OKR – Beispiele für gute Key Results – Objectives and Key Results (OKR) haben sich als eines der wirkungsvollsten Frameworks für zielgerichtetes Arbeiten in Unternehmen etabliert. Während die meisten Firmen die Wichtigkeit klarer Objectives schnell erkennen, zeigt sich beim Formulieren wirklich guter Key Results häufig Unsicherheit: Was zeichnet gute Key Results aus? Und wie lassen sich diese messbar so gestalten, dass sie den Business-Erfolg tatsächlich vorantreiben? In diesem umfangreichen Leitfaden finden Sie praxiserprobte Beispiele, konkrete Formulierungshilfen und hilfreiche Tipps für die optimale Umsetzung Ihrer OKR-Methode.
Was macht ein gutes Key Result aus?
Key Results sind das Herzstück des OKR-Frameworks. Sie sorgen dafür, dass ein übergeordnetes Ziel (Objective) nicht vage bleibt, sondern durch messbare, ambitionierte Ergebnisse konkretisiert wird. Gute Key Results sind dabei stets:
- Messbar und konkret: Sie lassen keinen Interpretationsspielraum und fördern die Nachverfolgbarkeit.
- Ergebnisorientiert: Sie beschreiben, was erreicht werden soll, nicht wie etwas umgesetzt wird.
- Ambitioniert, aber realistisch: Sie fordern heraus, aber wirken nicht demotivierend.
- Relevanzstiftend: Sie zahlen auf das jeweilige Objective unmittelbar ein.
- Beeinflussbar: Sie sollten vom Team oder von der Organisation selbst direkt beeinflusst werden können.
Ein Schlüsselfaktor liegt im präzisen Wording: Vermeiden Sie schwammige Formulierungen. Sobald Unklarheit herrscht, wie der Fortschritt gemessen werden kann, ist das Key Result zu unspezifisch. Eine weitere wichtige Eigenschaft ist die Transparenz – denn jedes Teammitglied muss direkt verstehen, was erreicht werden soll.
Beispiele für gute Key Results aus der Praxis
Um die Theorie greifbar zu machen, helfen anschauliche Beispiele aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen. Die folgenden Beispiele zeigen, wie Sie schlüssige Key Results für verschiedene Objectives formulieren können.
Key Results für das Ziel: Kundenzufriedenheit steigern
Objective: Die Kundenzufriedenheit im nächsten Quartal signifikant verbessern.
Gute Key Results:
- Erhöhung des Net Promoter Score (NPS) von 42 auf 55 bis zum Quartalsende.
- Reduzierung der durchschnittlichen Reaktionszeit im Kundenservice von 24 auf 12 Stunden.
- Steigerung der Wiederkaufsrate bei Bestandskunden um 15 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Diese Key Results sind messbar, ergebnisorientiert und erlauben eine klare Erfolgskontrolle. Darüber hinaus wird durch die Zeitlichkeit – beispielsweise „bis zum Quartalsende“ – die Überprüfbarkeit noch weiter erhöht. Außerdem sind sie auf bekannte Metriken gestützt, wodurch es leichter fällt, regelmäßig den Fortschritt zu berichten.
Key Results für das Ziel: Umsatzwachstum vorantreiben
Objective: Das Umsatzwachstum im B2B-Segment beschleunigen.
Gute Key Results:
- Abschluss von 10 neuen B2B-Kundenverträgen im Zielmarkt Deutschland.
- Erhöhung des durchschnittlichen Vertragsvolumens um 20 Prozent bis Juni.
- Steigerung der Online-Leads durch gezielte Kampagnen von 350 auf 600 pro Monat.
Gerade im Vertrieb ist es essenziell, dass Key Results ambitioniert, aber erreichbar sind. Indem Zielwerte klar beziffert werden, bleibt die Erwartungshaltung für alle Beteiligten nachvollziehbar. Zudem wird so sichergestellt, dass sämtliche Maßnahmen auf ein gemeinsames Ziel einzahlen.
Key Results für das Ziel: Produktqualität stärken
Objective: Die Qualität unseres SaaS-Produkts im kommenden Quartal signifikant zu erhöhen.
Gute Key Results:
- Senkung der durchschnittlichen Bug-Reports pro Monat von 20 auf maximal 5.
- Reduzierung der durchschnittlichen Ladezeit der Plattform von 5 auf 2 Sekunden.
- Implementierung von 3 neuen, von Kunden verlangten Features bis zum Release-Zyklus Q3.
Durch die Verbindung von quantitativen und qualifizierenden Kriterien wird deutlich, ob die gesetzten Ziele erreicht wurden. Außerdem ist es hilfreich, regelmäßig zu überprüfen, ob die KPIs weiterhin auf das Objective einzahlen. Denn im agilen Umfeld kann sich der Fokus innerhalb eines Quartals durchaus verschieben.
Key Results im Kontext von Team- und Unternehmenszielen
Neben klassischen Business-Zielen lassen sich Key Results ebenso auf Kultur- und Entwicklungsthemen übertragen. So kann etwa die interne Zusammenarbeit verbessert oder ein Innovationsklima gefördert werden.
Objective: Die Zusammenarbeit im Team nachhaltig verbessern.
- Teams führen zwei strukturierte Retrospektiven pro Monat durch.
- Mindestens 90 Prozent der Mitarbeiter geben im internen Survey positives Feedback auf die Teamkommunikation.
- Jedes Teammitglied übernimmt im Quartal mindestens eine fachübergreifende Aufgabe.
Wichtig ist hierbei, dass auch „weiche“ Faktoren durch geeignete Metriken greifbar werden. Das fördert einen ganzheitlichen Unternehmenserfolg.
Warum schlechte Key Results gefährlich sind
Ein häufiges Problem besteht darin, dass Key Results zu vage oder rein aktivitätsbezogen formuliert werden. Wenn zum Beispiel als Key Result steht: „Kunden-Feedback sammeln“, bleibt unklar, wie viel Feedback gut ist und was darunter überhaupt zu verstehen ist. Dadurch entsteht Unsicherheit darüber, ob das Ziel erreicht wurde, und Motivation sowie Alignment im Team nehmen ab. Außerdem steigt das Risiko, dass Ressourcen ineffizient eingesetzt werden.
Typische Fehler bei Key Results
- Zu allgemein: „Umsatz steigern.“ (Kein Zielwert, keine Deadline)
- Nicht messbar: „Team motivieren.“
- Output statt Outcome: „10 Newsletter versenden.“ (Besser: „Öffnungsrate auf 30 % steigern.“)
- Nicht beeinflussbar: „Weltweite Marktführerschaft gewinnen.“ (Zu weit gefasst, nicht kontrollierbar)
- Fokus auf Aktivitäten statt Ergebnisse: Wenn reine Tätigkeiten als Key Result definiert werden, bleibt der Mehrwert oft unklar.
Richtig formulierte Key Results sorgen hingegen dafür, dass Teams nicht nur beschäftigt, sondern vor allem zielgerichtet arbeiten.
Praxistipps für die Formulierung wirkungsvoller Key Results
- Beginnen Sie mit einer konkreten Metrik. Fragen Sie sich: Was kann ich messen?
- Legen Sie klare Zeitrahmen fest. Bis wann soll das Ergebnis erreicht sein?
- Betonen Sie das Ergebnis, nicht die Aktivität. Beschreiben Sie den gewünschten Endzustand und nicht die Maßnahme.
- Wenden Sie das SMART-Prinzip an. Sind die Key Results spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert?
- Prüfen Sie die Beeinflussbarkeit. Kann Ihr Team die Zielerreichung selbst maßgeblich vorantreiben?
- Iterieren Sie gemeinsam im Team. Häufig ergeben sich im Dialog die besten Formulierungen.
- Visualisieren Sie den Fortschritt regelmäßig. Verwenden Sie Dashboards oder Checklisten, um die Entwicklung transparent zu machen.
- Feiern Sie Teilerfolge. Kleine Erfolge motivieren und fördern das Engagement für die Key Results.
Advanced: Key Results auf Unternehmensebene synchronisieren
In wachsenden Organisationen ist die richtige Synchronisation zwischen Unternehmens- und Teamebene eines der wichtigsten Themen. Während die Unternehmensleitung oft sehr strategische und übergeordnete OKRs definiert, müssen diese auf Teamebene heruntergebrochen und operationalisiert werden. Damit dies gelingt, sollten die untergeordneten Key Results sinnvoll auf die Unternehmensziele einzahlen.
Oft lohnt es sich, sogenannte Alignment-Meetings durchzuführen. Dort wird gemeinsam geprüft, ob alle Team-OKRs eindeutig den Corporate OKRs zuzuordnen sind und keine Zielkonflikte entstehen. Konsistenz, Transparenz und offene Kommunikation helfen, Reibungsverluste zu vermeiden.
Fazit OKR – Beispiele für gute Key Results: Gute Key Results sind der Wegweiser zum Erfolg
Key Results sind das Rückgrat Ihres OKR-Systems. Denn nur mit klaren, messbaren und sinnvollen Ergebnissen können Sie zuverlässig nachverfolgen, ob Sie Ihre strategischen Ziele tatsächlich erreichen. Investieren Sie Zeit in deren Formulierung – der Aufwand zahlt sich in Form von Fokus, Transparenz und messbarem Fortschritt aus. Schließlich machen gerade diese Erfolgsparameter den Unterschied zwischen einer reinen Zielsetzung und spürbarem Unternehmenserfolg.
Ob im Kundenerlebnis, beim Wachstum oder in der Produktentwicklung: Gut formulierte Key Results steigern sowohl die Motivation als auch die Ergebnisqualität. Probieren Sie es aus – und erleben Sie, wie OKRs auch in Ihrem Unternehmen für Aufbruch und Struktur sorgen.
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