweigen, Emotionen) achtsam reagiert
Nach der Fishbowl
- Gemeinsame Erkenntnisse visualisiert
- Offene Fragen und nächste Schritte benannt
- Feedback zur Form gesammelt (kurze Blitzlichter oder Kartenabfrage)
10. Fazit Fishbowl moderieren: Eine Anleitung: Fishbowl als kraftvolles Dialogformat
Richtig moderiert, ist die Fishbowl ein Format, das viel mehr leistet als eine klassische Podiumsdiskussion. Sie verbindet Struktur mit Offenheit, Hierarchie mit Augenhöhe und Zuhören mit aktiver Beteiligung. Wenn Sie Ziele und Leitfragen klar definieren, die Regeln verständlich vermitteln und den Prozess aufmerksam begleiten, schaffen Sie einen Raum, in dem Menschen sich zeigen, einander zuhören und gemeinsam denken können.
Mit der Zeit entwickeln Sie ein eigenes Gespür dafür, wann es sinnvoll ist, stärker zu strukturieren, und wann Sie die Dynamik laufen lassen können. Genau darin liegt die Kunst der professionellen Fishbowl-Moderation.