Eisenhower vs. ALPEN

Eisenhower vs. ALPEN – Im Projekt- und Führungsalltag konkurrieren ständig dringende Tickets, strategische Initiativen, Meetings und Ad-hoc-Anfragen um Ihre Aufmerksamkeit. Viele Entscheider arbeiten dabei reaktiv statt fokussiert – mit hohen Kosten für Produktivität und Qualität. Methoden wie die Eisenhower-Matrix und die ALPEN-Methode versprechen Abhilfe, werden aber oft nur oberflächlich verstanden. In diesem Beitrag erhalten Sie einen klaren, praxisnahen Vergleich von Eisenhower vs. ALPEN, inklusive konkreter Einsatzszenarien, Beispielen und Umsetzungstipps. So entscheiden Sie fundiert, welche Methode für Sie, Ihr Team und Ihre Projekte wirklich sinnvoll ist – oder wie Sie beide wirksam kombinieren.

Eisenhower vs. ALPEN
Eisenhower vs. ALPEN

Warum Zeitmanagement-Methoden für Führungskräfte entscheidend sind

Führungskräfte, Projektleiter und Fachexperten stehen vor ähnlichen Herausforderungen:

Ohne klare Systematik zur Priorisierung und Tagesplanung entsteht ein „Busy-Work“-Modus: viel Aktivität, wenig Wirkung.

Strukturierte Methoden wie Eisenhower-Matrix und ALPEN-Methode helfen dabei,

Der entscheidende Punkt: Beide Ansätze lösen unterschiedliche Probleme. Wer sie verwechselt oder isoliert einsetzt, schöpft das Potenzial nicht aus.


Was ist die Eisenhower-Matrix?

Die Eisenhower-Matrix ist eine Priorisierungsmethode, die Aufgaben nach zwei Kriterien bewertet:

Kurzdefinition:
Die Eisenhower-Matrix ist ein Entscheidungswerkzeug, das Aufgaben in vier Kategorien einteilt, um den Fokus auf wirklich wichtige Arbeit zu lenken und Unwichtiges zu eliminieren oder zu delegieren.

Die vier Quadranten:

  1. Wichtig und dringend
    • Sofort erledigen
    • Beispiele: kritische Produktionsstörung, Krisenkommunikation, rechtliche Fristen
  2. Wichtig, aber nicht dringend
    • Geplant bearbeiten
    • Beispiele: Strategiearbeit, Weiterentwicklung des Teams, Prozessverbesserungen
  3. Dringend, aber nicht wichtig
    • Delegieren oder automatisieren
    • Beispiele: viele Routineanfragen, Standard-Reports, organisatorische Abstimmungen
  4. Weder wichtig noch dringend
    • Eliminieren oder stark begrenzen
    • Beispiele: unnötige Meetings, „Nice-to-have“-Tasks ohne klaren Nutzen

Die Stärke der Eisenhower-Matrix: Sie zwingt zu klaren Entscheidungen, was Sie selbst tun, was jemand anders übernehmen sollte und was gar nicht getan werden muss.


Was ist die ALPEN-Methode?

Die ALPEN-Methode ist eine strukturierte Technik zur Tagesplanung. Der Name ist ein Akronym:

Kurzdefinition:
Die ALPEN-Methode ist ein systematischer Ansatz zur Tagesplanung, bei dem Aufgaben erfasst, Zeitaufwände geschätzt, Puffer eingeplant und Prioritäten festgelegt werden, um den Arbeitstag realistisch und fokussiert zu gestalten.

Typischer Ablauf:

  1. Aufgaben notieren
    • Alle anstehenden Aufgaben des Tages sammeln (inkl. Meetings, Telefonate, E-Mails).
  2. Länge schätzen
    • Zeitbedarf pro Aufgabe in Minuten oder Stunden grob schätzen.
  3. Pufferzeiten einplanen
    • Maximal ca. 60 % der Arbeitszeit verplanen, 40 % als Puffer für Unvorhergesehenes lassen.
  4. Entscheidungen priorisieren
    • Reihenfolge festlegen, Aufgaben bündeln, ggf. verschieben oder delegieren.
  5. Nachkontrolle
    • Am Ende des Tages prüfen: Was wurde geschafft, was nicht, warum? Planung für den nächsten Tag anpassen.

Die Stärke der ALPEN-Methode: Sie hilft, den Tag realistisch zu planen, Überlastung sichtbar zu machen und bewusste Puffer zu schaffen.


Eisenhower vs. ALPEN im Überblick

Beide Methoden adressieren unterschiedliche Ebenen des Zeit- und Aufgabenmanagements.

Eisenhower-Matrix

ALPEN-Methode

Einfach gesagt:


Unterschiede zwischen Eisenhower-Matrix und ALPEN-Methode

1. Ebene: Strategische Priorisierung vs. operative Planung

2. Zeithorizont

3. Komplexität und Einstieg

4. Delegation vs. Selbstorganisation

In vielen Fällen ist es daher nicht sinnvoll, „Eisenhower vs. ALPEN“ als Entweder-oder zu sehen – beides lässt sich gezielt kombinieren.


Vorteile und Nachteile der Eisenhower-Matrix

Vorteile der Eisenhower-Matrix

Nachteile und Grenzen der Eisenhower-Matrix


Vorteile und Nachteile der ALPEN-Methode

Vorteile der ALPEN-Methode

Nachteile und Grenzen der ALPEN-Methode


Welche Methode ist besser? Entscheidungsleitfaden für „Eisenhower vs. ALPEN“

Die Frage „Welche Methode ist besser?“ greift zu kurz. Zielführender ist:

Welche Methode löst aktuell das größere Problem in Ihrem Arbeitsalltag?

Orientierung:


Eisenhower und ALPEN sinnvoll kombinieren

Eine praxisnahe Kombination sieht häufig so aus:

  1. Wöchentliche Priorisierung mit Eisenhower
    • Alle relevanten Aufgaben, Projekte und Themen der Woche sammeln
    • Mithilfe der Matrix filtern und priorisieren (Was selbst? Was delegieren? Was streichen?)
  2. Tägliche Planung mit ALPEN
    • Aus der Eisenhower-Liste die wichtigsten Aufgaben für den Tag auswählen
    • Zeitbedarf schätzen, Puffer einplanen, Reihenfolge festlegen
  3. Regelmäßige Nachkontrolle
    • Am Tagesende: Was hat funktioniert, was nicht?
    • Anpassung der Prioritäten in der Eisenhower-Liste
    • Feedback in die Planung für den nächsten Tag einfließen lassen

So nutzen Sie die Stärken beider Ansätze:


Praxisbeispiel: Projektmanagement im B2B-Umfeld

Stellen Sie sich eine Projektleiterin in einem IT-Einführungsprojekt vor. Ihre Woche umfasst:

Schritt 1: Eisenhower-Matrix anwenden

Sie sammelt alle offenen Tasks:

Bewertung:

Konsequenz:

Schritt 2: ALPEN-Methode für den Tagesplan

Für den nächsten Tag plant sie:

Ergebnis: Sie arbeitet an den richtigen Themen (Eisenhower) und in einer realistischen Tagesstruktur (ALPEN).


Typische Fehler bei Eisenhower und ALPEN

Häufige Fehler bei der Eisenhower-Matrix

Häufige Fehler bei der ALPEN-Methode

Kombinierte Fehler


Umsetzung im Arbeitsalltag: Tools und Prozesse

Sowohl Eisenhower als auch ALPEN lassen sich mit einfachen Mitteln integrieren:

Für die Eisenhower-Matrix

Für die ALPEN-Methode

Empfehlenswert ist, beides als Routine zu etablieren:

Für Teams kann es sinnvoll sein, diese Routinen zu standardisieren – etwa als Teil von Daily Stand-ups, Weekly Reviews oder Lenkungsausschüssen.


Fazit: Eisenhower vs. ALPEN – kein Entweder-oder

„Eisenhower vs. ALPEN“ ist in der Praxis selten eine Entscheidung für nur eine Methode. Vielmehr ergänzen sich beide ideal:

Für Führungskräfte, Projektleiter und Fachexperten liegt der größte Hebel darin,

  1. systematisch zwischen wichtig und dringend zu unterscheiden,
  2. konsequent zu delegieren und
  3. den eigenen Arbeitstag professionell zu strukturieren.

Wenn Sie Ihre Zeitmanagement- und Priorisierungsprozesse in Projekten oder Ihrer Organisation ganzheitlich aufsetzen oder mit bestehenden Projektmanagement-Frameworks verzahnen möchten, unterstützt Sie PURE Consultant mit fundierter Erfahrung, praxiserprobten Methoden und maßgeschneiderten Workshops – von der Analyse aktueller Arbeitsweisen bis zur nachhaltigen Verankerung wirksamer Routinen im Alltag Ihres Teams.

Weitere Einträge